Bergrettung
"Lawine weiß nicht, wie gut du ausgebildet bist"

7Bilder

Bergrettung Althofen/Hemmaland ist durch regelmäßige Einsatzübungen für den Ernstfall vorbereitet.

ALTHOFEN (stp). Während der Rest Österreichs tief verschneit ist, verläuft der Winter für die Bergretter in Kärnten noch ruhig. "Wir sind bisher verschont geblieben, aktuell gilt in unserem Einsatzbereich maximal Lawinenwarnstufe 2", berichtet der Ortsstellenleiter der Bergrettung Althofen/Hemmaland, Friedrich Ernst. Zu einem Einsatz musste seine Mannschaft heuer noch nicht ausrücken.

Geübt wird dennoch ständig, um für den Notfall vorbereitet zu sein. "Wir sind im Winter regelmäßig in den Bergen zu Lawineneinsatzübungen, Bergeübungen oder auch Seilbahnbergungen", erzählt Ernst. Alle zwei Jahre organisiert man auch eine offene Lawinenübung auf der Saualm. In Althofen gehören 18 Leute der Bergrettungs Ortsstelle Althofen/Hemmaland an. Insgesamt deckt die Ortsstelle eine Fläche von rund 970 Quadratkilometer und zwölf Gemeinden ab. 

Diese Ausrüstung ist Pflicht

"Tragischerweise kann eine Lawine auch Leute erwischen, die top ausgebildet sind. Die Lawine weiß ja nicht, wie gut du ausgebildet bist", warnt Ernst vor winterlichen Ausflügen in die Berge - auch, wenn das Gebiet im Bezirk St. Veit vergleichsweise schneearm ist. "Sonde, Schaufel und LVS-Gerät gehören zu jeder Ausstattung, wenn man im freien Gelände unterwegs ist", betont er. Das gelte nicht nur für Skitouren, sondern auch für Schneeschuh-Wanderungen oder normale Wanderungen. Für Anfänger sei es grundsätzlich von Vorteil, mit erfahrenen Tourengehern unterwegs zu sein. "Man sollte den Schnee lesen können. Dieses Wissen kommt mit der Erfahrung", so Ernst.

Entscheidende Minuten nach der Lawine

Auch für den Notfall hat der Bergretter, der seit 27 Jahren dabei ist, wichtige Tipps parat: "Die entscheidende Zeit ums Überleben nach einem Lawinenabgang sind die ersten 15-20 Minuten. Deshalb ist es wichtig sofort zu handeln, wenn man als Zeuge zu einem Unglück kommt." Der Selbstschutz stehe jedoch an oberster Stelle. "Zuerst versichere ich mich, ob nicht noch eine Lawine nachkommen könnte. Danach beginne ich oberflächlich nach Ski, Stecken oder Kleidung zu suchen, die aus dem Schnee herausschauen können", erklärt Ernst. Danach wird das LVS-Gerät auf die Suchfunktion gestellt und der Lawinenbereich abgesucht.

Besonders prädestiniert für Lawinenabgänge im Bezirk St. Veit ist der Wintertalernock. Auch Saualm und Flattnitz zählen immer wieder zu den Haupt-Einsatzbereichen der Bergretter. "Grundsätzlich sollte man vor jeder Tour Wetterbericht und Lawinenwarnstufe im Zielgebiet überprüfen. Auch Lawinenwarnstufe 1 kann Gefahr bedeuten", so Ernst. Die meisten Lawinenunglücke würden bei Warnstufe 3 passieren.

Ortsstelle seit 2004 in Althofen

Bis 2004 war die Bergrettung in Micheldorf stationiert und eine Außenstelle der Bergrettung Klagenfurt. Friedrich Ernst ist seit 2004 Ortsstellenleiter der Bergrettung Althofen/Hemmaland, wie die Ortsstelle seitdem heißt. Insgesamt gehören 18 Bergretter und 2 Suchhunde der Ortsstelle Althofen an. Die Voraussetzungen, um als Bergretter aufgenommen zu werden sind Kenntnisse und Erfahrung als Bergsteiger. Erst nach einem Aufnahmetest können Interessenten die Ausbildung zum Bergretter beginnen

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen