15.05.2018, 17:25 Uhr

Fischsterben: Ammoniak-Austritt bei Egger

Tote Fische im Mühlbach (Foto: Privat)

Vor Kurzem kam es bei Egger Getränke in Unterradlberg zu einem technischen Betriebsunfall, der 2,5 Kilometer des Mühlbachs kontaminierte.

ST. PÖLTEN (pw). Bei Egger Getränke kam es am Wochenende in Unterradlberg zu einem Ammoniak-Austritt. Egger beschreibt den Unfallhergang folgendermaßen: "Ammoniak wird in der Produktion als Kühlmittel eingesetzt. Nach dem Austritt wurde die Produktion  sofort unterbrochen, um die Mitarbeiter zu schützen und die Fehlerquelle zu beheben. Um die Gefahr für die Mitarbeiter zu bannen, wurde das Ammoniak mit Wasser gebunden, wodurch verunreinigtes Wasser in die Kanalisation sowie in weiterer Folge in den Mühlbach gelangt ist. Seit Montagabend gibt es Klarheit darüber, dass die Verunreinigung des Mühlbaches von Egger Getränke verursacht wurde. Das Unternehmen stand und steht zu jedem Zeitpunkt in laufendem Austausch mit den Behörden."

Ammoniak-Austritt bei Wartungsarbeiten als Ursache

Ein bei Wartungsarbeiten zu lange geöffnetes Ventil an einem Kälteaggregat hatte zu dem Austritt geführt, wobei ein Teil des Ammoniaks auch in den Kanal absank. Es sei bei der Beseitigung der Ammoniakdämpfe zu einer Fehleinschätzung der Mitarbeiter gekommen: Sie wollten den beißenden Geruch dämpfen und haben Wasser in den Abfluss geleert, wodurch es zur Laugenbildung kam. Im linken Mühlbach bei Herzogenburg kam es in weiterer Folge zu einem massiven Fischsterben. Spaziergänger hatten die toten Fische am Samstag entdeckt. „Wir bedauern den entstandenen Schaden in aller Form und setzen alles daran, den Vorfall im Detail zu analysieren sowie die Schäden zu beheben", erklärt Egger in einem Statement.

Notmaßnahmen für die Traisen

Clemens Bertagnoli, vom Kraftwerksbetreiber die Lindhof Energie GmbH, schildert die Ereignisse: "Wir wurden am Samstag um 9.30 Uhr von Anrainern darüber informiert, dass der Mühlbach ganz weiß ist und die Fische sterben. Unverzüglich wurden die Kraftwerke am Mühlbach kontrolliert und bereits tote Fische gefunden. Sofortmaßnahmen wie das entnehmen der Fische an den Rechengittern und kältern in frischem Wasser waren nicht möglich, da die Fische bereits tödlich vergiftet waren. Als Notmaßnahme wurden alle Verbindungen zur Traisen geschlossen, um die Traisen zu retten. Weiters wurden Wasserproben genommen. Anschließend wurde Kontakt zur Polizei und zur Stadt St. Pölten aufgenommen. Mittlerweile konnte festgestellt werden, dass Egger für die Einleitung verantwortlich ist.
Laut Bertagnoli kam es durch die Ammoniak-Einleitung, die geschätzte 45 Minuten gedauert hat, zu einem totalen Fischsterben im Mühlbach. Es waren 2,5 Kilometer kontaminiert und dieses Wasser ran bis am Abend bis zur Mündung der Traisen in die Donau.

Krisenmanagement

Sofort nach Bekanntwerden wurde ein Krisenteam von Egger einberufen und Sachverständige an Bord geholt. Weiters gab es eine Sachverhaltsdarstellung seitens Egger Getränke bei der Polizeidienststelle Herzogenburg über den Ammoniak-Austritt. Der fachlich zuständige Gewässerschutz des Landes NÖ wurde von der Polizei informiert. Es erfolgte eine Überprüfung der Produktion durch den Gewässerschutz des Landes NÖ und der gerichtlich beeidete Sachverständige für Umweltchemie, Umweltschäden und Sanierung  Robert Sedlacek wird seitens Egger Getränke mit der tiefergehenden Untersuchungen betraut. Am Montagabend wurde eine entsprechende Sachverhaltsdarstellung bei der Polizei sowie beim seitens des Landes NÖ zuständigen Gewässerschutz erstattet.

Wiederherstellung des ökologischen Gleichgewichts

Nun gilt es, möglichst schnell das ökologische Gleichgewicht im Mühlbach wiederherzustellen: Geschäftsbereichsleiter Manfred Speiser von Egger Getränke erklärt, welche Schritte in diese Richtung gesetzt werden: „Wir haben unmittelbar nach dem klar war, dass wir den Umweltschaden verursacht haben, sowohl mit dem Gewässerschutz als auch dem Fischereiverband Kontakt aufgenommen. Am Donnerstag findet das erste Gespräch mit dem Fischereiverband statt, um gemeinsam mit Fachexperten zu eruieren, wie wir hier möglichst schnell wieder Tiere und Pflanzen ansiedeln können.“


0
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.