17.08.2016, 08:00 Uhr

Metall auf Metall: ,Jetzt reichts'

Dass die Arbeit verrichtet werden muss, ist Herta Preiss klar, sie fordert jedoch mehr Rücksichtnahme auf die Anwohner.

Der Recyclingplatz der Weichenwerke Wörth kostet den Anwohnern Schlaf und Nerven.

ST. PÖLTEN (bt). "Wenn man sich zu Mittag mal hinsetzen will, fliegt einem das Kaffeehäferl fast aus der Hand", ist Herta Preiss verärgert über den Lärm, der sie seit Jahren quält. Mit dem Schlaf ist es um 6 Uhr Früh vorbei, manchmal ist der Krach von Eisen auf Eisen bis um 22 Uhr zu hören. In ihrer Lebensqualität fühlt sich Preiss stark beeinträchtigt. So auch ihre Nachbarn, "aber ich bin halt die Einzige, die etwas sagt".
Der Platz, an dem die Weichenwerke Wörth, eine Tochtergesellschaft der voestalpine, Schrott wie Schienen und Weichenherzen mittels Bagger in Waggons verladen, grenzt direkt an Wohnhäuser in der Ghegastraße. Eine errichtete Lärmschutzwand bringt laut Herta Preiss nichts. "Die Arbeiten abstellen, das wird schlecht gehen, aber das Eisen nicht so wild reinhauen wird ja möglich sein", hofft sie. Auch eine Verlagerung der Arbeiten in Richtung eines unbewohnten Gebietes, schlägt sie als Lösung vor.

Wertminderung durch Lärm

Die Geräuschkulisse stellt nicht nur für Preiss selbst, sondern auch für ihre Geldbörse eine Belastungsprobe dar. Einen Käufer für das an ihr Haus grenzende Grundstück zu finden, hat lange gedauert. "Man kriegt ja nichts dafür. Alle, die kommen, sagen nein wegen dem Lärm."
"Wo die Industrie mit einem Wohngebiet zusammenstößt, gibt es immer wieder Probleme", so der St. Pöltner SPÖ-Gemeinderat Walter Hobiger, der bei einem Grätzlfest von den Umständen erfuhr. Die SPÖ hat die Beschwerden schließlich an das Magistrat weitergegeben.


Recyclingplatz braucht Gleise

Der Recyclingplatz der Weichenwerke Wörth wurde per Bescheid im Jahr 2005 für die Verladung von Eisenschrott in Eisenbahnwaggons an Werktagen von jeweils 6 bis 22 Uhr gewerberechtlich genehmigt, informiert die voestalpine. "Tatsächlich wird aus Rücksicht auf die Anrainer maximal dreimal pro Woche im Zeitraum von 7 bis 12 Uhr und dann erst wieder ab 13:30 bis längstens 16 Uhr verladen", heißt es. Die angedachte Verlagerung des Recyclingplatzes sei nicht möglich, denn: "Da der Transport des Materials umweltfreundlich via Bahn erfolgt, muss die Verladung an den am Recyclingplatz vorhandenen Gleisanlagen passieren. Außerdem dürfen diese Arbeiten wegen der dafür notwendigen gewerberechtlichen Genehmigung ausschließlich an diesem Ort ausgeführt werden." Auf Anfrage der Bezirksblätter informiert Rathaussprecher Martin Koutny: "Es werden nun Erhebungen durch einen Amtssachverständigen des Referats Technischer Umweltschutz vor Ort stattfinden. Üblicherweise wird bei derartigen Kontrollen unangekündigt vorgegangen."

Unangekündigte Kontrollen

"Es werden nun Erhebungen durch einen Amtssachverständigen des Referats Technischer Umweltschutz vor Ort stattfinden. Üblicherweise wird bei derartigen Kontrollen unangekündigt vorgegangen", informiert Rathaussprecher Martin Koutny auf Anfrage der Bezirksblätter. "Inwieweit die die gesetzlichen Vorschriften und die in den Bescheiden vorgegebenen Auflagen eingehalten werden, wird nun geprüft."
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