100 Jahre Volksabstimmung
Kurzzeitig war St. Veit die Landeshauptstadt

Streng bewacht: Kärntner Brückenwache auf der Westseite der Reinegger-Gurkbrücke im Herbst 1919
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  • Streng bewacht: Kärntner Brückenwache auf der Westseite der Reinegger-Gurkbrücke im Herbst 1919
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100 Jahre Volksabstimmung: Historiker Wilhelm Wadl erklärt die Ereignisse im Bezirk St. Veit.

BEZIRK ST. VEIT. Am 10. Oktober feiert Kärnten 100 Jahre Volksabstimmung. Der ehemalige Leiter des Kärntner Landesarchivs, Historiker Wilhelm Wadl, fasst Geschehnisse vor der Volksabstimmung 1920 für den Bezirk St. Veit zusammen: "Die Gebietsforderungen des Slowenischen Nationalrates in Laibach von Anfang Jänner 1919 betrafen auch den gesamten Bezirk St. Veit bis zur steirischen Landesgrenze. Der Grund für diese exzessive Forderung war, dass der slowenische Landespräsident Dr. Janko Brejc Eigentümer des Grießerhofes in der Gemeinde Micheldorf war und gerne gesehen hätte, dass sein Besitz auf südslawisches Gebiet fällt."

Gurkbrücke war streng bewacht

Im Vertrag von St. Germain fiel nur der südliche Teil der Gemeinde Brückl in die Zone II des Abstimmungsgebiets, erklärt Wadl. Die Gurkbrücke in Reinegg südlich von Brückl war ein wichtiger und streng bewachter Übergang in die jugoslawisch verwaltete Zone I.

Die Abstimmungsgebiete in Kärnten.
  • Die Abstimmungsgebiete in Kärnten.
  • Foto: Kärntner Landesarchiv
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Von Brückl aus wurde die österreichische Propaganda von Aktivisten des Kärntner Heimatdienstes in den Bezirk Völkermarkt geschmuggelt.
"Die Bezirksstadt St. Veit war von September 1919 bis November 1920 der Sitz von Landtag und Landesregierung und damit faktisch Landeshauptstadt. In St. Veit befand sich in dieser Zeit auch die BH Völkermarkt im Exil", erklärt Wadl.
Auch im Bezirk Feldkirchen spielte die Volksabstimmung eine Rolle. "Die Gebietsforderungen betrafen auch den größten Teil des Bezirks Feldkirchen. Die geforderte Grenze lief von der Gerlitzen über die Hochrindl zur steirischen Grenze."

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