03.10.2017, 09:20 Uhr

Königsdisziplin der Pflege

Susanne Brunner und Eva Grohs leiten gemeinsam die Caritas Sozialstation für Betreuen und Pflegen zu Hause in St. Pölten. (Foto: Werilly)

Mobile Hauskrankenpflege - ein Job, dessen wichtige Bedeutung oft in Vergessenheit gerät.

ST. PÖLTEN. Susanne Brunner und Eva Grohs sind Einsatzleiterinnen der Caritas-Sozialstation in St. Pölten. Seit 29 und 38 Jahren sind die beiden in der Pflege tätig. Tagtäglich verrichten sie ihre Arbeit mit Liebe und Sorgfalt - dennoch hat der Beruf in der Hauskrankenpflege kein gutes Image. "Ich habe oft Sätze gehört wie - Für was machst du eine Schule, wenn du in die Hauskrankenpflege gehst?", erzählt uns Eva Grohs. Dabei ist gerade diese Art der Betreuung und Pflege eine Königsdisziplin, die Selbstständigkeit, Eigenständigkeit und einen Hausverstand erfordert. "Im Gegensatz zu einem Heim müssen wir uns selbst das Pflegematerial besorgen. Wir können uns nicht einfach umdrehen und in eine Lade greifen", erklären die beiden den Bezirksblättern. „Zudem haben wir manchmal mit schwierigen Strukturen zu kämpfen (z.B. kein Warmwasser oder keine Dusche) und auch handwerkliche Tätigkeiten wie eine Schraube nachziehen sind gefragt. Manche Kunden benötigen Unterstützung, um eine Struktur im Haushalt zu schaffen. Man kann sagen, dass sich die Mitarbeiter in 60 Haushalten auskennen“, sind sich die diplomierten Krankenpflegerinnen einig.

Keine Ablenkung

Zudem schätzen die beiden Pflegerinnen, dass sie in der mobilen Hauskrankenpflege Zeit für ihre Klienten haben. Es gibt keine Glocke und keine anderen Mitarbeiter, die einen ablenken. "Dazu kommt noch die Freude der Kunden, weil jemand vorbeikommt", so Grohs. "Es kommt viel zurück. Irgendwann gehört man zur Familie", ergänzt Brunner. "Am meisten schwärmen die Kunden vom Kundenurlaub und von den Betreuungsnachmittagen, die Mitarbeiter und Ehrenamtliche organisieren. Dieser Ausflug schweißt nicht nur Pfleger und Kunden noch mehr zusammen, sondern ist allgemein ein sozialer Vorteil. Die Damen und Herren können so untereinander Kontakte knüpfen und sind einmal wo anders, als in ihren eigenen vier Wänden. Eine Veränderung der Familienstruktur sowie die längere Berufstätigkeit wird dazu führen, dass Angehörige mehr bzw. öfters die Unterstützung von der Hauskrankenpflege benötigen. Es reicht oft nur ein Unfall und plötzlich ist man schneller auf Hilfe angewiesen als gedacht", erklären die diplomierten Krankenschwestern abschließend.

Zur Sache

In 34 Sozialstationen im Mostviertel, Zentralraum und im Waldviertel betreut und pflegt die Caritas St. Pölten mit 800 Mitarbeitern 2.700 Kunden zu Hause in ihren eigenen vier Wänden.

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