27.11.2017, 15:49 Uhr

Karriere mit Lehre: "Eine Lehre ist keine Einbahnstraße mehr"

Martin Lackner, Hausleiter XXXLutz, und Lehrling Kerstin Marek. (Foto: Werilly)

Tipps und Informationen für alle Jugendlichen und deren Eltern, die sich bald entscheiden müssen.

ST. PÖLTEN. Bald steht für viele Jugendliche eine der wichtigsten Entscheidungen im Leben an: "Entscheide ich mich für eine Lehrausbildung oder für eine weiterführende Schule?" Für all diejenigen, die zu einer Lehre tendieren, haben die Bezirksblätter Tipps und Informationen bei der Arbeiterkammer eingeholt, sowie Lehrlinge befragt.
Auf eigenen Füßen stehen
Kerstin Marek befindet sich im dritten Lehrjahr als Einzelhandelskauffrau mit dem Schwerpunkt Einrichtung. Sie wollte "auf eigenen Füßen stehen und ihr eigenes Geld verdienen" und entschloss sich daher für eine Ausbildung. "Man kann es mit einer abgeschlossenen Lehre weit bringen, vor allem, da man heutzutage auch schon die Matura dazu machen kann", erzählt sie uns. Warum sie sich gerade für den Verkauf entschieden hat, kann sie schnell beantworten: "Ich rede gerne, daher wäre ein Büro-Job nichts für mich gewesen. Ich will unter den Menschen sein und mit ihnen reden." Für die Zeit nach ihrer Lehrabschlussprüfung hat sie schon genaue Pläne und arbeitet bereits jetzt darauf hin: "Ich möchte es zu etwas bringen und mache bereits eine Ausbildung zur Abteilungsleiterin. Ende November habe ich die Abschlussprüfung, und im August 2018 bestreite ich die Lehrabschlussprüfung." Ihre Tipps beim Bewerbungsgespräch? "Man sollte offen und ehrlich sein. Für die Zeit während der Ausbildung empfehle ich, viel nachzufragen, Schulungen zu nutzen und viele Informationen einzuholen", so Marek.
Da wo Kerstin Marek hin möchte, ist Kerstin Zedka bereits. Die Böheimkirchnerin hat ihre Lehre im Einzelhandel, mit dem Schwerpunkt Lebensmittel, bereits abgeschlossen. Seit einem halben Jahr leitet sie ihre eigene Abteilung. "Meine Tipps für die Lehrlinge sind: Seid fleißig und macht viele Weiterbildungen. Im Einzelhandel gibt es z.B Schulungen wie Ein- und Verkauf sowie Produktmanagement", so Zedka.

Keine Einbahnstraße

"Generell kann gesagt werden, dass die Lehre heute keine Einbahnstraße mehr darstellt, da es sowohl bereits während der Lehre, wie zB. mit dem Programm "Lehre mit Matura", als auch nach der Lehre Möglichkeiten zu weiteren Ausbildungen gibt", so Andreas Windl, Leiter der Arbeiterkammer-Bezirksstelle in St. Pölten. "Wichtig bei der Berufswahl ist jedenfalls, dass man sich vorher möglichst genau über den gewählten, zukünftigen Beruf informiert. Die Jugendlichen und auch die Eltern sollten sich klar sein, was in diesem Beruf gefordert und verlangt wird und ob das für den betroffenen Jugendlichen passt. Ebenso wichtig ist auch, ob ausreichend Interesse und Fähigkeiten vorhanden sind. Einfach irgendwas zu machen, ist meist nicht zielführend. Es folgt dann früher oder später die vorzeitige Auflösung des Lehrverhältnisses und damit ist keinem gedient."

Die Lehrstellensuche

Andreas Windl empfiehlt, sich zeitgerecht um eine Lehrstelle umzuschauen. "Empfehlenswert ist jedenfalls, sich schon im Herbst des letzten Schuljahres auf die Suche zu begeben. Leider erleben wir immer wieder, dass auch bis knapp vor dem Schulschluss manche sich noch keine großen Sorgen darum gemacht haben, was sie wenige Wochen später machen sollen."

1
Einem Mitglied gefällt das:
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.