Gefahr für Hunde
Hohe Dunkelziffer bei ausgelegten Giftködern

Ausgelegte Giftköder: Was treibt "Hundehasser" an und welche Strafen drohen den Tätern? Und: Kann man mit Hundetraining präventiv etwas verhindern?

KÄRNTEN, ST. VEIT (sas, stp). Immer wieder erreichen uns Meldungen von ausgelegten Giftködern. Laut der Polizei sind die Anzeigen seit 2015 eher rückläufig. Rund zehn Fälle pro Jahr kommen zur Anzeige. "Da nicht jeder Tierhalter bei Erkrankung seines Tieres Anzeige erstattet, dürfte die Dunkelziffer höher liegen", so Mario Nemetz, Pressesprecher der Polizei. 
Bislang ist der Polizei noch kein Fall einer Klärung bekannt. "Aufgrund fehlender Zeugenbeobachtungen verlaufen sich die Ermittlungen meist im Sand", informiert Nemetz.

Warnung vor Giftködern

Die Vielfalt der zur Schädigung von Hunden ausgelegten Köder reicht von Futtermitteln mit scharfkantigen Objekten bis zu jenen mit Gift versetzten. Diverse Social Media-Seiten wie Facebook und Co. haben bereits Gruppen, um die Bevölkerung zu warnen. "Sollte von uns eine Serie erkannt werden, wird die Bevölkerung via Presseaussendungen an die Medien bzw. auf unseren Social Media-Kanälen gewarnt", sagt Nemetz. 

Quälen vs. Töten

"Es drohen sowohl strafrechtliche als auch zivilrechtliche und unter Umständen auch verwaltungsrechtliche Konsequenzen", informiert Rechtsanwältin Florina Ozegovic. Das österreichische Strafgesetzbuch sieht vor, dass jemand, der einem Tier Qualen zufügt, mit Freiheitsstrafe von bis zu zwei Jahren zu bestrafen ist. Ebenso ist zu bestrafen, wer ein Wirbeltier mutwillig tötet.

Höhe der Strafen

Wer einem Tier etwas zufügt, begeht eine Verwaltungsübertretung und ist von der Behörde mit einer Geldstrafe von bis zu 7.500 Euro zu bestrafen. Im Wiederholungsfall droht eine Strafe bis zu 15.000 Euro. "In schweren Fällen der Tierquälerei ist eine Strafe von mindestens 2.000 Euro zu verhängen", so Ozegovic. In zivilrechtlicher Sicht steht es dem Tierhalter darüber hinaus offen, Schadensersatzforderungen gegenüber dem Tierquäler geltend zu machen. 

Bekannte Fälle 

In der Vergangenheit gab es bereits einige Fälle von Tierquälerei, die von den Gerichten abgehandelt wurden. "Ob es dezidiert Fälle mit Giftköder gegeben hat, ist mir nicht bekannt und ich konnte im Rahmen einer oberflächlichen Recherche keine Judikatur hierzu finden", so die Anwältin. 

Gesunde Menschen töten keine Hunde

Wer aber legt Giftköder aus und vor allem warum? Psychotherapeutin Waltraud Bina klärt auf. "Es sind Menschen mit Persönlichkeitsstörungen, Sadisten und Psychopathen", so Bina. Gefühlskranken Menschen, wie beispielsweise Alexithymikern, fehlt es an Empathie und Einsicht. "Grundlage der Empathie ist die Selbstwahrnehmung", erklärt die Expertin. Sie können nicht mitfühlen, wie ein Hund leidet und welchen Schmerz der Besitzer durch den Verlust erleiden muss. Ein weiteres Beispiel ist, wenn jemand seine Wut auf ein anderes Objekt verschiebt. "Gesunde Menschen töten keine Hunde auf so bestialische Weise", sagt die Psychotherapeuten.

"Maulkorb zur Sicherheit"

Aus Sicht des Hundehalters kann man in erster Line präventiv arbeiten, verrät Jacqueline Weiß, Obfrau des Hundesportvereins Mittelkärnten: "Wenn du einen Hund hast, der alles aufsammelt wie ein Staubsauger, sollte man nie ohne Maulkorb spazieren gehen. Das hat nichts damit zu tun, dass der Hund gefährlich ist, sondern dass er nicht alles sofort fressen kann." Weiters solle man den Hund beim Spazieren immer im Auge behalten und bei Anzeichen einer Vergiftung sofort zum Tierarzt gehen.

Sofort zum Tierarzt

"Wenn man sieht, dass der Hund etwas gefressen hat, sollte man immer etwas davon mit zum Tierarzt nehmen, um zu bestimmen, was es war", so Weiß. Richtiges Giftköder-Training sei schwierig, da das Gift meist in Fleisch gewickelt wird und es dem Hund schwer abzugewöhnen ist, solche präparierten Köder zu fressen. "Was man machen kann ist, dem Hund von klein auf beizubringen Sachen auf Kommando sofort fallen zu lassen – egal ob das Fressen oder Spielzeug ist."

Sie zeigt auch eine weitere Gefahrenquelle für Hunde auf – nämlich den eigenen Haushalt. "Oft sind es Sachen wie Schokolade oder Frostschutzmittel, das süßlich schmeckt, die der Hund zu Hause irrtümlich zu sich nimmt, wenn er unbeobachtet ist. Da sollte man aufpassen, wo man die Dinge verstaut. "Immer wieder erreichen uns Meldungen von ausgelegten Giftködern. Für Hunde hat dies oft lebensbedrohliche Folgen.

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen