27.04.2016, 09:30 Uhr

Die Urforelle ist durch den Fischotter gefährdet

Der Fischotter bedroht die Existenz einiger Fischarten wie der Urforelle (Foto: KK/Pixabay)

In Hüttenberg ist die seltene Urforelle heimisch. Durch den Fischotter droht sie auszusterben.

BEZIRK ST. VEIT. Der Fischotter war in Kärnten fast ausgestorben. "Laut einer Zählung des Landes leben rund 300 Fischotter in Kärnten, die Zahl wird aber höher geschätzt", sagt Volkhard Neuper, Vorsitzender des Fischerei-Revierausschusses St. Veit. Der Fischotter steht unter Schutz, gefährdet aber heimische Fischarten. "Wir haben vor 13 Jahren mit einem Projekt, das die Rettung der Urforelle zum Ziel hat, begonnen", erklärt der Obmann des Naturschutzbundes Kärnten, Klaus Kugi.

Urforelle ist bedroht

"Die Urforelle lebt seit der Eiszeit in unseren Gewässern und ist unheimlich wertvoll. Sie ist an das Leben in unseren Gewässern angepasst und trägt altes, unersetzliches Erbgut in sich. Ich habe sechs Vorkommen in Kärnten gefunden. Diese sind nun extrem gefährdet. So konnten wir im vergangenen Herbst keine einzige Laichforelle finden", ist Kugi besorgt. "Die Fischotter haben ein sehr großes Revier. Einen Ausweg sehe ich nicht. Ich bin ratlos."

Ur-Forelle in Hüttenberg

"Der Fischotter muss in Kärnten bewirtschaftet werden, um die Urforelle erhalten zu können", ergänzt Volkhard Neuper. "In Hüttenberg gibt es laut Universität Graz österreichweit das einzige Gewässer, in dem die Urforelle rein vorkommt. Wir brauchen die genetischen Ressourcen, um die Urforelle züchten zu können." Dass sei nun durch den Fischotter gefährdet. "Er dezimiert den Bestand stark".

Fischotter unter Schutz

Der Fischotter steht nach der Fauna-Flora-Habitatrichtlinie der Europäischen Gemeinschaft jedoch unter strengem Schutz. Das heißt, der Fischotter darf weder bejagt, gefangen noch gestört werden. Daher startet das Land Kärnten ein Projekt zur Senkung des Fischotterbestands, sowie Prüfung ob und in welchem Ausmaß die Entnahmen zur Erholung der Fischbestände führt.
Weiters wird geprüft, ob durch die Entnahme einzelner Fischotter die gesamte Fischotterpopulation gefährdet ist. „Wir müssen also die Entnahmen und die Schutzbestimmungen unter einen Hut bringen“, erklärt Agrar-Landesrat Christian Benger.

Projekt in der Lölling

Als Projektgebiet wurden die drei Bäche Görtschitz, Lölling und Mosinz ausgewählt, weil hier eben die Urforelle beheimatet ist, die absolut schützenswert ist. Die Projektkosten belaufen sich auf 300.000 Euro und sind EU-Mittel aus der ländlichen Entwicklung.
Das Projekt befürwortet Neuper. Er hofft, dass der Urforelle seitens der EU einen höheren Stellenwert als dem Otter eingeräumt wird und damit überleben kann. Zusatz: "Es müssen beide Tiere in der Natur Platz haben".


Der Fischotter
Das Männchen paart sich maximal ein Mal pro Jahr mit jeweils zwei Weibchen.
Die Weibchen wandern an die acht Kilometer, bei Männchen sind es schon 15 Kilometer. Neben den Fischen fressen die Tiere, die große Popularität in der Bevölkerung haben, auch Amphibien. So gehören Kröten, die ebenfalls zu den geschützten Arten zählen, zu ihrer Leibspeise.
Das Projekt
Senkung des Fischotterbestands im Gebiet sowie Prüfung, ob und in welchem Ausmaß dies zur Erholung der Fischbestände führt. Prüfung, ob durch die Entnahme einzelner Fischotterindividuen die gesamte Fischotterpopulation gefährdet ist. Die drei Bäche Görtschitz, Lölling und Mosinz wurden ausgewählt, weil hier eine autochthone donaustämmige Subspezies der bodenständigen heimischen Bachforelle beheimatet ist.
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Kurt Nöhmer aus St. Veit | 27.04.2016 | 20:11   Melden
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