Bundesschulzentrum St. Veit
Beide Direktoren gehen mit Schulende in den Ruhestand

Bald im Ruhestand: Walter Martitsch, Direktor der HLW, und Rudolf Elpelt, Direktor des BG/BRG.
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Rudolf Elpelt, Direktor des BG/BRG, und Walter Martitsch, Direktor der HLW, verabschieden sich zugleich in den Ruhestand.

ST. VEIT. Tausende Schüler haben Rudolf Elpelt, Direktor des BG/BRG, sowie Walter Martitsch, Direktor der HLW, unterrichtet und betreut. Nun geht im Bundesschulzentrum St. Veit eine Ära zu Ende: Am Freitag endet nicht nur das Schuljahr, sondern für die beiden Direktoren auch das Arbeitsleben. Beide wechseln mit Schulende in den Ruhestand. Die Nachfolger stehen in beiden Schulen noch nicht fest.

Wie herausfordernd waren die letzten Monate für Sie als Direktor?
Rudolf Elpelt: Die letzten Monate haben mich – wie auch alle anderen Schulen- vor besondere Herausforderungen gestellt, wobei die schriftliche und telefonische Korrespondenz mit Lehrer, Eltern, Schüler und Vertreter der Behörden ein Ausmaß angenommen hat, das mich täglich und ganztägig an den Schreibtisch gebunden hat. Ich hatte noch nie zuvor so viel Bildschirmarbeit zu erledigen. Vor allem die rasche Entwicklung eines praktikablen digitalen Unterrichtskonzeptes für das Distance Learning mit allen notwendigen Begleitmaßnahmen, war eine außergewöhnliche Herausforderung. Erfreulicherweise haben wir das aber ganz gut gemeistert.
Walter Martitsch: Die letzten Monate waren aufgrund der Corona-Pandemie sehr herausfordernd. Eine Verordnung nach der anderen regelte den Organisationsablauf der Schule mit ständig neuen Vorgaben. Allerdings haben die Lehrer sowie Schüler durch ihre hohe digitale Kompetenz die nun vorgegebene Unterrichtsform des digitalen Lernens bestens bewältigt.

Wie hat sich das Direktorsein in den Jahren verändert?
Elpelt: 
Die Aufgaben des Direktors haben sich in den letzten Jahren dahingehend verändert, dass sukzessive immer mehr Aufgaben dazukommen, vor allem im administrativen Bereich, wie auch im pädagogischen Bereich, aber keine Aufgabe wegfällt. Die Aufgabenbereiche werden immer umfangreicher, wie auch die damit verbundene Verantwortung. Die mit der Schulautonomie übertragene Verantwortung wird aber massiv eingeschränkt durch den Umstand, dass uns die dafür erforderlichen Ressourcen nicht zugeteilt werden und Schulleiter sich vorrangig überlegen müssen, wie sie den Mangelzustand schulautonom bestmöglich verwalten können. Das trifft jedenfalls auf die AHS zu, die im Vergleich zu anderen Schularten stiefmütterlich behandelt wird und deren Schüler dem Staat nachweislich nicht so viel wert sind, wie die Schüler anderer Schularten.
Martitsch: Das Direktorsein hat sich in den 22 Jahren enorm verändert. Einerseits durch die Einführung der Informationstechnologie, in der man ständig aktuell sein musste. Andererseits hat sich auch der Führungsstil insofern verändert, als man als Direktor nicht mehr von oben herab Vorgaben erließ, sondern im Team die Schulentwicklung gemeinsam durchführte, um den Ansprüchen von Wirtschaft und Gesellschaft gerecht zu werden.

