21.12.2017, 10:46 Uhr

Frauenstreit im Szenenlokal endete mit Steißbeinbruch

Richter Martin Kühlmayer (Foto: Probst)
ST. PÖLTEN (ip). „Ich schäme mich heute noch dafür“, erklärte eine 32-Jährige aus der Ukraine, die der St. Pöltner Richter Martin Kühlmayer mit einer Rauferei Mitte April 2017 in einem Szenelokal der Landeshauptstadt konfrontierte, bei der die 19-jährige Rivalin unter anderem einen Steißbeinbruch davontrug.
„Prellungen, Brüche – das kann nicht sein“, bestritt die Beschuldigte. Sie habe sie nur an den Haaren gezerrt und sei bei der Auseinandersetzung selbst zu Boden gestürzt, allerdings auf die 19-Jährige drauf. Die Schmerzensgeldforderung der jungen Frau in Höhe von mehr als 5.000 Euro erkenne sie daher nicht an.


"Bin kein aggressiver Mensch"

Zu dem Streit sei es gekommen, als die 32-Jährige auf dem Weg zur Toilette die Jüngere überholte. „Ich habe ganz wenig Alkohol getrunken, für mich aber zu viel“, so die Angeklagte, die sich als schwer betrunken gefühlt habe. Erst nach ihrer Aussage vor der Polizei Ende Juli seien durch ein Gespräch mit ihrer Freundin Erinnerungen zurückgekommen und sie sei auch gar kein aggressiver Mensch. Dass sie die 19-Jährige nicht nur an den Haaren gerissen, sondern sie auch mit beiden Händen gestoßen und mehrmals gegen den Brustkorb getreten habe, wies die Beschuldigte gestenreich zurück.
„Ich bin ja Mutter, ich hab ein kleines Kind. Da hat man ja Verantwortung“, betonte die 32-Jährige unmittelbar bevor sie Kühlmayer mit dem zweiten Strafantrag konfrontierte, wo es um ausstehende Unterhaltszahlungen für dieses Kind, das seit dem vergangenen Sommer wieder bei ihr lebt, in Höhe von 4.760 Euro ging. Sie habe vorübergehend keine Aufenthaltsgenehmigung und damit auch keine Arbeitserlaubnis gehabt, rechtfertigte die Angeklagte den Rückstand, der sich zwischen Oktober 2015 und September 2017 anhäufte.
Um die Arbeitsfähigkeit und Arbeitswilligkeit der Frau im relevanten Zeitraum zu überprüfen, gibt Kühlmayer ein Gutachten in Auftrag, zur Klärung der schweren Körperverletzung bedarf es noch der Aussage von Zeugen. Der Prozess wurde daher vertagt.

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