PISA – nicht nur Bildung in bedrohlicher Schieflage

Ist nur die Bildung aus dem Lot?
  • Ist nur die Bildung aus dem Lot?
  • hochgeladen von Peter Mang

Das Ergebnis der Pisa-Studie ist ernüchternd – aber sicherlich keine Überraschung. Gegen die Flut der elektronischen Kindheitsbegleiter hat das Buch keine Chance, besonders wenn die Eltern den Zugang zu diesen weder begrenzen noch kontrollieren. Die Frage, ob man überhaupt gebildete Menschen braucht, steht im Raum. Menschen sollten als Konsumenten funktionieren, sie sollten als Arbeitskräfte der Wirtschaft kaum etwas kosten – und Qualifikation, die doch einen gewissen Grad an Bildung voraussetzt, treibt den Preis in die Höhe. Daher haben die „global player“ der Wirtschaft auch kaum Skrupel, die Produktion in Länder auszusiedeln, wo weder Umweltauflagen noch gerechte Löhne die Aussicht auf noch mehr Profit behindern.

Soziale Verantwortung

Die soziale Verantwortung ist abhanden gekommen – und man hat den Eindruck, dass nicht mehr die Politik der Wirtschaft den Handlungsrahmen vorgibt, sondern umgekehrt. Das Misstrauen gegenüber unseren gewählten Mandataren und damit verbunden der Polit-Frust, manifestiert sich immer mehr zu einem Gebräu mit explosiver Sprengkraft in Bezug auf den sozialen Frieden. Und die Fischer am rechten Ufer holen Wahl für Wahl prall gefüllte Netze ein – sie sind die Profiteure, wenn immer mehr Menschen weder ordentlich lesen noch verstehen können.

Erfolgreiche Verdrängung

Zu lange ist man davon ausgegangen, dass das Beherrschen der Kulturfächer ganz selbstverständlich vorhanden ist – und dann so eine Ohrfeige! Warnungen vor dieser Entwicklung gibt es schon seit mindestens 30 Jahren aus den Schulen von den Lehrern. Dann hat man 20 Jahre damit verplempert, diese – nämlich die Lehrer – ausschließlich dafür verantwortlich zu machen – um dann letzt Endes zu erkennen, dass sämtliche Parameter unserer gesellschaftspolitischen Veränderungen, die Medien und die vielen neuen Beziehungs- und Lebensformen hinein spielen.

In den Volksschulen muss das Fundament all dessen gegossen werden, was man dann für den weiteren Bildungsweg benötigt - Lesen, Leseverständnis, Schreiben und die Grundrechnungsarten.
Und wenn bei einzelnen Schülern 4 Jahre nicht reichen, dann sollte man diesen auch noch ein fünftes Jahr geben. Und am Ende der Volksschule sollten standardisierte Leistungsfeststellungen in diesen Bereichen durchgeführt werden, die ein Erreichen dieser Kompetenzen klar nachweisen können.

Sack auf - Sack zu

Das alles wird die Schule aber nicht schaffen, wenn von der Gesellschaft und der Politik die nötigen Mittel dafür nicht bereit gestellt werden. Der ständige Einsparungs-Imperativ seitens der zuständigen Behörden, lähmt hier die Hoffnung auf Verbesserung. Statt Klassen mit weniger Schülern, wird die Klassenschülerhöchstzahl wieder weiter hinauf gesetzt - und jeder Lehrer, der nur irgendwie „eingespart“ werden kann, wird als grandioser Erfolg in den Reihen der Bildungstheoretiker in den feinen Büros der Schulverwaltung gefeiert – in die auch ein großer Teil unseres Bildungsbudgets hinein fließt.

Man kann gespannt sein, wie lange man den Menschen diese Bildungspolitik noch hinein drücken kann, wenn man zugleich mitverfolgen muss, wie sich jene die Rettungsmilliarden beim Finanzminister ganz selbstverständlich abholen, die kräftig ihr Scherflein zur Wirtschaftskrise beitrugen. Oder Herrschaften aus der Politik den Steuerzahlern verkünden, den Gürtel kräftig enger schnallen zu müssen, die zuvor das Geld am Roulette-Tisch der Großfinanz verzockt haben.

Welches Ergebnis wohl heraus käme, würde man so etwas wie eine Pisastudie bei den Politikern durchführen?

Autor:

Peter Mang aus St. Veit

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