Interview
Fundermax-Chef Rene Haberl: "Uns ist ein Stein vom Herzen gefallen"

Fundermax-Geschäftsführer Rene Haberl begrüßt die endgültige Gerichtsbestätigung der rechtmäßigen Abfallverwertung
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Fundermax-Chef Rene Haberl im Interview nach positivem Ende eines jahrelangen Rechtsstreits.

WOCHE: Wie geht es Ihnen nach dem endgültigen Gerichtsentscheid, der die rechtmäßige Abfallverwertung in der Energieerzeugung von Fundermax bestätigt?
RENE HABERL:
Das Gefühl der Erleichterung ist natürlich groß und wir können uns endlich wieder voll auf unser Kerngeschäft konzentrieren. Man darf nicht vergessen, dass wir einen gewaltig langen Verfahrensablauf hinter uns haben. Seit 2011 beschäftigen wir uns mit dem Projekt und nun, ganze sieben Jahre später, sind wir erst am Ziel. Das hat natürlich für die Wettbewerbsfähigkeit und Planbarkeit eines Industrieunternehmens extrem negative Konsequenzen.

Wurden Sie vom seinerzeitigen Einspruch der Anrainer gegen den Behördenbescheid überrascht?
Damit war gar nicht zu rechnen, weil wir mit der Veränderung in der Zusammensetzung der Brennstoffe, die für die Erzeugung von Prozess- und Fernwärme sowie Ökostrom verwendet werden, eine Verbesserung der Emissionswerte erreichen und den biogenen Anteil der zu verbrennenden Materialien steigern.

Gab es Gespräche mit der federführenden Gruppe von Anrainern?
Natürlich. Wir haben uns immer wieder zusammengesetzt um sie von unseren Bemühungen zur Umweltverbesserung zu überzeugen. Letztendlich erfolglos. Wir haben in den ganzen Jahren leidvoll erkennen müssen, dass dieses komplexe Thema sehr schwer erklär- und transportierbar ist.

Welche Auswirkungen hat eine derartige Verzögerung konkret?
Man verliert sehr stark an Geschwindigkeit und enorme personelle Ressourcen müssen aufgewendet werden. Zusätzlich entstehen natürlich beträchtliche Verfahrens- und Gutachterkosten. Besonders problematisch war aber, dass wir mit einem absolut positiven Vorhaben zeitweise in ein schlechtes Licht gerückt wurden. Das war für einen St. Veiter Betrieb mit langer Geschichte, der sehr vielen Menschen Arbeit gibt, eine große Herausforderung.

Das Problem ist nun endgültig vom Tisch und bedeutet für Fundermax?
Das mit aller Kraft voranzutreiben, was wir immer wollten, nämlich die bestmögliche Nutzung von Ressourcen. Wertvolles Holz wird zur Produktion unserer Qualitätsprodukte herangenommen und nicht mehr nutzbare Holzabfälle werden thermisch verwertet. 80 Prozent der Energiebereitstellung erfolgt aus erneuerbaren Energieträgern und wir bieten ein hohes Maß an Versorgungssicherheit für die Bevölkerung.

Wie sieht die wirtschaftliche Entwicklung aus?
Das Wachstum beträgt heuer etwa vier Prozent und wir sind mit den Erträgen sehr zufrieden. Somit sind wir in der glücklichen Lage massive Investitionen zu tätigen.
Davon profitiert auch der Standort St. Veit mit der Errichtung einer hochmodernen Anlage für Oberflächentechnologie. Aktuell gibt es zwei Riesenprojekte für unsere Werke in Wiener Neudorf und im burgenländischen Neudörfl, wo für die Produktionserweiterung über 50 Millionen Euro in die Hand genommen werden. Das gesamte Unternehmen wird 2018 erstmalig die Umsatzsumme von 400 Millionen Euro übertreffen. Dieses Jahr ist Fundermax Gewinner des Staatspreises für Unternehmensqualität, für uns eine besondere Wertschätzung.

Interview: Peter Pugganig
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