16.09.2016, 08:13 Uhr

"Leuchtturmprojekt": Metro baut in St. Pölten "Nullenergie"-Großmarkt

Gunter Peitz, Projektleiter Metro Properties,Walter Hörndler, Geschäftsleiter Metro St. Pölten, Bürgermeister Mag. Matthias Stadler, Joachim Fidler Geschäftsführer Vertreib Metro und Arno Wohlfahrter, CEO Metro Österreich präsentieren den neuen Großmarkt in St. Pölten. (Foto: Josef Vorlaufer)

Mit dem Spatenstich für den neuen Großmarkt wird in St. Pölten ein Vorzeigeprojekt realisiert. Läuft alles nach Plan, soll der neue Metro bereits im Mai 2017 eröffnet werden.

ST. PÖLTEN (red). Der Großhändler Metro Cash & Carry steht in St. Pölten vor einem internationalen "Leuchtturmprojekt", wie es Günther Peitz von Metro Properties ausdrückt. Der neue Markt in der Stattersdorfer Hauptstraße wird als "Zero Emission"-Gebäude errichtet und ist voll und ganz dem Nachhaltigkeitsgedanken verschrieben.

Sämtliche Baumaterialien wurden nach ökologischen Standards ausgewählt, das Gebäude selbst wird in Holzbauweise errichtet. „Man könnte den ganzen Markt mit einem Akkuschrauber zerlegen“, so Joachim Fiedler, Geschäftsführer Vertrieb bei Metro. „Wir wollten weg von den herkömmlichen blau-gelben Märkten hin zu einem Wohlfühlgebäude, in dem man schließlich eine gewisse Zeit verbringt.“

Nachhaltigkeit und Wohlfühlcharakter

Der „Wohlfühlcharakter“ wird auch durch die Gebäudetechnik unterstützt: Fensterflächen, die rund um den gesamten Markt führen, sorgen für mehr Tageslicht und ermöglichen damit eine Reduktion der künstlichen Beleuchtung. Über eine zentrale Steuerung können sämtliche Fenster geöffnet werden, sodass mittels Querlüftung selbst in Tropennächten das Gebäude ausreichend gekühlt wird. So kann – auch um dem Null-Energie-Anspruch zu genügen – vollständig auf eine Lüftungsanlage verzichtet werden.

Für die Heizung sowie die Aufbereitung des Warmwassers wird die Abwärme der Kältemaschinen benutzt – was ebenfalls wesentlich für die Zero-Emission-Bewertung des Gebäudes ist. Der restliche Energiebedarf wird über die eigene Photovoltaikanlage am Dach selbst generiert – auf der geplanten Fläche wird sogar mehr Energie als für den Metro Markt selbst notwendig erzeugt werden.

Der Einkauf im neuen Markt soll für Kunden nicht zuletzt durch ein Bistro zu einem Erlebnis werden, eine Art Lounge soll zu informellen Meetings aber auch Veranstaltungen wie Produktschulungen oder Cooking-Events genutzt werden.

Parkplätze und eine neue Ampel

Bei dem neuen Markt werden 300 Parkplätze zur Verfügung stehen (bisher waren es 200 Plätze). Abstellmöglichkeiten für Fahrräder sowie eine e-Tankstelle sind ebenfalls eingeplant. Vor dem neuen Metro wird eine Bushaltestelle eingerichtet. Die Erreichbarkeit ist über die Bundesstraße 1a und nahe der Autobahnabfahrt St. Pölten Ost ideal.

Um die Situation beim Kreisverkehr, wo es in den Morgenstunden schon jetzt öfter zu kleinen Staus kommt, zu entlasten, wird eine Ampel errichtet werden. Diese soll die Zu- und Abfahrt zum neuen Markt regeln und laut Bürgermeister Matthias Stadler "Druck aus dem Kreisverkehr nehmen".

Mehr Mitarbeiter, weniger Verkaufsfläche

Die Zahl der aktuell 133 bei Metro in St. Pölten beschäftigten Mitarbeiter wird voraussichtlich aufgestockt werden, wie Marktleiter Walter Hörndler mitteilte. Anstatt einer Verkaufsfläche von 10.000 Quadratmetern werden im neuen Markt nur 8.500 Quadratmeter zur Verfügung stehen. Der Non-Food-Bereich soll etwas verkleinert, dafür der Lebensmittelbereich vergrößert werden. Die Baukosten für den Markt bewegen sich bei rund 20 Millionen Euro. Läuft alles nach Plan, soll der neue Markt bereits im Mai 2017 eröffnet werden.

Was mit dem alten Markt geschehen wird, ist noch ungewiss. Es wird an einer Nachnutzung gearbeitet. Für Bürgermeister Matthias Stadler sei es durchaus vorstellbar, das Areal in der Doktor-Wilhelm-Steingötter-Straße für einen Wohnbau zu nutzen.
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