03.10.2017, 08:45 Uhr

Hnilickastraße: Radweg statt Autostellplätze

Heute: weniger Parkplätze, schmälere Straße. (Foto: Werilly)

Die Bezirksblätter gingen der Baustelle samt ihren Änderungen auf den Grund.

ST. PÖLTEN. Einen Drehwurm bekommt man momentan im Stadtteil Spratzern. Runde für Runde sucht man einen Parkplatz, denn die schrägen Abstellflächen in der Hnilickastraße sind nicht mehr vorhanden.

Der Weg nach nirgendwo

Radeln ist super - vor allem auf den vielen Fahrradwegen in St. Pölten. Nun gibt es diesen auch in der Hnilickastraße. Nett geplant sind auch Grünflächen, um optisch zu punkten. Der bittere Beigeschmack: Die schrägen Parkplätze sind weg, auf der gegenüberliegenden Seite ist nun ein Halte- und Parkverbot. Der Fahrradweg hört so abrupt auf, wie er angefangen hat. Lediglich die vereinzelten Kunden-Parkplätze vor den Geschäften sowie ein paar Parkbuchten stehen zur Verfügung. In naher Zukunft wird die Fläche vor dem Merkur-Media-Markt-Areal wieder für Autos zur Verfügung stehen. Aufgrund des im Bau befindlichen Restaurants werden jedoch auch hier die Möglichkeiten geschmälert. Die von der "Parkplatz-Not" betroffenen Unternehmen sind erzürnt.

Nur Längsparkplätze möglich

Kurt Rameis, Stadt-Baudirektor, äußert sich gegenüber den Bezirksblättern wie folgt: "Ursächlich für den Umbau der Hnilickastraße-Ostseite und die Karl Pfeffer-Gasse war der Neubau Merkur-Media-Markt. Der Wegfall des früheren Schrägparkstreifens an der Ostseite ist einerseits durch die neuen Ein- und Ausfahrten bedingt, andererseits sind Schrägparkplätze bei der gegebenen Verkehrsfrequenz samt Buslinienverkehr nach heutigen Richtlinien nicht mehr empfohlen. Es lag nahe, den Seitenstreifen der Straße für den Rad- und Gehverkehr auszubauen. Die Aufregung um den Wegfall der Schrägparkplätze hängt vielleicht damit zusammen, dass der neue Parkplatz noch im Bau ist. Dass es auch nach der Fertigstellung des Parkplatzes zu wenige Kundenparkplätze gibt, erscheint als unwahrscheinlich. Das geplante Fachmarktzentrum, östlich der Rödlstraße, wird seine eigenen Parkplätze bauen." Weiters erklärt der Baudirektor: "Man muss auch anmerken, dass das öffentliche Gut primär dazu da ist, dass alle Liegenschaften erreichbar sind, dass Ortsteile miteinander verbunden sind und dass Anschlüsse an das Verkehrsnetz vorhanden sind. Kundenparkplätze für Handelslagen kann das öffentliche Gut grundsätzlich niemals in einem ausreichenden Ausmaß zur Verfügung stellen. Deshalb gibt es ja auch die gesetzliche Forderung der Pflichtstellplätze, die jeder Betrieb auf Eigengrund selber errichten muss!"

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