Trinkwasser-Debatte in Liebenfels entfacht

Die Wasser-Genossenschaft zählt rund 100 Mitglieder
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Wasser-Genossenschaft lehnt Angebot der Gemeinde ab. Neuer Vorstand will Konzept erarbeiten. Ex-Mitglied übt harte Kritik.

LIEBENFELS (stp). Das Trinkwasser in Liebenfels scheint hart umkämpft. Nachdem die Wasser-Genossenschaft Liebenfels ein Angebot der Gemeinde über die Übernahme vorliegen hatte, wurde dieses abgelehnt. Der alte Vorstand trat zurück, vor knapp zwei Wochen wurde ein neuer von den etwa 100 Mitgliedern der Genossenschaft gewählt. 

Ex-Mitglied übt Kritik

Nun kommt Kritik am Handeln der Genossenschaft auf. Waltraud Waitschacher, ehemals Mitglied der Wasser-Genossenschaft, fordert die Mitglieder auf, eine Mitgliederversammlung zu erzwingen. "Es müssen 25 Mitglieder eine Versammlung wollen. Dann muss der Vorstand eine einberufen", hat sie sich informiert. Dort solle es aus ihrer Sicht eine Abstimmung über die Auflösung der Genossenschaft geben. "Der Vorstand blockiert die Abstimmung. Ich habe eine kaufmännische Ausbildung, will den 'Kleineren' helfen", gibt sie als Beweggrund für ihr Handeln an. Für die Auflösung der Genossenschaft brauche man eine Zwei-Drittel-Mehrheit. 

"Wäre nicht finanzierbar"

Nach ausgiebigen Recherchen legt sie im Gespräch mit der WOCHE St. Veit Zahlen und Fakten auf den Tisch: Nach der Erhöhung der Gebühren von 0,66 Euro auf 1,10 Euro hätte die Genossenschaft ein Jahreseinkommen von rund 14.000 Euro. "Das ist einfach zu wenig, um Leitungssanierungen oder den Neubau des Trinkwasserspeichers zu finanzieren", sagt sie. In den nächsten Jahren seien Sanierungen mit Kosten um die 300.000 Euro fällig. Etwaige Schäden wie Rohrbrüche seien ebenfalls nicht berücksichtigt. 

Genossenschaft schweigt

Adolf Suttnig, neuer Obmann der Genossenschaft, will die Sachlage auf WOCHE-Anfrage nicht kommentieren: "Wir sind erst seit Ende September im Amt, müssen uns die Unterlagen erst genau durchsehen, bevor wir etwas dazu sagen." Warum er für das Amt angetreten ist? "Es ist mir eine Herzensangelegenheit, ich bin seit 30 Jahren Nutznießer der Genossenschaft. Man kann versuchen etwas zu tun."

Waitschacher, die Nutznießerin der Genossenschaft ist, weiter: "Die Gemeinde hat der Genossenschaft angeboten, die gesamten Anschlussgebühren bei einer Übernahme zu übernehmen. Die leichte Erhöhung des Wasser-Preises auf 1,24 Euro wäre verkraftbar gewesen, da mehr Sicherheit gegeben ist." 

"Das Wasser gehört uns"

Postwürfe, die der WOCHE vorliegen, kritisieren eine Übernahme von der Gemeinde hart. "Das Wasser gehört uns Liebenfelsern. Nicht der Gemeinde, dem Land, dem Staat, der EU. Wir verschenken der Gemeinde nicht nur unser Wasser, sondern auch unser ganzes Geld (über 180.000 Euro). Die gute Zusammenarbeit (Anm.: mit der Gemeinde) soll weiter bestehen, jedoch als Partner und nicht als Bittsteller", heißt es in dem Schreiben.

Vertrag um 100.000 Euro

Trotz Ablehnung des Gemeinde-Angebots besteht weiterhin ein Partnerschafts-Vertrag zwischen Wasser-Genossenschaft und Gemeinde Liebenfels. Die Gemeinde hat im Jahr 2017 100.000 Euro investiert, um an 180 Tagen im Jahr das Wasser der Genossenschaft zu nützen.

Das bestätigt Bürgermeister Klaus Köchl: "Der Vertrag bleibt aufrecht. Wir haben dem Vorstand ein faires Angebot für die Übernahme gemacht, das abgelehnt wurde. Das müssen wir akzeptieren." Weiters stellt er aber klar: "Wenn die Genossenschaft etwas will, muss sie erneut an die Gemeinde herantreten."
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Zur Sache: Die Wasser-Genossenschaft Liebenfels und die Gemeinde Liebenfels haben 2017 einen Vertrag unterzeichnet, in dem die Gemeinde Wasser der Genossenschaft um 100.00 Euro ankauft. Damit soll die Trinkwasserversorgung der Gemeinde für die nächsten 30 Jahre gesichert sein. Auf Anfrage der Genossenschaft unterbreitete die Gemeinde heuer ein Angebot, die Genossenschaft zu übernehmen. Dieses Angebot wurde abgelehnt, ein neuer Vorstand arbeitet seit Ende September an einem Konzept.

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