Althofen
Politikerin Ines Hölbling wurde zu Mobbing-Opfer

Mobbing: Vize-Bgm. Ines Hölbling und Bgm. Alexander Benedikt sehen sich mit den wildesten Gerüchten konfrontiert.
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In Althofen halten sich hartnäckige Gerüchte rund um Vize-Bürgermeisterin Ines Hölbling. Sie spricht von Mobbing.

ALTHOFEN. Seit über einem Jahr brodelt es in der Althofener Gerüchteküche. Diese drehen sich hauptsächlich um Vize-Bürgermeisterin Ines Hölbling, „Liste für Alle“.  Aber auch über Bürgermeister Alexander Benedikt mehren sich seit Wochen diverse Gerüchte.
War es zwischenzeitlich ruhiger, vergeht nun kaum ein Tag, ohne dass neue Behauptungen über Hölblings Privatleben publik werden und sich hartnäckig halten. Kernaussage der Unterstellungen: Hölbling soll ein Verhältnis mit einem Minderjährigen gehabt haben und dafür angezeigt worden sein.

Schritt in die Öffentlichkeit

Nun wagt Ines Hölbling den Schritt in die Öffentlichkeit und erzählt im WOCHE-Interview, welche Aussagen sie verletzten, was behauptet wird und welche Konsequenzen sie zieht. Die Vize-Bürgermeisterin spricht ganz klar von Mobbing gegen sie.

WOCHE: Was genau wurde in Umlauf gebracht?
INES HÖLBLING:
Am 7. 12. 2018 soll es beim Krampusumzug in Guttaring zu einem Zwischenfall gekommen sein. Ein Vater soll mich mit dessen minderjährigem Sohn in meinem Auto erwischt haben.

Wie haben Sie reagiert?
Auf Anraten meines Anwalts habe ich auf der Polizeiinspektion Althofen eine Verleumdungsanzeige gegen „Unbekannte Täter" erstattet. Die zwei Mädels, die die Gerüchte in der „Lilli" verbreitet haben, sowie weitere Personen wurden von den erhebenden Polizeibeamten befragt. Leider konnte sich niemand mehr daran erinnern, wo oder von wem das Gerücht in die Welt gesetzt worden sei. Das war's.

Waren Sie in Guttaring beim Krampusumzug?
Nein. Ich habe den Guttaringer Krampusumzug nicht besucht, sondern war mit meiner Freundin bei der Veranstaltung „Science Busters“ in Klagenfurt. Daher gibt es weder einen Vater, einen minderjährigen Sohn, angebliche Strafverhandlungen noch sonst irgendetwas.

Trotzdem hörte das Gerede nicht auf?
Nein. Es hat geheißen, ich sei bei der Polizei angezeigt worden, der zufällig diensthabende Bürgermeister habe die Anzeige unter den Tisch kehren wollen. Die Mitglieder der „Liste für Alle" wissen eh alles, es darf aber niemand etwas sagen und es sei dem Vater Schweigegeld angeboten worden.

Wissen Sie, von welcher Ecke die schwerwiegenden Gerüchte gestreut wurden?
Nein, überhaupt nicht. Wobei auch gesagt wird, es soll bei der Premiere der Faschingssitzung passiert sein. In dieser Version soll der Vater dann die St. Veiter Polizei geholt haben. Oder eine weitere Variante: Die Mutter erwischte mich mit dem Sohn, ich wurde mit Handschellen abgeführt. Es gibt gegen mich weder eine polizeiliche Anzeige noch wurde ich zu einer Gerichtsverhandlung geladen.

Warum will man Ihnen schaden?
Ich habe keine Ahnung. Neid bezüglich meiner politischen Karriere wäre ein Grund. 

Seit wann haben die Gerüchte wieder zugenommen?
Man hat immer wieder etwas gehört. Aber nachdem ich mich vor wenigen Wochen privat verändert habe, wird jetzt noch mehr geredet. Jetzt heißt es, der vermeintliche Vorfall sei schuld an meiner privaten Veränderung.

Wir reden von Mobbing?
Ganz klar. 

Wie sehr macht es Ihnen zu schaffen, dass hinter Ihrem Rücken getratscht wird?
Ich besuche viele Veranstaltungen im Ort. Aber dann höre ich wieder, dass über mich geredet wurde, sobald ich die Veranstaltung verlassen habe. Man hat ja keine Freude mehr, irgendetwas zu tun. Oder beim täglichen Einkauf, Frauen stehen zusammen, sehen zu mir und ich glaube schon wieder, die reden über mich. Was sie vielleicht gar nicht tun. Aber man ist schon so sensibilisiert und überempfindlich. Ich gehe auswärts einkaufen, um dem Tratsch zu entgehen.

Sie haben erzählt, Sie sind anfangs nicht aus dem Haus gegangen.
Jeden zweiten Tag wird das Gerücht neu gestreut. Die Leute verstehen auch nicht, dass es mir nicht gut tut, ständig damit konfrontiert zu sein. Ich weiß nicht, ob sie bewusst weitere Gerüchte streuen. Es kann sich niemand vorstellen, was diese Ratschereien anrichten und zerstören.

Wer gibt Ihnen Halt?
Meine liebe Familie, Freunde, die Fraktionskollegen.

Welche Konsequenzen ziehen Sie daraus?
Ich überlege mir ernsthaft, bei den Bürgermeister- und Gemeinderatswahlen im Februar 2021 nicht mehr anzutreten. Die Gerüchte und das Gerede nehmen mir die Freude. Ich will kein Gerede mehr, nur meine Ruhe.

Das heißt, diese Gerüchte haben Ihre politische Karriere zerstört?
Das wäre das traurige Resümee.

Autor:

Bettina Knafl aus St. Veit

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