09.09.2014, 13:26 Uhr

Lucy Christalnigg wurde 1914 bei einer Rot-Kreuz-Fahrt erschossen.

Das Familiengrab am Friedhof St. Michael am Zoll, in dem Gräfin Lucy Christalnigg beigesetzt wurde (Foto: KK/Woche)
EBERSTEIN. Bei einem Einsatz für das Rote Kreuz wurde Gräfin Lucy Christalnigg am 10. August 1914 erschossen. Die Adlige gilt somit als das erste zivile Opfer des Ersten Weltkrieges.

Wachmann schoss auf Auto

Der schreckliche Zwischenfall ereignete sich bei einem Wachposten in Flitch. Die Gräfin war mit ihrem Automobil, das sie dem Roten Kreuz zur Verfügung stellen wollte, unterwegs, als ein Wachposten das Fahrzeug aufhalten wollte. Als die Gräfin die Fahrt nicht verzögerte, gab der Posten einen Schuss auf das Automobil ab. Christallnig, die das Fahrzeug steuerte, wurde in den Kopf getroffen.
Sie erlag wenig später den Verletzungen. Die Gräfin wurde zuerst in Görz beerdigt und schließlich endgültig im Familiengrab auf dem Friedhof St. Michael am Zoll beigesetzt.


Begeisterte Autofahrerin

Lucy Chistalnigg war mit Graf Oskar Christalnigg verheiratet. Das Adelsgeschlecht verfügte über große Besitzungen in Klagenfurt, dem Görtschitz- und Trixental. Laut Zeitzeugen war die Gräfin für ihre tollkühnen Fahrmanöver bekannt. "Sie gab sich nicht eher zufrieden, ehe das Fahrzeug mit atemberaubender Geschwindigkeit fuhr. Das Auto war der Schrecken des Tales.", schrieb einst Gräfin Mary Christalnigg-Lippe, die zweite Ehefrau von Oskar Christallnig.
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