Nachruf. Raphael Pliemitscher sen. ist nicht mehr
Blondviehpionier und Freund

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Der Eberstein Raphael Pliemitscher senior ist unverhofft und plötzlich im 71. Lebensjahr verstorben. Dieser Satz kommt einem so unwirklich, so unglaublich unmöglich vor. Raphael war jemand für den der Begriff Freund wirklich zutrifft, eine Auszeichnung, die nicht inflationär vergeben wird. Raphael war der Prototyp eines Visionärs, der mit Leidenschaft für die Sache gearbeitet und gekämpft hat. Und er ist einer jener kreativen Köpfe der Norischen Region gewesen, ohne dem Regionalentwicklung nur ein Wort bleibt, bei ihm waren Vernetzung und Nachhaltigkeit Taten und keine Schlagworte. Raphael war vor allem ein fröhlicher Mensch, immer ein Lächeln im Gesicht, immer voran, immer die Chance gesehen, immer verbindend, immer für einen Da, so jemand kann nicht tot sein, er lebt immer und stirbt schon gar nicht so früh.

Die Leistungen sind schier übermenschlich - er hat Wege gebaut, im jeder Hinsicht - für den Forst, für den Tourismus, für die Landwirtschaft für alle.

Er war geprägt von der eigenen Landjugend und war wohl der beste Tänzer weit und breit, er hat diese volkstänzerische Begabung auch in den Landschulwochen immer wieder mit Begeisterung weitergegeben.

Als langjähriger Obmann des FV Vereins Eberstein hat er es verstanden wieder Wege und Brücken zu bauen, sicherzustellen, dass es ein Miteinander zwischen Landwirtschaft, Forst, Jagd und Tourismus gibt, das wir aufeinander Acht geben und Achtung haben und er war auch ein Kämpfer dafür, dass das Gasthaus wieder seinen Stellenwert als örtlichen Mittelpunkt bekommt, der Norische Musikantenstammtisch ist nur eines seiner Kinder. Die Wasserraststätte ist sein Kind.

Raphael war aber weit über die Gemeinde hinaus aktiv - als Obmann des Regionalvereins Norische Region und der LAG Kärnten:Mitte hat er zentral sichergestellt, dass es diese Leaderregion überhaupt gibt, ohne seine verbindenden Gespräch wäre der Bezirk nicht geeint worden.

Sein Lieblingsbuch ist die Geschichte der Kärntner Landwirtschaft - aus dem wir gemeinsam noch vor wenigen Tagen gelesen haben - hier die Textpassage -  Der griechische Autor Polybius berichtete vom „Reichtum in vielem Vieh“, für den die Nori und Taurisker sehr bekannt waren, und auch Strabo und Plinius hoben die ausgebreitete Viehzucht hervor. Vieh, Häute und Käse waren Haupthandelsartikel in Aquileja.

Raphael hat immer auch Geschichtsreisen mit dem Geschichtsverein gemacht, es war eine seiner Leidenschaften.

Raphael hat eine der ersten Goldmedaillen auf der Destillata in Bad Kleinkirchheimm mit seinem Tresterbrand gewonnen, auch der Bergapfelsaft und Most waren immer sein Herzblut, aber auch Versuche, mit der Minikiwi waren der Beweis für sein Können.

Mein Liebling ist blond - es ist Raphael Pliemitscher, der Vater und Motor - 22 Blondviehfeste, dazu aber auch noch Verkostungen, Präsentationen, wie bei den Genußregionen Österreich in Salzburg. Die heutige wieder lebensfähige Population ist vor allem auch sein Verdienst. Raphael Pliemitscher machte das Blondvieh, dasa auch das Kärntner Landeswappen trägt wieder zu einer Kärntner Marke, der einzigen autochtonen Rinderrasse Kärntens und er hat es auch geschafft, dass sämtliche Landesregierungen egal welche Couleur positiv mit ihrem "Vieh" gesehen haben. Angefangen von einer bundesweiten Tagung zur Fleischforschung, die bis heute einzigartig ist oder einer Verkostung im Spiegelsaal, wo alle Regierungsmitglieder anwesend waren.

Bis zum Schluß hatten wir noch zwei Projekte vor, einerseits hat sich Raphael gewünscht, dass die LFS Althofen wieder Blondvieh einstellt und dass ein Fleischforschungszentrum nach Eberstein kommt.

Er geht mir ab, er geht uns allen ab, ab der ersten Sekunde, ich habe ihn heute nochmals angerufen 0664 117 8181 ist nicht mehr, man ist traurig und denkt nach, was das Leben ist, und dass man mit Freunden jeden Tag genießen sollte, am Samstag, den 26. Oktober um 10.30 h am Nationalfeiertag wird Raphael Pliemitscher in Eberstein begraben, Kärnten wird an diesem Tag ein Stück ärmer und kälter, aber er würde wollen, dass wir sein Werk fortsetzen, dass wir das Verbindende vor das Trennende stellen, er hat auch in seiner Funktion IZG Görtschitztal beim HCB Skandal das hervorgestrichen. Geben wir unserer Region eine Chance auf Zukunft, bündeln wir Kräfte, arbeiten wir über Grenzen zusammen.

Glück zu, Glück auf - wir werden dich nie vergessen, echte Freunde für immer, Dein Ilmar Tessmann. Vor allem aber natürlich der ganzen Familie viel Kraft und mein aufrichtiges Beileid.

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