Rauchverbot
Wies'n-Wirte befürchten Umsatz-Einbußen!

Das Rauchverbot sorgt für Diskussionsstoff
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Die WOCHE hat fünf Gastronomen am St. Veiter Wiesenmarkt zum neuen Nichtraucher-Gesetz befragt.

ST. VEIT (stp). Erstmals darf heuer am St. Veiter Wiesenmarkt in Festzelten und -hallen nicht mehr geraucht werden. Das besagt das neu erlassene Bundesgesetz vom 1. Mai 2018.

Ungewissheit im Vorfeld

Während die Gäste im Vorfeld geteilter Meinung ob der Sinnhaftigkeit sind, herrscht unter den Gastronomen ein einheitlicher Tenor. "Wir wissen nicht wirklich, wie wir das kontrollieren sollen. Wenn sich wirklich jemand eine Zigarette anzündet, können wir ihn nur auf das Rauchverbot hinweisen", sagt Melanie Kofler von der St. Veiter Festhalle.
Obwohl die Wirte natürlich auf Aschenbecher verzichten und dementsprechende Hinweisschilder aufhängen, weiß niemand, was ihn erwarten wird, wenn der Wies'n-Trubel erst einmal losgeht.

Kofler befürchtet Umsatzeinbußen. "Wir haben im Gegensatz zu einigen anderen Wirten nicht die Möglichkeit, den rauchenden Gästen eine große Terrasse anzubieten. Ich rechne damit, dass sich das auch auf die Anzahl unserer Gäste und damit unseren Umsatz auswirkt. Alle werden dorthin gehen, wo man draußen auch rauchen kann." Eine eigene Security, die im Festzelt das Rauchverbot kontrolliert, gibt es nicht.

"Der Dreck bleibt dann bei uns ..."

"Natürlich werden wir keine Aschenbecher aufstellen und Hinweisschilder aufhängen. Es wird aber trotzdem die Leute geben, die mit der Zigarette hineinkommen", sagt auch Günter Schrei vom Café M2.

Dann müsse man sie darauf hinweisen, was jedoch erneut Probleme bereite, fügt Schrei hinzu: "Viele werden dann die Zigaretten wahrscheinlich am Boden austreten. Den Dreck haben dann wir." Aufgrund der Konstruktion seiner Hütte habe er keinen eigenen Außenbereich für die Raucher. "Ich kann das Zelt nicht anders aufstellen. Und vor dem Eingang ist die Straße. Wenn ich da Tische oder einen Aschenbecher aufstelle, tragen die Leute das woanders hin."

Er rechne vor allem im Nachmittagsgeschäft mit Einbußen. "Zu mir kommen die Leute, um einen Kaffee zu trinken. Viele rauchen dazu. Diese Leute werden nicht mehr kommen", betont Schrei, spricht aber auch das Abend-Geschäft an: "Ab einem gewissen Alkoholpegel akzeptieren das viele nicht mehr. Dann muss wieder irgendjemand von uns mit den Gästen zu streiten beginnen."

Backhendlstation: Zwei Zelte statt einem

Horst Rauter, Chef der Backhendlstation, hat aufgrund des Rauchverbotes sein großes Festzelt der letzten Jahre durch zwei kleinere Zelte ersetzt. "Es gibt ein reines Essens- und ein reines Unterhaltungszelt. Beide haben eine große Terrasse für die Raucher", sagt er. Die Gesamtfläche bleibe dennoch gleich, vor allem im Mittagsgeschäft muss er allerdings auf den Platz verzichten, den das Unterhaltungszelt einnimmt. Denn dort gibt es keine Esstische. Der Sicherheitsdienst werde rauchende Gäste auf das neue Verbot aufmerksam machen, eigene Leute werde er deshalb aber nicht abstellen.

"Ich habe das vor Jahren schon einmal erlebt, als auf der Klagenfurter Messe das Rauchverbot eingeführt wurde. Damals habe ich dort eine Festhalle betrieben. Wir hatten gewaltige Einbußen", so der Gastronom.

Harald Taupe: "Haben uns nicht getraut"

In der Erdinger Hütte von Harald Taupe seien viele Besucher schon letztes Jahr auf die Terrasse gegangen um zu rauchen. Heuer wurde die Terrasse flächenmäßig noch einmal vergrößert. "Wir wollten letztes Jahr schon rauchfrei machen, haben uns aber nicht getraut", sagt Taupe. Da der Eintritt am Abend erst ab 18 Jahren möglich ist und Tische reserviert werden müssen, sehe er kein allzu großes Problem mit dem Rauchverbot.

Roland Pink vom Havana Partyzelt sieht die Sache ebenfalls gelassen: "Ich glaube nicht, dass weniger Leute kommen. Wir schauen uns das einmal an, aber ich denke, dass die Gäste das im Kopf haben und sich dann auch daran halten."

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Mehr zum 657. St. Veiter Wiesenmarkt:
www.meinbezirk.at/st-veiter-wiesenmarkt2018

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