14.06.2017, 10:00 Uhr

Kein Ruhestand für den Wagen

Für die Senioren ist Gertrude Beyerl in ganz Niederösterreich unterwegs.

Von Amstetten bis Zwettl: So aktiv und fit sind die Senioren aus der Region im Straßenverkehr.

ST. PÖLTEN. "Ich bin in ganz Niederösterreich unterwegs", erklärt Gertrude Beyerl, Obfrau der Bezirksgruppe St. Pölten der niederösterreichischen Senioren. "Zu den Rasern habe ich aber nie gehört und ich muss niemandem etwas beweisen. Wenn ich nicht das Bedürfnis habe zu überholen, dann mache ich das auch nicht", fügt die St. Pöltnerin in der Altersgruppe 70 plus hinzu. Sie besitzt seit über 50 Jahren den Führerschein. "Man lernt auch mit 70 Jahren noch dazu", erklärt Beyerl. Deshalb sei für sie ein Fahrsicherheitstraining wichtig. "Hier lernt man, in Gefahrensituationen richtig zu reagieren. Es ist zwar anstrengend, aber es bringt Sicherheit im Verkehr", erzählt die Seniorenchefin begeistert. Diese Meinung teilt Martin Kaiser, 72-jähriger St. Pöltner. "Dieses Training ist in jedem Alter wichtig. Auch nach 50 Jahren Praxis ist man nicht fehlerfrei", erklärt er.

Risiko steigt mit dem Alter
In etwa 20 Jahren wird laut dem Kuratorium für Verkehrssicherheit (KFV) jeder vierte Verkehrsteilnehmer über 65 Jahre alt sein. Schon heute sei diese Altersgruppe besonders unfallgefährdet, heißt es vom Kuratorium, das etwa eigene Mobilitäts-Workshops anbietet. Auch der Verkehrsclub Österreich (VCÖ) bestätigt ein erhöhtes Risiko bei älteren Verkehrsteilnehmern (siehe Zur Sache). Immer wieder entscheiden sich St. Pöltner, den Führerschein "an den Nagel" zu hängen oder sogar der Bezirkshauptmannschaft zurückzugeben. "Durchschnittlich werden 20 Verzichtserklärungen abgegeben", so Christian Steger, Bezirkshauptmann-Stellvertreter in St. Pölten. 2015 wurden übrigens 19 Verzichtserklärungen abgegeben.

In Österreich weist die Gruppe der über 85-Jährigen gemessen an der Bevölkerungszahl die höchste Anzahl von tödlich Verunglückten im Straßenverkehr auf, wie eine VCÖ-Analyse auf Basis von Daten der Statistik Austria zeigt. Anders bei den Verletzten: Über 85-Jährige weisen ca. die Hälfte weniger im Straßenverkehr Verletzte auf als der Bevölkerungsschnitt.
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