Andrea Riedl: "Mittags zusammen essen ist eine Pflicht"

Vor der Jacques Lemans-Firmenzentrale in St. Veit: Andrea Riedl im Gespräch mit WOCHE-Redakteurin Bettina Knafl
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Welche Aufgaben haben Sie in der Firma über?
ANDREA RIEDL: Ich bin in der Exportabteilung und zuständig für zB. Russland, wo wir Marktführer sind, Ukraine, Schweiz, Tschechien, Türkei und Griechenland, was momentan ein wenig schwierig ist aufgrund der Umstände. Für diese ist die persönliche Ebene wichtig und da passt es ganz gut, wenn man solche Kunden direkt betreut.

Merken Sie die Griechenland-Krise?
Wir sind in Griechenland seit vielen Jahren und recht erfolgreich. Wir haben keinen Umsatzrückgang, wir haben sogar ein leichtes Plus. Nur was wäre, wenn der Markt einfacher wäre?

Wie bekommen Sie Job, das Engagement auf Taggenbrunn und Haushalt unter einem Hut?
Wir haben drei Kinder, 16, 15 und 11 Jahre. In Wahrheit ist es ist eine Sache der Einteilung. Solange alle gesund sind und das Radl rund läuft, ist es kein Thema. Aber es gibt viele Frauen, die sich schwerer tun in ihrem Beruf, ich habe doch eine gewisse Flexibilität.

Das bedeutet?
Ich bin vormittags immer im Büro, aber ich arbeite nachmittags viel von zu Hause aus, sodass ich die Kinder auch mitbetreuen kann. Es tut ihnen besser, wenn man alles ein wenig im Blick hat.

Ich habe gelesen, dass Sie gern kochen und eine gute Köchin sind.
Mein Mann behauptet das immer. Ja, ich koche gern.

Ein geregelter Tagesablauf ist Ihnen wichtig?
Ja total, da bin ich konservativ. Bei mir gibt es keinen Morgen ohne Frühstück, auch bei den Kindern nicht. Ebenso das gemeinsame Mittagessen, soweit es sich vereinbaren lässt.

Des Zusammenhalts wegen?
Genau. Gemeinsame Mittagessen lassen sind während der Schulzeit kaum machen, aber am Wochenende ist es absolute Pflicht. Wenn irgendjemand was mit Freunden ausmacht, jederzeit gern, aber um 13 Uhr haben sie daheim zu sein.

Sie wohnen am Pirkerhof. Wer managt die Landwirtschaft?
Wie mein Mann und ich uns kennen lernten, hat die Landwirtschaft schon bestanden. Damals war sie auf extensiver Basis, d.h. es war Rotwildgehege. Im Laufe der Jahre haben wir es zu einer sehr intensiven Landwirtschaft umgekrempelt, eben mit dem Weinbau. Wir haben das Glück einen sehr kompetenten und engagierten Winzer mit Hubert Vittori zu haben. Wir haben ganz viel Obstbau, Marillen, Pfirsiche, Nektarinen, Birnen, Äpfel, Kiwi, alle möglichen Beeren- und Gemüsearten. Mir ist gesunde Ernährung wichtig und zu wissen, woher es kommt.

Der Weinbau ist Ihr Gebiet?
Es ist nicht so, dass ich sage, dass ist mein Bereich und dass ist sein Bereich. Wir mischen uns gegenseitig ganz stark ein und ergänzen uns.

Welche Hobbys haben Sie?
Ich spiele sehr gerne Tennis. Die ganze Familie spielt Tennis, mein Mann und die Kinder auch. Ich lese sehr gern. Und ich bin, wann immer es geht, in der Natur draußen und tue irgendwas, bei den Blumen herumzupfen, durch den Weingarten spazieren, Schwammerlsuchen. Ich bin ein Frischluftfanatiker.

