30.11.2017, 11:18 Uhr

St. Veiter klärt die Schüler über HIV und AIDS auf

Markus Pippan mit den Schülerinnen Selina Peternuß, Valentina Haberl und Melanie Rassinger
ST. VEIT (vg). Jedes Jahr am 1. Dezember ist Welt-Aids-Tag. "Letztes Jahr haben sich 27 Menschen in Kärnten mit HIV infiziert, das sind 27 zu viel", erklärt Markus Pippan von der Aidshilfe Kärnten. Die Kärntner Aidshilfe hat zwölf Mitarbeiter und drei Schwerpunkte: Aufklärung von Jugendlichen und Erwachsenen, Durchführung kostenloser HIV-Tests sowie Beratungsgespräche und psychologische Betreuung für Leute, die sich mit HIV infiziert haben. "Wenn man unsicher ist, kann man sich jeden Dienstagabend gratis bei uns testen lassen. Ist jemand infiziert, kann er zu Beratungsgesprächen kommen, die wöchentlich jeweils dienstags und donnerstags stattfinden."

Er klärt Jugendliche auf
Pippan selbst hält kärntenweit Aufklärungsvorträge in Schulen. "Ich bin für die Bezirke St. Veit und Feldkirchen zuständig, jedoch gibt es viele Schulen, die speziell mich wollen, deshalb habe ich auch Vorträge in Völkermarkt, Villach oder Spittal", so der Erzieher, der hauptberuflich im Gymnasium Tanzenberg bei der Nachmittagsbetreuung arbeitet. "Die Vorträge dauern meistens zwei Stunden, jedoch komme ich mit den Schülern so gut ins Gespräch, dass wir ab und zu überziehen müssen", so Pippan. "Ebenso ist es für die Schüler angenehmer, wenn sie mit jemandem reden, den sie nicht kennen, anstatt mit dem Lehrer oder den Eltern". Wenn jemand einen Vortrag buchen will, kann er sich direkt telefonisch oder per E-Mail an die Kärntner Aidshilfe wenden. "Eine Stunde ist immer gratis, jede weitere kostet 25 Euro pro Klasse."

Unterschied HIV und Aids
"Es gibt Leute, die denken, HIV und Aids ist dasselbe, so ist es aber nicht. HIV ist das Virus und AIDS die Krankheit", weiß Pippan. HIV bedeutet "Humanes Immunschwäche Virus" und Aids "Erworbene Immunschwäche Krankheit". "Die Krankheit kann ausbrechen, muss aber nicht. Je früher man einen Aids-Test macht, umso früher hat man Zugang zu Medikamenten, welche dazu führen, dass AIDS erst später oder vielleicht gar nicht ausbricht". Ist jemand an Aids erkrankt, stirbt diese Person zum Beispiel an einer Lungenentzündung, einer Grippe oder an Krebs. Das Immunsystem ist bei einer erkrankten Person schon so zerstört, dass es nicht mehr gegen solche Krankheiten ankämpfen kann.

Jeder kann sich anstecken
"Oft sagen Jugendliche, dass sie es nicht treffen kann, das stimmt aber nicht, jeder könnte sich anstecken", so Pippan. Übertragbar ist das Virus durch Blut, Scheidenflüssigkeit, Sperma und Muttermilch, eindringen in den Körper kann es durch Wunden oder Schleimhäute. Schützen kann man sich mit Kondomen beim Geschlechtsverkehr, Einweghandschuhen bei der Ersten Hilfe, sterilen Nadeln beim Piercen und Tätowieren und durch das Nicht-Stillen von Kindern von HIV-positiven Müttern. "Es gibt noch keine Heilung für HIV oder Aids, aber schon gute Therapieformen, welche jedoch mit Nebenwirkungen, vielen Arztbesuchen und sozialer Isolation oder Ausgrenzung für HIV-Positive verbunden sind. Zwar ist die Zahl der Infizierten in den letzten Jahren gleichbleibend, jedoch sollte dies nicht auf die leichte Schulter genommen werden. "Für die nahe Zukunft ist eine Heilung eher unwahrscheinlich, jedoch sind wir stolz, dass die Therapie immer besser wird und die Todesfälle von Aids somit reduziert werden", so Pippan.
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