07.10.2014, 07:30 Uhr

Wir sind alle gemeingefährlich

Lukas Leitner absolvierte die Führerscheinprüfung noch mündlich. Damals bestand er, beim Test mit den Bezirksblättern nicht.

Kaum ein jahrelanger Autofahrer würde die Prüfung wieder bestehen. Testen Sie selbst!

ST. PÖLTEN (red). Wer regelmäßig hinterm Steuer sitzt, kennt das: Selbst ist man ein wirklich guter Fahrer, aber links, rechts, vorne und hinten ist man von gemeingefährlichen Volldeppen umgeben. Doch Vorsicht! Nirgendwo klafft die Lücke zwischen Selbsteinschätzung und Realität so weit auseinander wie im Schlafgemach und hinterm Steuer.

57 Prozent, nicht bestanden

Ein Bezirksblätter-Test zeigt: Die theoretische Führerscheinprüfung ist so gut wie nicht zu schaffen. Alle Redakteure – vom Chefredakteur angefangen – fielen beim Test, den die Autofahrerclubs ÖAMTC und ARBÖ im Internet anbieten, durch. "Ich würde mich als umsichtigen, gemäßigten Fahrer bezeichnen", sagt dahingehend Lukas Leitner, Wirtschaftsstadtrat in Traismauer. "Bei Terminen bin ich immer schon 15 Minuten vorher vor Ort, um nicht in eine stressige Situation, die mitunter auch das Fahrverhalten beeinflusst, zu kommen", sagt er. Doch in der Theorie hapert es auch bei ihm: 57 Prozent erreichte Leitner, nicht bestanden.

"Einschulung nicht so schlecht"

"Sie haben überhaupt keine Chance zu bestehen", erklärt Claudia Hössinger von der Fahrschule Mayer in St. Pölten. Die Erfahrung habe gezeigt, dass nach einem Jahr weder die praktische noch die theoretische Prüfung zu bestehen ist. Der Grund: Man fahre automatisiert und denke nicht über Regeln, die sich hinter dem angewöhnten Fahrverhalten verbergen, nach. Eigene Theoriekurse, um freiwillig das Wissen aufzufrischen, werden – anders als im Fall eines Führerscheinentzuges oder freiwilliger Fahrkurse für Bürger, die schon länger nicht mit dem Auto gefahren sind – nicht aktiv angeboten. Dabei würden derartige Kurse wohl auf positives Echo stoßen: Eltern, deren Kinder den Führerschein mit 17 Jahren machen, müssen in kurzen Einheiten ihr Wissen auffrischen.
"Viele davon sagen, dass diese Einschulung gar nicht so schlecht war", sagt Martin Russwurm von der Fahrschule Sauer mit Standorten in St. Pölten und in Kirchberg. Anders als die Bezirksblätter-Redakteure, hätte Russwurm eine Nachschulung aber nicht nötig. Im Test erreichte der Fahrschullehrer 100 Prozent.

Testen Sie Ihr Wissen

ARBÖ und ÖAMTC bieten auf www.arboe.at beziehungsweise www.oeamtc.at gratis Online-Führerscheintests an.
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