Gemeinde St. Georgen
Längsee: Massive Kritik am Projekt Strandbad 2020

Außenansicht: So soll das neue Hauptgebäude vom Strandbad am Längsee aussehen
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LÄNGSEE. Die geschätzten Kosten für das Projekt Strandbad 2020 am Längsee liegen bei 2,4 Millionen. Eine genaue Kostenaufstellung gebe es allerdings zum heutigen Zeitpunkt nicht. Das ist einer von mehreren Kritikpunkten der VP St. Georgen. Und das, obwohl der Abriss des alten Gebäudes schon für 15. Oktober kolportiert wurde.

"Wir wollen auch eine neue Lösung für das Strandbad, haben das schon 2015 thematisiert. Für das aktuelle Projekt fehlt aber jedes Konzept bzw. eine genaue Aufstellung der Kosten", kritisiert der Parteiobmann der VP St. Georgen, Ewald Göschl im Gespräch mit der WOCHE St. Veit. Die Strandbad-Sanierung wurde kürzlich im Gemeinderat mit 14:9-Stimmen abgesegnet. Fünf Gegenstimmen kamen dabei von der ÖVP, drei von der SPÖ und eine von der FPÖ.

"Ein Gebäude steigert Attraktivität nicht"

Beim Projekt Strandbad 2020 werde lediglich das Hauptgebäude neu errichtet. Der Innenbereich des Strandbades mit Steg, Badehaus oder Rutsche würde gleich bleiben, heißt es von Seiten der VP. Ebenso fehle ein Parkplatz-Konzept. "Die Errichtung eines neuen Gebäudes verändert ja die Attraktivität unseres Strandbades nicht", so Göschl und nennt ein Beispiel: "Wenn wir um das Geld den coolsten Wasserpark in ganz Kärnten aufstellen könnten, wäre das etwas anderes." 

Ein großer Kritikpunkt bezüglich der Kosten betrifft auch das Gemeindebudget der nächsten Jahre, wie Göschl anmerkt: "Wenn wir das Strandbad in dieser Form bauen, haben wir für andere Dinge kein Geld mehr. Vor allem bei den Straßen hinken wir im Vergleich mit anderen Gemeinden jetzt schon hinterher." Das betreffe neben den Straßensanierungen auch Renovierungsarbeiten in der Volksschule, die Sicherung der Trinkwasserversorgung oder auch die Vereinsförderung.

Vzbgm. Grilz: "Straßen und Trinkwasser gehen vor!"

Bestätigung erhält er von Vizebürgermeister und Straßenbaureferent Wolfgang Grilz (FPÖ), der im Gemeinderat ebenfalls gegen die Strandbad-Sanierung gestimmt hatte. "Ich brauche im Jahr bis zu 200.000 Euro für die Straßen. Auch für unser Trinkwasser braucht es Geld, das wir dann wohl nicht mehr zur Verfügung hätten", sagt er und fügt hinzu: "Für drei Monate im Sommer ist eine Sanierung um 2,4 Millionen Euro zu viel des Guten. Ich bin für eine Renovierung, aber ein Neubau erscheint mir nicht nötig. Wir brauchen einen Erlebnispark für Kinder und einen anständigen Parkplatz und nicht zwingend ein komplett neues Hauptgebäude."

Genaue Kostenaufstellung gefordert

In erster Linie verlange man als nächsten Schritt eine genaue Kostenaufstellung von Bürgermeister Seunig. Auch die Förderungen für das Projekt bereiten den Projektkritikern Sorgen: Denn von den Förderungen für das 2,4 Millionen Euro schwere Projekt sind derzeit nur 100.000 Euro gesichert. Weitere 500.000 Euro kommen von der Kommunalen Bauoffensive der nächsten zwei Jahre. "Dieses Geld geht uns in den nächsten zwei Jahren dann aber wo anders wieder ab", merkt Göschl an. 

Am Mittwoch gibt es eine für die Öffentlichkeit geschlossene Gemeinde-Vorstandssitzung, bei der das Thema erneut diskutiert wird. 

Außerdem: Letztes Wochenende sollte es bereits einen Inventar-Abverkauf im Strandbad geben, der jedoch nicht durchgeführt wurde. "Dafür gab es keinen Beschluss, niemand sonst wurde informiert", ärgert sich Göschl.
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