Interview
Andy Kainz: "Haben keine richtige Ballkultur in Kärnten"

Die Polonaise am HLW-Ball in St. Veit wird seit acht Jahren von Andy und Kelly Kainz mit den Maturanten einstudiert
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  • Die Polonaise am HLW-Ball in St. Veit wird seit acht Jahren von Andy und Kelly Kainz mit den Maturanten einstudiert
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Der (vermeintliche) Start der Ballsaison steht vor der Türe. Im Bezirk St. Veit findet diesen Samstag der Schülerball des Gymnasium in St. Veit sowie der Bezirkslandjugendball in Althofen statt. Die WOCHE hat "Dancing Star" und Tanzprofi Andy Kainz zum Interview gebeten.

WOCHE: Wie beurteilen Sie die Ballkultur in Kärnten?
ANDY KAINZ: Die erste Frage, die man sich stellen muss ist, ob es in Kärnten überhaupt so etwas wie eine Ballsaison oder gar Ballkultur gibt. Im Vergleich zu anderen Bundesländern haben wir nicht viele Veranstaltungen, die als klassische Bälle gelten. Vieles bei uns ist ländlicher gehalten und hat einen gewissen 'Humtata'-Charakter. Und: Bei jenen Bällen, die es gibt, wird immer weniger getanzt.

Warum ist das so?
Viele haben Vorurteile, dass bei klassischen Bälle wie unserem Sommernachtsball nur Profis tanzen. Letztendlich sind das aber alles Hobbytänzer, denen der Sport Spaß macht. Bei vielen Schulbälle tanzt niemand mehr bzw. können viele nicht tanzen, gerade bei den jungen Ballbesuchern. Meist gibt es eine Live-Band, die Tanzfläche ist aber fast leer - das finde ich schade.

Sie choreografieren seit Jahren die Polonaise für den HLW Maturaball in St. Veit. Welchen Stellenwert hat das Tanzen bei der Jugend?
Es ist heute nicht mehr üblich, dass die Eltern ihren Kindern sagen, sie sollen eine Tanzschule besuchen. Wir müssen wirklich aktiv in die Schulen gehen und die Kinder dort abholen. Das funktioniert aber auch nur, wenn es in der Schule jemanden gibt, der sich engagiert. Seit Jahren zeigen die HLW-Schüler gute Ergebnisse bei der Polonaise. Aber wenn es dann heißt 'Alles Walzer' sieht man die meisten Richtung Disco verschwinden. Deshalb gibt es heuer erstmals ein Walzer-Training.

Was ist die größte Herausforderung bei einer Choreografie für eine Polonaise?
Trainingstermine zu finden, mit denen jeder zufrieden ist. Ansonsten ist eine Polonaise keine Raketenwissenschaft - es ist Spazieren mit schöne Bewegungen zu schöner Musik. Gerade in der HLW gibt es viele Schülerinnen. Da muss man oft den Partner, der von außerhalb kommt, motivieren.

Wie wirkt sich die Ballsaison auf Ihre Tanzschule aus?
Keiner weiß, wann die Ballsaison wirklich beginnt. Die wenigsten kommen zu uns, weil am nächsten Wochenende ein Ball stattfindet. Die Paare kommen zu uns weil sie das Tanzen als Hobby ausüben, für ihre Gesundheit oder um mit dem Partner Zeit zu verbringen. Es ist zu einem Hobby für Menschen mit einem gewissen Idealismus geworden - allerdings auch, weil es eben kein vernünftiges Angebot an Veranstaltungen gibt. Am meisten Anmeldungen gibt es bei uns nach dem Jahreswechsel. 

Wie beginnt man mit dem Tanzen?
Bei unserem 'Kärntner Tonzkurs' zeigen wir den Leuten Basics wie Discofox, Walzer oder Polka. Da ist auch das Publikum vergleichsweise jung.

Interview: Stefan Plieschnig
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Bälle im Bezirk St. Veit

20. Oktober:
• Maturaball BG/BRG St. Veit
• Bezirkslandjugendball
17. November
• Maturaball HLW St. Veit
24. November
• Maturaball HAK Althofen
5. Jänner 2019
• Bauernball LJ Krappfeld
12. Jänner 2019
• Kärntner Ball, Liebenfels
16. März
• Maturaball BORG Althofen
26. April 2019
• Schulball LFS Althofen
29. Juni 2019
• Sommernachtsball, Brunnerhof

Eine Veranstaltung fehlt? Schicken Sie uns eine E-Mail an stefan.plieschnig@woche.at

Autor:

Stefan Plieschnig aus St. Veit

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