Ein gigantisches Projekt in St.Veit/Glan: Das Chateau Taggenbrunn

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Sechs Mann waren mit sechs Baggern und Schubraupen täglich zwölf Stunden im Einsatz. Sie befreiten den Burgberg von seinem rund 80 Jahre alten Fichtenwald.

Text und Fotos: Franz Waditzer
Modellfotos des geplanten Hotels: Team Trecolore Architects

Jetzt ist die Burgruine Taggenbrunn bei St. Veit wieder weithin ins Land sichtbar.

Ein "castrum takenprunne" wird 1157 erstmals urkundlich erwähnt. Es dürfte im ersten Drittel des 12. Jahrhunderts durch den Salzburger Ministerialen Tageno von Pongau, der sich danach von Taggenbrunn nannte, erbaut worden sein. Salzburger Hauspfleger und Amtsleute saßen auf Taggenbrunn bis 1692. 1796 wurde Taggenbrunn erstmals als Ruine bezeichnet.

Das Projekt

Ein Vorhaben dieser Größenordnung muss seinesgleichen erst finden und verspricht, ein enormer Impuls für die gesamte Region zu werden. Der Jacques-Lemans-Gründer Alfred Riedl und seine Frau Andrea haben auf den Burghängen von Taggenbrunn bei St. Veit/Glan auf zwölf Hektar 60.000 Weinreben setzen lassen. „Wir bauen seit 15 Jahren Wein an und werden in einigen Jahren mit circa 40 Hektar Weinbau im Vollertrag rund 250.000 Flaschen Qualitätswein produzieren," sagt Riedl. Am Weingut "Chateau Taggenbrunn" soll im Endausbau auf einer Fläche von insgesamt 20 Hektar Wein angebaut werden. Zusammen mit dem privaten Weingut der Riedls ergibt das eine Fläche von 40 Hektar. Riedls Ehefrau Andrea soll als eine kompetente Landwirtin für nachhaltiges Wirtschaften bürgen.

Nach Beendigung des Projektes wird der gesamte Berg als Weinberg geführt, der dazu noch einen Buschenschank, in einem früherer Stall mit Marmorsäulen und Ziegelgewölbe, beherbergen wird. Hier lässt Riedl auch eine Schau-Weinkellerei bauen. Auf der Burgruine entstehen ein Nobel-Heuriger und Ferien-Appartements. Dazu wird auch die gesamte Weinverarbeitung auf Burg Taggenbrunn anlaufen. Auch eine kleine Schnapsbrennerei werden Andrea und Alfred Riedl dort betreiben. Im gotischen Getreidespeicher wird eine eigene Schaumwein-Erzeugung stattfinden. Abgerundet wird das Gesamtkonzept, passenderweise mit einem Uhrenmuseum in der Burg.

Hotel im Weinberg:

Das projektierte Gebäude soll möglichst harmonisch in die Landschaft eingegliedert werden. Der Baukörper soll in den Hang des Weinberges positioniert werden. Das Hotel soll 140 Betten umfassen; die Zimmer haben großzügige Glasflächen. Der Innenraum verschmilzt mit dem Weinberg. Naturstein und Holz als gestalterische Elemente stellen einen Bezug zur Umgebung her. Riedl spricht von einem 5-Sterne-Hotel. Der Entwurf stammt von Trecolore Architects.

Die günstige Lage macht Burg Taggenbrunn für einen großen Einzugsbereich sehr interessant und soll als Weinerlebniswelt viele Gäste anziehen. Die Investitionskosten sind sehr hoch. Daher sollen auch Italiener und Slowenen ebenfalls als Gäste angesprochen werden. Das Ende der Sanierungs- und Umbauarbeiten an der Burgruine ist für 2016 geplant. Das Bundesdenkmalamt wird für die nötige Abstimmung mit dem ausführenden Architekten Sorge tragen. Die renovierte Burg Taggenbrunn wird sich jedenfalls sehen lassen können.

Förderungen für den Wegebau

Riedl investiert Millionen in den Burgbau und in ein Weingut, das internationale Strahlkraft haben wird. Für den Wegebau erhält er öffentliche Förderungen. Von den Gesamtbaukosten des Wegebaus in Höhe von 650.000 Euro trägt Riedl selbst 240.000 Euro.

Im Kärntner Monat, Titel "Alfred Riedl und sein irres Imperium", plauderte Riedl über seinem Besitz: "Fünf Bauernhöfe, 400 Hektar Grund, zwei Eigenjagden, ein Jagdhaus auf der Turrach, zwei Häuser am Hauptplatz in St. Veit, ein Penthouse in Wien, ein Motorboot und ein Grundstück am Wörthersee."

Im Zusammenhang mit den nun publik gemachten öffentlichen Förderungen für das Wegenetz, hat das zu einer öffentlichen Diskussion geführt.

"Die Burg bleibt natürlich offen für die Bevölkerung", räumten Andrea und
Alfred Riedl mit vielen Gerüchten auf. "Wir freuen uns, dass wir zu Hause inve-
stieren dürfen und nicht in eine andere Region ausweichen müssen."

Und der heimische Weinbauverband?

Als eine der wertschöpfungsstärksten Sparten in der Landwirtschaft ist der Weinbau zweifelsohne ein bedeutender Wirtschaftssektor. Er ist aber auch eine der Betriebsformen mit einem enormen und stetig wachsenden gesellschaftlichen Ansehen. Österreichs Weinbauverbandspräsident, Johannes Schmuckenschlager, meint zu Taggenbrunn : "In dieser Dimension ist das ein einzigartiges Projekt in Österreich. Wir sehen es zwar nicht gerne, wenn sich die Industrie die Weinwirtschaft als Geschäftsfeld erschließt. In diesem Fall bürgt aber Riedls Gattin Andrea als eine kompetente Landwirtin für nachhaltiges Wirtschaften."

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