15.09.2016, 11:30 Uhr

Für den Supergau gerüstet

Der Eingang zum Schutzraum im SZ Eybnerstraße.

Zivilschutzverbände raten für Katastrophen Nahrungsvorräte anzulegen. Panikmache oder berechtigte Vorsorge?

ST. PÖLTEN (red). Die Ausbaupläne für das AKW Dukovany nahe der Grenze zeigen: Eine Katastrophe wie ein Reaktorunfall ist keine abstrakte Utopie. Doch wie gut ist unser Land auf den Ernstfall vorbereitet? Wie gut wird der Rat des Zivilschutzverbandes zum Schaffen eines Vorrates schon befolgt? Wir haben uns im Raum St. Pölten umgehört und stießen auf Schutzräume, Waffen und Nahrungsmittelvorräte.
"Es ist kein unwichtiges Thema", sagt Vizebürgermeister Franz Gunacker, Mitglied der Bezirksleitung St. Pölten-Stadt des NÖ Zivilschutzverbandes (NÖSZV), in Sachen Nahrungsmittelvorräte. In letzter Konsequenz müsse jeder für sich entscheiden, inwiefern er sich für eine Katastrophe rüste. Er selbst legt Vorräte an. "Im Prinzip hat aber eh jeder etwas eingelagert. Mehl, Erdäpfel oder Reis – kaum jemand kauft nur für den nächsten Tag ein", sagt er.

"Überversorgung als Standard"
"Von der Bezirksgruppe St. Pölten-Stadt des NÖZSV unter der Leitung von Martin Fuhs wird seit vielen Jahren das Konzept eines gewissen Notvorrates (nähere Infos dazu auf www.noezsv.at) auch in Privathaushalten propagiert", heißt es auch seitens der Stadt. Von Panikmache will also niemand sprechen. Schon gar nicht jene St. Pöltner, die schon lange vor aktuellen Debatten Vorräte bunkerten, und mit ihrer Vorsorge auch nicht in die Öffentlichkeit wollen: "Wenn was passiert, dann stehen die anderen gleich vor meiner Tür", sagt einer. "Ich lege Vorräte an, weil wir in einer Zeit leben, in der eigentlich eine permanente Überversorgung als Standard angenommen wird", sagt ein anderer – ein junger Mann, der in Wilhelmsburg Lebensmittel nach dem Prinzip "nahrhaft, haltbar und ohne großen Aufwand zubereitbar" lagert, ebenso wie ein batteriebetriebenes Radio, Erste Hilfe-Artikel und Munition für seine Waffen ("zum Selbstschutz für den äußersten Extremfall").

Katastrophe autark überstehen

Es muss ja nicht gleich ein At-omunfall sein, vor dem man sich mit einem Schutzraum, wie er heute funktionslos im Schulzentrum Eybnerstraße existiert, schützt. Naturkatastrophen (außer Tsunami und Lawinen) genügen für ein Blackout. Heutzutage könne sich niemand vorstellen, wie schnell eine zusammengebrochene Stromversorgung in Chaos ausarte. "Ich will darauf vorbereitet sein, Katastrophen möglichst autark überstehen zu können", sagt der Wilhelmsburger.

Krisenfester Haushalt

Für einen krisenfesten Haushalt benötigt man laut NÖZSV: Lebensmittel- und Getränkevorrat, Haus- bzw. Zivilschutzapotheke, Hygieneartikel, Ersatz bei Energieausfall, Schutzraum, Schutzbekleidung.
Nähere Infos im Internet auf www.noezsv.at
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