01.11.2016, 07:00 Uhr

Winterdepression sorgt für schlechte Stimmung

Müde und antriebslos: Viele Menschen leiden an einer Winterdepression. Die Dunkelziffer ist hoch.

ST. VEIT (stp). Ein zu niedriger Serotoninspiegel im menschlichen Gehirn sorgt bei vielen Menschen in der kalten Jahreszeit für Probleme. Die Rede ist von der saisonal bedingten Depression, auch Winter- oder Herbstdepression genannt.

Serotonin und Vitamin D

Die St. Veiter Psychologin Christine Nielsen erklärt die Hintergründe: "Wir nehmen im Winter durch die kürzeren Tage automatisch weniger Sonnenlicht auf als im Sommer. Das führt dazu, dass wir weniger Serotonin bilden können. Auch der Vitamin-D-Haushalt trägt dazu bei."

Die kürzeren Tage mit weniger Sonnenlicht bringen auch andere Gründe für eine Winterdepression mit sich: Da man weniger Zeit im Freien verbringt, bewegt man sich auch weniger, auch der Nebel und das düstere Wetter drücken auf die eigene Stimmungslage.

Müdigkeit, Antriebslosigkeit

Die Anzeichen für eine saisonal bedingte Depression sind vielfältig, wie Nielsen erklärt: "Die Betroffenen schlafen länger und kommen morgens schwerer aus dem Bett. Zudem ist der Schlaf auch nicht erholsam." Auch bei der Ernährung gibt es Anzeichen: "Manche essen mehr, manche weniger. Die Symptome sind von Mensch zu Mensch unterschiedlich."

Laut der Pychologin ist die Dunkelziffer der an einer Winterdepression leidenden Menschen sehr hoch: "Sie tritt sicher häufiger auf, als dass sich die Leute wirklich um Hilfe bemühen. Sobald man Symptome bei sich oder anderen Personen in seinem näheren Umfeld bemerkt, sollte man einmal zum Arzt gehen bzw. dazu raten."

Bewegung im Freien

Was kann man aber tun, um einer solchen Depression vorzubeugen? Christine Nielsen hat nützliche Tipps: "Das Wichtigste ist Bewegung im Freien. Am besten eine Stunde täglich. Man sagt 10.000 Schritte am Tag ist das Optimum für die eigene psychische Gesundheit." Da das nötige Licht über die Augen aufgenommen wird, sollte man in die Sonne gehen und auf eine Sonnenbrille verzichten.

Auch bei der Ernährung kann man auf vieles achten. "Viel Gemüse ist wichtig. Sauerkraut oder Rotkohl zum Beispiel. Aber auch fetter Fisch, wie Lachs oder Makrelen sind aufgrund des hohen Anteils an Omega-3-Fettsäuren zu empfehlen", weiß Nielsen.

Soziale Kontakte pflegen

Ein letzter wichtiger Rat der Psychologin betrifft die eigenen sozialen Kontakte. "Sich mit Freunden zu treffen oder unter Leuten zu sein hilft sehr. Sich nur zu Hause aufzuhalten wäre nicht gut", schildert die Psychologin.

Fünf Hilfreiche Tipps

1. Tageslicht tanken: Mehr Sonnenlicht steigert den Serotoninspiegel im Körper und beugt dadurch Winterdepressionen vor.

2. Bewegung im Freien: Auch wenn das Wetter nicht dazu einlädt, sollte man sich mindestens 30 Minuten im Freien bewegen.

3. Kreislauf in Schwung bringen: Eine kalte Dusche am Morgen oder diverse Kneipp-Anwendungen bringen den Körper in Schuss.

4. Strukturierter Tagesablauf: Herrscht durch den Herbsteinbruch schon gedrückte Stimmung, sollte man Strukturen im Alltag nicht ständig ändern.

5. Weniger Stress in der Freizeit: Ein gutes Buch und eine Tasse Tee am Abend sind oft hilfreicher als actionreiche Aktivitäten.
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