Auf den Spuren der Roma in Österreich

Über einen Menschen, der trotz der Ausgrenzung aus der Gesellschaft und mehreren Schicksalsschlägen seinen Lebensmut und seine Fröhlichkeit nicht verloren hat.

Es ist Anfang Februar 1995, ein Samstag wie jeder andere. Niemand beachtet die Sorgen von vier Jugendlichen, die sich in der Roma Siedlung im burgenländischen Oberwart beobachtet fühlen. Kurz vor Mitternacht explodiert jedoch eine Bombe und kostet den 4 Jugendlichen das Leben. Noch Jahre später kann Stefan Horvath nicht aufhören, an das Attentat zu denken, dass seinen Sohn in den Tod riss. Mit seinem Buch „Katzenstreu“ möchte er seine Geschichte der Welt offenbaren. Jedoch nicht um Hass gegen den Täter Franz Fuchs zu schüren, sondern um zu zeigen, dass Vergebung der beste Weg zum Seelenheil ist.

Am Mittwoch, dem 11. Mai 2011 nahm meine Klasse in der HAK in Klagenfurt an einem Vortrag von Herrn Stefan Horvath teil. Die Erwartungen an seine Erzählungen waren bunt gemischt. Letztendlich waren wir jedoch alle zutiefst berührt von der Lebensgeschichte dieses einzigartigen Menschen und seiner Volksgruppe in Österreich.

Bereits seine Eltern teilten das Schicksal vieler Roma in Europa. Im zweiten Weltkrieg wurden sie in Konzentrationslager deportiert, kehrten jedoch nach dem Krieg wieder zurück in ihre Heimat. Ausgegrenzt von der Gesellschaft lebten sie in einer eigenen Siedlung zwei km abseits von Oberwart. Als eines der ersten Kinder dieser Siedlung bekam Stefan Horvath die Gelegenheit, die Schule zu besuchen und Lesen und Schreiben zu lernen. Doch bereits als er versuchte sich um einen guten Beruf zu bewerben, wurde ihm klar, dass für Roma in Österreich keineswegs Chancengleichheit besteht. Er selbst meint heute, dass er sich nie wirklich Gedanken über seine Volksgruppe und seine soziale Stellung gemacht hatte, bis ihn das Schicksal seiner Landsleute in jener Nacht im Jahr 1995 schlagartig wieder einholte.

Erst ein Jahrzehnt nach dem Anschlag auf die Roma Siedlung begann er das Schicksal seiner Volksgruppe in dem Buch „Ich war nicht in Ausschwitz“ festzuhalten. Dieses Buch wurde ein ebenso großer Erfolg wie sein zweites Buch „Katzenstreu“, indem er sich mit dem Attentat aus der Sicht der Eltern des Täters, einer Dorfrunde, Franz Fuchs selbst und seiner eigenen befasst.
Stefan Horvath beendete seinen Vortrag mit den Worten: „Vermutlich kann das sonst niemand, aber ich konnte ihm verzeihen!“

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