01.12.2016, 12:05 Uhr

Freund mit Gewehr und Machete bedroht

ST. PÖLTEN (ip). „Du Hurenkind, kumm außa, i bring di um!“, schrie ein 31-jähriger St. Pöltner, der, bewaffnet mit einem Kleinkalibergewehr, im März dieses Jahres vor dem Haus seines Freundes stand, der ihn kurz zuvor hinausgeschmissen hatte.
Nur mit einer Unterhose bekleidete, setzte der Vater von drei kleinen Kindern seine Beschimpfungen und Drohungen fort. Schließlich gab er einen Schuss in die Luft ab und ging nach Hause, um bald danach noch einmal wegzugehen, um Bier zu holen. Als er zurückkam, war das Gewehr weg. In der Annahme, sein Freund habe es gestohlen, schnappte er sich eine Machete und machte sich abermals auf den Weg zu dem 26-Jährigen, der sich gerade bei Nachbarn aufhielt. „Ich habe wieder Rot gesehen“, gestand der Beschuldigte im Prozess am Landesgericht St. Pölten.
Im Zuge der zweiten Belagerung trat der 31-Jährige die Eingangstüre ein, kappte mit dem Buschmesser die Abdeckung eines Zaunpfeilers und schlitzte zwei Reifen am Fahrzeug des Freundes auf, alles begleitet von weiteren Beschimpfungen und Drohungen. Dabei, so der Bedrohte, sei ihm der Ältere auch nachgelaufen und habe gesagt, dass er ihn umbringen werde. Man war befreundet, habe gemeinsam Alkohol konsumiert und sei dann in Streit geraten, erklärte der 26-Jährige den Hintergrund der Eskalation.
„Ich habe das nur im Zorn gesagt und nicht ernst gemeint“, beteuerte der Angeklagte, bei dem trotz Waffenverbots neben Kleinkalibergewehr und Machete auch ein Luftgewehr, Patronen sowie ein Wurfstern sichergestellt werden konnten.
Verteidiger Michael Steininger betonte in seinem Plädoyer, dass sein Mandant bislang unbescholten und geständig sei. Eigentlich habe er nur wissen wollen, warum ihn der Freund hinausgeworfen habe. Richterin Doris Wais-Pfeffer verurteilte den Beschuldigten zu einer bedingten Freiheitsstrafe von zwölf Monaten, sowie Bewährungshilfe für die Dauer der Probezeit von drei Jahren (nicht rechtskräftig).

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