Würden Sie rückblickend etwas anders machen?
Elpelt:
 Rückblickend würde ich nichts anders machen, da ich immer den dialogischen Führungsstil pflegte. In der Schule braucht es einen wertschätzenden Umgang und man kann nur im Einvernehmen mit allen Schulpartnern nachhaltige Veränderungen auf den Weg bringen. Diesbezüglich haben wir viel weitergebracht und das Gymnasium St.Veit ist sehr gut aufgestellt. Bei der nationalen Überprüfung der Bildungsstandards sind wir immer unter den Top-Schulen in Kärnten und bei der standardisierten Reifeprüfung erzielen wir seit Jahren hervorragende Ergebnisse. Wir haben ein ausgezeichnetes Arbeitsklima und die Schüler fühlen sich in der Schule wohl. Da würde ich wirklich nichts daran ändern wollen.
Martitsch: Nein. Ich meine, es waren geglückte und erfüllte Jahre

Welches Ereignis oder welcher Moment bleibt in Erinnerung?
Elpelt:
 Es gibt so viele schöne, freudvolle, positive Erlebnisse und Ereignisse im Schulalltag, man muss den Fokus nur auf das Positive legen, dann kann man sich jeden Tag über etwas freuen. Mit der Auflistung aller erinnerungswürdigen Momente bin ich erfreulicherweise hilflos überfordert. Ein Ereignis, das sicherlich in Erinnerung bleiben wird, ist die gelungene Generalsanierung der Schule samt Zubau. Ich denke, viel besser kann man so ein großes Projekt nicht umsetzen.
Martitsch: In den 22 Jahren gab es so viele schöne Ereignisse und Entwicklungen, die nur vom plötzlichen Tod unseres beliebten Lehrers und EDV-Verantwortlichen, Prof. Udo Kasper, überschattet waren, und welcher uns noch heute betroffen macht

Gibt es einen Tipp, den Sie dem zukünftigen Schulleiter mitgegeben wollen?
Elpelt:
 Der zukünftigen Schulleitung möchte ich keinen Tipp mitgeben. Ich hoffe, er oder sie wird professionell und kompetent genug sein, um zu wissen, wie man eine gut funktionierende Organisation übernimmt und weiterführt. Wenn nicht, dann würde ein Tipp meinerseits wohl auch nicht sehr hilfreich sein.
Martitsch: Nein. Jeder Schulleiter muss aufgrund seiner Persönlichkeit einen authentischen Weg finden, um eine Schule erfolgreich zu leiten.

Wird Ihnen die Schule fehlen? 
Elpelt:
 Die Schule, vor allem die Menschen, die die Schule ausmachen, werden mir sicher fehlen. Ich bin dankbar für alles, was wir hier gemeinsam geschaffen haben und werde der Schule daher immer verbunden bleiben. 
Martitsch: Die Schule wird mir nicht fehlen, wohl aber die Schüler und vor allem das hoch engagierte und homogene Schulteam. Im Ruhestand freue ich mich darauf, endlich ohne einen strengen Zeitplan die Zeit mit meiner Frau und unserem Enkel zu genießen.

Was planen Sie nun im Ruhestand?
Elpelt: 
Meine Planungen für den Ruhestand werde ich erst mit Pensionsantritt beginnen, dem Motto „work in progress“ folgend. Wenn ich allerdings all meinen Interessen nachkommen möchte, dann weiß ich jetzt schon gewiss, dass Ruhestand so wenig mit Ruhe zu tun hat, wie der Verstand mit Stehen.
Martitsch: Im Ruhestand freue ich mich darauf, endlich ohne einen strengen Zeitplan die Zeit mit meiner Frau und unserem Enkel zu genießen.

Zur Info
Rudolf Elpelt war 18 Jahre (seit dem Schuljahr 2002/03) Direktor des BG/BRG St. Veit. Seine Unterrichtsfächer sind Englisch, Sport und Psychologie/Philosophie.
Walter Martitsch stand knapp 22 Jahre (1. Jänner 1999) der Höhere Bundeslehranstalt für Wirtschaftliche Berufe als Direktor vor. Er unterrichtete Deutsch, Geschichte, Persönlichkeitsentwicklung und Kommunikation.

Bald im Ruhestand: Walter Martitsch, Direktor der HLW, und Rudolf Elpelt, Direktor des BG/BRG.

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