Deutsch-Griffen
Modernes Heimatmuseum im renovierten Pfarrstadel

Der Museumsverein Deutsch-Griffen betreibt das Heimatmuseum im Pfarrstadel. Museumsleiterin ist Daphne M. Gerzabek.
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  • Der Museumsverein Deutsch-Griffen betreibt das Heimatmuseum im Pfarrstadel. Museumsleiterin ist Daphne M. Gerzabek.
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Die Gemeinde Deutsch-Griffen und der Museumsverein Deutsch-Griffen öffnen am 3. Oktober das Heimamuseum in Deutsch-Griffen. Die Dauerausstellung wird samstags und sonntags bis einschließlich dem 1. Adventsonntag geöffnet sein.

DEUTSCH-GRIFFEN. Die Realisierung des Heimatmuseums im Pfarrstadel der Gemeinde wurde über das Leader-Programm der Regionalentwicklung Kärnten Mitte teilfinanziert. An die 180.000 Euro betragen die Gesamtkosten, gefördert wurden 50 Prozent. Aufgrund der Corona-Bestimmungen verzichten Gemeindevertreter und der Museumsverein auf eine feierliche Eröffnung, diese wird auf den Saisonstart im Mai 2021 verlegt, gibt Museumsleiterin Daphne M. Gerzabek bekannt.

Modernes Museum

In den 1990er-Jahren wurden der örtliche Pfarrstadel unter denkmalpflegerischen Aspekten renoviert und land-, forst- und hauswirtschaftliche Geräte für ein Heimatmuseum zusammengetragen. Vor fünf Jahren begann die Kunst- und Kulturwissenschaftlerin Gerzabek, die in Deutsch-Griffen wohnte, mit dem Aufbau des Museums. 

Gerzabek erklärt die historisch wertvolle Tragekrippe.
  • Gerzabek erklärt die historisch wertvolle Tragekrippe.
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Nun erfolgte eine systematische Überarbeitung der Sammlung. Insgesamt an die 200 Exponate sind ausgestellt, im Depot lagern deutlich mehr. Der 1. Singvogelschutzverein sowie der Krippenbauverein erhielten ebenfalls einen Platz in den adaptierten Räumen des Pfarrstadels. 

Vermittlung ist vorrangig

Das Heimatmuseum präsentiert sich mit einer modernen Ausstellungsgestaltung ab 3. Oktober dem Besucher. Die Sammlung bewahren, weitere Exponate finden, beforschen, präsentieren und vermitteln sollen den Museumsbetrieb auszeichnen. Der vermittlerische Akzent in der Betrachtung einzelner Objekte und die Erzählung ihres Wie und Woher liegen der Museumsleiterin am Herzen. "Mit einfachen Mitteln wurden Gegenstände hergestellt, mit deren Anwendungen sich die Bevölkerung dann selbst versorgte", zeigt Gerzabek auf ein Butterrührfass, Dreschflegel oder die Zuckerstange. Objekte wie Heutreter, Heuschneider, Blockbügeleisen, Brotteigschalen oder eine Nähmaschine mit Handkurbel sind Zeugen des damaligen Alltags.

Zu besonderen Anlässen wie Weihnachten oder Ostern brach man mit der Zange Zucker, den es vor einigen Jahrzehnten nur in Blockform gab.
  • Zu besonderen Anlässen wie Weihnachten oder Ostern brach man mit der Zange Zucker, den es vor einigen Jahrzehnten nur in Blockform gab.
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Der Großteil der Objekte ist benutzbar. "Beispielsweise am Spinnrad können die einstigen Arbeitsschritte anschaulich gemacht werden", soll das in Workshops Gruppen und Schulklassen nähergebracht werden. Das Heimatmuseum wird in Österreich und dem Alpen-Adria-Raum beworben, Kooperationen mit anderen Museen sind geplant.

Objekte des Alltags

Die ausgestellten Exponate aus der Land-, Forst- und Hauswirtschaft bringen den Besuchen das Erwerbs- und Alltagsleben der Deutsch-Griffener näher. "Objekte nur auszustellen, ist zu wenig, man muss auch beforschen", findet Gerzabek.

Ein Bildhauer fertigte die Ruinen-Krippe vor über 100 Jahren.
  • Ein Bildhauer fertigte die Ruinen-Krippe vor über 100 Jahren.
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Ein Bereich ist beispielsweise dem Holz gewidmet und erzählt den Weg des Rohstoffs zum Gebrauchsgegenstand. Forstarbeit war für die Besiedlung und Landnahme des Gurktales seit dem ausgehenden Mittelalter wesentlich. "Wir zeigen Werkzeuge, die bis vor 50 Jahren noch benutzt wurden", zeigt die Kunsthistorikerin beim Rundgang durchs Museum auf die sogenannte Schrottsäge: Mit der Zwei-Mann-Säge schaffte man in einer Stunde zwei Festmeter Holz. Dem gegenübergestellt liegt eine Motorsägenkette, mit der man im gleichen Zeitraum die zehnfache Menge sägt. Das "Holzzogl"-Schuhpaar stammt aus dem Jahre 1893.
Im Museumsbereich "Kultur und Spiel" finden sich Leihgaben vom örtlichen Krippenbauverein und außergewöhnliche Krippen wie eine Tragekrippe oder eine Ruinen-Krippe aus dem 19. Jahrhundert.

Keine Zirbe ohne den Singvogel: Der Tannenhäher trägt zur Verbreitung der Zirbe bei.
  • Keine Zirbe ohne den Singvogel: Der Tannenhäher trägt zur Verbreitung der Zirbe bei.
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Seit den 80er-Jahren hat Deutsch-Griffen einen Singvogelschutzverein, der mit Nisthilfen zum Artenschutz beiträgt. Im Museum ausgestellt sind daher Nisthöhlen und -kästen, ein Tannenhäher ist zu bewundern. Dieser Singvogel versteckt im Herbst nämlich Zirbensamen als Wintervorrat. Die eine oder andere Nuss vergisst er und so trägt er zur Verbreitung der Zirbe bei.

Das Heimatmuseum
Das Heimatmuseum Deutsch-Griffen leitet Daphne M. Gerzabek, Obfrau des Museumsvereins Deutsch-Griffen. Öffnungszeiten sind von 3. Oktober bis 29. November, Samstag und Sonntag von 10 bis 17 Uhr. Gruppen nach Voranmeldung unter 0664/974 11 10. Weitere Exponate sind willkommen.

Zur Info
Das Heimatmuseum Deutsch-Griffen leitet Daphne M. Gerzabek, Obfrau des Museumsverein Deutsch-Griffen.  
Öffnungszeiten sind vom 3. Oktober bis 29. November, Samstag und Sonntag von 10 bis 17 Uhr.
Gruppen auch nach Voranmeldung bei Museumsleiterin Daphne M. Gerzabek unter 0664/974 11 10. Weitere Exponate sind gern willkommen.

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