"Auflagen werden immer brutaler"

"Oberhahn" Karl Heinz Reichhold aus Thalsdorf steckt mitten in den Vorbereitungen für das Bauern Backhendlfest
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THALSDORF. WOCHE: War die Trockenheit auch für den Thalhof ein großes Problem?
KARL HEINZ REICHHOLD: Leider enorm groß! Nur ein Beispiel zur Verdeutlichung: Wir mussten kürzlich 15 Hektar Maisschaden entsorgen. So lange Zeiten ohne Regen habe ich noch nicht erlebt.
Wie beurteilen Sie grundsätzlich die Entwicklung der Landwirtschaft?
Die Effizienz in der Landwirtschaft ist stark gestiegen, gleichzeitig sind die Ausgaben für Ernährung zurückgegangen. Allerdings: Würden wir industrielle Landwirtschaft ähnlich betreiben, wie etwa die Amerikaner, Russen oder auch die Franzosen, gäbe es bei uns keine Landschaften mehr.
Wie entstand der Bauern Backhendlverein Längsee Hochosterwitz?
Vor 20 Jahren war das Backhendl nicht mehr unbedingt "salonfähig". In den Gasthöfen fand man es eher selten auf der Speisekarte, bis auf jene Wirtshäuser, die es als Spezialität angeboten haben. Abgesehen davon, die Zubereitung zu Hause war und ist für jede Hausfrau sehr aufwendig. Mit dem Backhendlfest haben wir es sozusagen als Speise beim Ausgehen wieder beliebt gemacht.
Worin unterscheidet sich das heurige, also das 19. Backhendlfest, zu den Anfängen?
Bei mittlerweile etwa 20.000 Gästen braucht so eine Veranstaltung natürlich eine durchdachte Organisation. Obwohl: Der Aufwand ist extrem gestiegen, im Schnitt bleibt für jeden der vielen teilnehmenden Betriebe nicht mehr, als wie für die wenigen zu Beginn. Dazwischen liegen fast zwei Jahrzehnte!
Worin sehen Sie die Probleme für die Unternehmer?
Tatsache ist, dass uns die Regelmentierungswut der Politik die Arbeit praktisch unmöglich macht und uns der Gesetzgeber behindert wo er kann.
Zum Beispiel?
Um die Strohballen als Hinweis für das Fest aufstellen zu dürfen wird eine Abgabe von 370 Euro pro Ballen verordnet. Von meinen drei Söhnen, die mir beim Fest helfen, müssen zwei für die beiden Tage bei der Versicherung angemeldet werden, sonst drohen hohe Strafen. Es interessiert die Behörden auch nicht, dass alle Ausgaben für die Veranstaltung der heimischen Wirtschaft zugute kommen.

Traditionsbetrieb in Sachen Geflügel
THALSDORF. Der Urgroßvater von Karl Heinz Reichhold erwarb den Thalhof gegen Ende des 19. Jahrhunderts. Um 1930 begann sein Großvater mit der Geflügelzucht. Waren es vor einigen Jahrzehnten noch etwa 20 Betriebe in Kärnten, die gewerbliche Geflügelzucht betrieben haben, so sind es derzeit nur mehr drei. Die Mechanisierung und Industrialisierung hat sich in den beginnenden Siebzigerjahren des vorigen Jahrhunderts auch in Österreich durchgesetzt: Bis zu 17 Menschen waren davor am Thalhof wohnhaft, seitdem sind nur mehr wenige Personen für die tägliche Arbeit notwendig. Adrian Reichhold führt in fünfter Generation mit seinem Vater das Unternehmen.

Autor:

Peter Pugganig aus St. Veit

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