02.06.2017, 18:40 Uhr

Raubgruppe klärt Bankraub in St. Pölten

(Foto: LPD)
UNTERRADLBERG: In den Vormittagsstunden des 12. Juli 2016 betraten zwei mit Schirmkappen und Sonnenbrillen maskierte und mit Pistolen bewaffnete Täter ein Geldinstitut in Unterradlberg, Bezirk St. Pölten/Stadt, bedrohten eine Bankangestellte und forderten in deutscher Sprache, jedoch mit ausländischem Akzent, die Herausgabe von Bargeld.
Einer der Täter ging in den angrenzenden Kunden-Saferaum, bedrohte und schlug mit dem Griffstück der Faustfeuerwaffe auf einen 74-jährigen Kunden ein, wodurch dieser eine Platzwunde am Kopf erlitt und ärztlich versorgt werden musste. Beide Täter verließen mit der Beute das Geldinstitut und flüchteten mit einem dunkelgrünen Fahrzeug in vorerst unbekannte Richtung.

Weitere Ermittlungen

Der Fall wurde von der Raub- und Tatortgruppe des Landeskriminalamtes Niederösterreich übernommen. Im Zuge der Ermittlungen langten konkrete Hinweise aus der Bevölkerung ein. Bei einer Tankstelle auf der A 22 in Stockerau wurde die gesamte Tatbewaffnung, Maskierung, Bekleidung und die polnischen Kennzeichen des Fluchtfahrzeuges in Müllbehältern sichergestellt. Die Spurensicherung erfolgte durch die Tatortgruppe des Landeskriminalamtes.
Bei der Fahndung wurde ein 46-jähriger polnischer Staatsangehöriger als Fahrzeughalter ausgeforscht. Dieser war wegen mehrfach bewaffneten Raubüberfalls in Deutschland und Polen zu einer mehrjährigen Freiheitsstrafe verurteilt und auch inhaftiert gewesen. Weiters konnte in Zusammenarbeit mit der polnischen Kriminalpolizei ermittelt werden, dass der 46-Jährige bei einem seiner Haftfreigänge das spätere Fluchtfahrzeug in Polen ankaufte und im Laufe seiner bisherigen Haftstrafe lediglich zu einem 31-jährigen, polnischen Mithäftling intensiveren Kontakt pflegte. Der 31-Jährige verbüßt ebenfalls eine mehrjährige Freiheitsstrafe wegen Eigentums- und Suchtgiftdelikten in Polen. Beide Beschuldigten hatten zum Tatzeitpunkt des Raubüberfalls in Unterradlberg einen mehrtägigen Haftfreigang. Die beiden Beschuldigten wurden gemeinsam mit polnischen Kriminalbeamten in Polen vernommen und zeigten sich trotz erdrückender Beweis- und Spurenlage zum bewaffneten Banküberfall nicht geständig.
Sie werden aufgrund bestehender Festnahmeanordnungen der Staatsanwaltschaft St. Pölten nach Beendigung der mehrjährigen Freiheitsstrafen in Polen nach Österreich ausgeliefert.
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