Sind Sie viel auf Reisen?
Beruflich schon. Den Urlaub verbingen wir in Kärnten. Wir haben auf der Turrach ein Ferienhaus. Und sonst zu Hause. Wir haben am Pirkerhof eine tolle Infrastruktur mit
Badeteich, Tennisplatz. Das genießen wir.

Beim Fototermin sagten Sie, sie seien eine fröhliche Frau.
Ab und zu muss man ernst sein. Aber im Grunde bin ich ein fröhlicher, ausgeglichener Mensch.

Hollywood-Star Ron Perlman war in Taggenbrunn, Ioan Holender feierte dort seinen 80. Geburtstag. Ist es grundsätzlich angedacht, berühmte Persönlichkeiten nach Taggenbrunn zu laden?
Holender ist ein Tennisfreund meines Mannes. Perlman war hier, weil jemand besondere Plätze für eine Filmkulisse sucht. Wir sind scheinbar noch im Gespräch, dass viel auf uns zukommt. Wir betreiben es nicht aktiv, dass wir Leute herholen, sondern es hat sich auf Anfrage ergeben.

Aufgrund der Kulisse, nehme ich an?
Genau. Vorher sah man die Burg nicht. Man sah früher nur ein paar Zinnen und den furchtbar grausigen Sendemasten.
Jeder spricht mich nun darauf an, und es freut mich so besonders, weil es am Anfang nicht so war. Als der Berg gerodet wurde und die Bagger kamen, war es keine Augenweide. Wobei man sagen muss, wenn heute jemand ein Haus baut, schaut es auch nicht schön aus, wenn die Baugrube ausgehoben wird. Heute ist es so, dass wir ganz viel positive Resonanz erfahren.

Wo sehen Sie Taggenbrunn in zehn Jahren?
Ich glaube, dass sich Taggenbrunn als Fixpunkt im Kärnten Ausflugskalender etablieren wird. So wie man Hochosterwitz anschaut, fährt man dann nach Taggenbrunn. Für mich wird Taggenbrunn außerdem das Wein-Mekka in Kärnten werden. Die Anfänge sind ja schon da, weil wir mit Abstand das größte Weingut Kärntens sind. Es ist noch viel geplant wie Erlebnisweg, Weinlehrpfad.

Wann sollen Buschenschank und Hotel aufsperren?
Vorgesehen ist Frühjahr 2016.

Die Bezeichnung "Chateau Taggenbrunn" dürfen Sie nicht mehr verwenden.
Wir dürfen Chateau Taggenbrunn schon verwenden, aber nicht in Zusammenhang mit Wein. Das Areal darf so heißen, der Wein nicht. Wobei zwei Namen von der Vermarktung wenig Sinn machen. Wir werden etwas suchen, das wir als Dachmarke verwenden.

Gibt es schon einen Namen?
Es wird etwas ganz Normales, Bodenständiges, Österreichisches werden. Wir tendieren stark auf Weingut Taggenbrunn. Es ist aussagekräftig und nicht erklärungsbedürftig. Wobei das Weingut die Burg ausklammert, das heißt nicht automatisch, dass die Burg dabei ist. Da müssen wir noch Brainstorming machen.

Mir ist aufgefallen, dass man den Wein in der Firmenzentrale in St. Veit kaufen kann.
Das Verkostungshaus ist fertig, aber es zu personalisieren ist zu früh. Es war zuerst angedacht, dass die Tochter es in den Ferien macht. Aber dann verstehen die Leute nicht, warum es im September wieder zu ist. Daher haben wir draußen ein Schild und auf der Homepage den Hinweis, dass es in der Firma den Wein gibt. Die Nachfrage ist doch sehr erfreulich.

Vor der Jacques Lemans-Firmenzentrale in St. Veit: Andrea Riedl im Gespräch mit WOCHE-Redakteurin Bettina Knafl
Bodenständig und sehr 
sympathisch:  Andrea Riedl beim WOCHE-Interview

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