28.11.2016, 13:11 Uhr

"Ich will nicht weg"

Katrin S. wird vor allem ihre Badewanne vermissen.

Ende März schließt die Caritas St. Pölten vier betreute Wohngemeinschaften. Warum, verrät eine Betroffene.

ST. PÖLTEN (ah). "Die Caritas der Diözese St. Pölten teilt ihnen mit, dass sich mit 1.1.2017 die Richtlinien des Landes NÖ für Menschen mit psychischer Beeinträchtigung ändern. Punktgetreue Wohngemeinschaften werden ab diesem Zeitpunkt nicht mehr als Betreuungsform angeboten" - dieser Brief flatterte Anfang Oktober in das Haus der St. Pöltnerin Katrin S. und änderte somit ihr Leben schlagartig.

"Ich bin verärgert"

"Ich habe hier so gerne gewohnt und mit Anfang nächsten Jahres muss ich aufgrund der neuen Richtlinien des Landes raus. Ich bin verärgert, weil sich politische Entscheidungen unmittelbar auf unser Leben auswirken", so Stöckl verärgert. Die Caritas der Diözese St. Pölten hat in der Landeshauptstadt aktuell zehn Übergangswohnplätze für Menschen mit psychischen Erkrankungen zur Verfügung, vier davon werden geschlossen (siehe zur Sache). Es gibt aber gute Nachrichten, denn gleichzeitig wird im Sinne des leistbaren Wohnens eine neue günstigere Wohneinheit geschaffen und von der Caritas St. Pölten das Angebot der Wohnassistenz aufgebaut. Diese Caritas-Dienstleistung startet am 1. Jänner 2017. „Die Wohnassistenz ist ein neues Angebot für psychisch kranke Menschen, dass mit den neuen Förderrichtlinien des Landes ermöglicht wird“, sagt Susanne Karner, Caritas Leiterin Psychosoziale Einrichtungen in der Diözese St. Pölten. Mit der neuen Regelung ist nun auch eine Betreuung von Menschen mit psychischen Erkrankungen in der eigenen Wohnung möglich.

Nur ein Übergang

Die Caritas Wohnungen in St. Pölten dürfen nicht als dauerhafter Wohnsitz verstanden werden, "unsere eigenen Caritas-Wohnungen sind Übergänge für einen Zeitraum von bis zu einem halben Jahr, bis die Menschen mit psychischen Erkrankungen Dauerwohnplätze gefunden haben“, erklärt Susanne Karner. Auf die Straße wird Katrin S. nicht gesetzt: "Durch die Unterstützung meines Caritas-Betreuers konnte ich eine neue Wohnung finden."

Zur Sache:

Mit 1. Jänner 2017 ändern sich die Richtlinien in NÖ für Menschen mit psychischer Beeinträchtigung. Punktbetreute Wohngemeinschaften werden ab da nicht mehr als Betreuung angeboten. In St. Pölten sind vier Wohnplätze davon betroffen und werden bis Ende März 2017 geschlossen.

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