Gipfelstürmerin auf Wanderschaft

Gerlinde Kaltenbrunner vor ihrem Vortrag in St. Veit im WOCHE-Interview.

Extrembergsteigerin Gerlinde Kaltenbrunner kommt am 17. März zum „Edelweiss-Bergfilm Festival“ nach St. Veit. Im WOCHE-Interview erzählt sie, die als erste Frau alle 14 Achttausender bezwang, über die Faszination des Bergsteigens.

WOCHE: Was erwartet die
Besucher beim Festival?

KALTENBRUNNER: Ich werde im zweiten Teil des Abends ahnhand von Filmdokumenten und Bildern live eine Stunde lang von meinem bergsteigerischen Lebensweg und von meinem Gipfelsieg am K2 erzählen.

Was ist für Sie das Faszinierende am Bergsteigen?

Die großartige Bergwelt, der Kontakt mit völlig anderen Kulturen, die Anreise dorthin wie der Anmarsch ins Basislager, sind nur einige Aspekte, die mich faszinieren. Es ist eine Faszination, die mich ein Leben lang nicht loslässt.

Mit dem Gipfelsieg am K2 haben Sie Geschichte geschrieben. Was war das Schwierige an dieser Begehung?

Der K2 war sehr anspruchsvoll. Es gab viele sehr steile Passagen und große Neuschneemengen mit erhöhter Lawinengefahr. Es war ein ganz ergreifender Moment, endlich nach einer so langen Vorbereitungszeit am zweithöchsten 8.000er stehen zu dürfen.

Spielt Angst bei Ihren Expeditionen in die Bergwelt
eine Rolle?

Wir sehen uns schon mit Angst konfrontiert, ich selber lege sie aber beim Gehen schon beiseite und konzentriere mich nur auf den Weg, der vor uns liegt. Ich fokussiere mich darauf.

Wie bereiten Sie sich vor?

Hauptsächlich trainiere ich im Kraftausdauerbereich, mache viele Skitouren. Mental bereite ich mich vor, indem ich daheim total abschalte. Und ich studiere die jeweilige Karte.

Kritiker sagen, Sie riskieren unnötig Ihr Leben?

Für mich ist dies normal. Aber ich kann aufgrund meiner Routine Situationen, die für Außenstehende riskant sind, gut einschätzen. Ein Restrisiko bleibt aber immer.

Was war Ihr schönstes Bergsteiger-Erlebnis?

Der K2. Nach unzähligen Versuchen hat unser sechsköpfiges Team es endlich geschafft. Wir waren das einzige Team, das auf der Nordseite unterwegs war. Ich war dann 45 Minuten lang am Gipfel.

Sie haben alle 14 Achttausender erklommen. Welches Ziel gibt es da noch für Sie?

Als Nächstes möchte ich mit meinem Mann Ralf Dujmovits den 7.000 Meter hohen Nuptse erklimmen. Er liegt im Mount Everest-Massiv und bildet mit dem Mount Everest sowie dem Lotse das sogenannte gespenstische Hufeisen.

Wenn Sie nicht gerade bergsteigen, wie verbringen Sie Ihre Zeit?

Ich mache im Herbst und im Frühling sehr viele Vorträge, an die 25 pro Saison, mehr möchte ich aber nicht mehr machen. Die Vorträge halte ich weltweit, beispielsweise bin ich auch in Washington, Prag, Polen oder in Spanien.

Sie engagieren sich auch bei Hilfsprojekten?

Ich und mein Mann unterstützten Schulprojekte in Nepal und Pakistan. In Pakistan gibt es eine Mädchenschule und in Nepal wurde die ,Gerlinde und Ralf Schule‘ eröffnet. Durch Benefizvorträge und den Verkauf von Büchern kommt dafür Geld herein. Die Menschen dort geben einem dafür viel zurück.

Beginn: Samstag, 17. 3., ab
16 Uhr, Blumenhalle.
Programm: Bergwettersymposium mit Gastreferent Karl Gabl, um 16 Uhr; ab 19.30 Uhr: Film „Das Eis der Palavicinirinne“, danach Auftritt Kaltenbrunner.
Karten: In der K ärntner Sparkasse in St. Veiter Völkermarkter Straße und am Hauptplatz; im Büro der Naturfreunde, Bahnhofstraße 40 in Klagenfurt

Autor:

Harald Hirschl aus St. Veit

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