09.11.2016, 07:00 Uhr

"Ich heiße Armina und habe Muskelschwäche"

Armina fährt selbst in der Wohnung umher (Foto: KK)

Die Vierjährige hat eine Krankheit und doch eine glückliche Kindheit. Licht ins Dunkel hilft ihr.

KÄRNTEN. Die vierjährige Armina ist ein fröhliches, lebensfrohes Mädchen – und sitzt im Rollstuhl. Der Grund: Sie hat Spinale Muskelatrophie. Armina fehlt ein Eiweißstoff in den Nerven, die die Muskeln versorgen. Deshalb sind ihre Muskeln schwach und werden immer schwächer.
Armina und ihre Mutter Brigitte haben besondere Anforderungen an ihre Wohnung, Licht ins Dunkel unterstützt sie nun dabei. Die Tanzschule von Ulrike Adler-Wiegele veranstaltet – mit Unterstützung der WOCHE – eine Tanzgala, deren Erlös die Wohnsituation verbessern soll.
Armina war eineinhalb Jahre, als die Diagnose kam. "Ich bin in den Wald gefahren und habe gebrüllt", erinnert sich Brigitte an den ersten Schock. Die Mutter ließ sich nicht unterkriegen und nahm gemeinsam mit Armina den Kampf auf. "Wir schaffen es, dass Armina eine normale Kindheit hat", ist Brigitte stolz auf die Entwicklung.

Tanzen im Rollstuhl

Gemeinsam gehen die beiden zum Reiten, Tanzen und Schwimmen. "Ich habe Schwimmhilfen gefunden, damit sich Armina selbstständig im Wasser bewegen kann", schwärmt die Mutter von ihrer "kleinen Wasserratte". Armina spielt im Laub, sitzt im Winter im Schnee und streichelt die Hasen in ihrer liebsten Buschenschenke.
"Sie hat ein gutes Immunsystem", sagt ihre Mutter. Das sei wichtig, denn Infektionen können bei so einer Diagnose lebensgefährlich sein. "Armina hatte noch nie eine Lungenentzündung", freut sie sich. "Es bleibt immer bei einem starken Husten."

Täglicher Einsatz für Armina

Brigitte freut sich über die gute Entwicklung ihrer Tochter: "Es geht ihr besser, als es die Prognose zulassen würde." Dafür setzt sich Brigitte tagtäglich ein. "Ich bin jetzt auch Gesundheitsmanagerin", sagt die Buchhalterin über ihren "zweiten Beruf". Der Terminkalender ist gefüllt mit Therapiestunden und Arztbesuchen. "Wir haben tolle Ärzte und Therapeuten", ist Brigitte dankbar.
Und: "Ich bin ja auch Arminas Mutter", sagt die Kärntnerin. "Ich will ihr das Maximum bieten." Klingt ein Wunsch des Mädchens unmöglich, setzt Brigitte alle Hebel in Bewegung, um ihn zu erfüllen – vom Puppenwagen, mit dem das Mädchen im Rollstuhl selbst fahren kann, bis zur höhenverstellbaren Puppenküche. In ihr bereitet Armina liebend gerne Eis aus Knetmasse und "Puppenkaffee" für Gäste zu.
Wichtig für Armina ist ein stabiles soziales Umfeld. "Sie ist nicht schüchtern", so Brigitte. "Auch in der Kindergruppe hat sie rasch Anschluss gefunden." Lernt die Vierjährige jemanden kennen, stellt sie sich so vor: "Ich bin Armina und habe Muskelschwäche."
Der Einsatz macht sich im Leben Brigittes bemerkbar. Zeit für sich hat sie nicht. Armina darf nur wenige Minuten alleine sein. "Ich freue mich, wenn ich es ein bis zwei Mal im Jahr ins Kino schaffe", erzählt sie. Auf dem Programm steht dann "ein Western – nur nichts Sentimentales".
Und doch drehen sich Brigittes Wünsche um Armina und ihre Zukunft. "Sie lernt sehr gern und leicht", so Brigitte. "Bald geht es um eine gute Ausbildung für sie." Sie will ihr alles dafür bieten. Das Ziel steht fest: "Armina wird ein eigenes Leben haben – unabhängig von mir." Die Wohnsituation sei der Schlüssel für die Zukunft.

Gala in Velden

Die Tanzakademie Adler-Wiegele veranstaltet eine Gala zu Gunsten Licht ins Dunkel und Armina.

Termin: Sonntag, 4. Dezember, 18.30 Uhr
Ort: Casino Velden
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