16.05.2017, 09:49 Uhr

Im Stich gelassen: ÖSV wirft Richard Leitgeb aus Team

Richard Leitgeb ist jetzt auf sich alleine gestellt (Foto: KK)

Der Straßburger Richard Leitgeb gehört nicht mehr dem ÖSV an. Leistungen seien nicht genug gewesen.

STRASSBURG (stp). "Ich bin der neuntbeste Slalomläufer in ganz Österreich. Aber anscheinend ist das nicht genug." Enttäuscht, frustriert und alleine gelassen – so fühlte sich Richard Leitgeb vor knapp zwei Wochen, als er die Mitteilung bekam, nicht mehr Teil des ÖSV-Skiteams zu sein.

"Es wäre mehr gegangen"

"Es war meine erste Saison im Europacup, durch meine gute Platzierung in der Weltrangliste durfte ich auch zwei Mal im Weltcup starten", versteht Leitgeb die Begründung des ÖSV, wonach die Leistungen des 22-Jährigen nicht genug gewesen wären, nicht. Einzig die finale Platzierung in der Europacup-Wertung spricht nicht für den jungen Straßburger. Aufgrund einiger Ausfälle im Saisonfinish fiel Leitgeb aus den Top 30. "Ich persönlich war mit der Saison dennoch sehr zufrieden. Es wäre vor allem noch viel mehr gegangen", resümiert Leitgeb.

Dass er Ambitionen hat, in der Weltelite mitzufahren, zeigte er nicht nur mit Gold bei der Universade in Kasachstan, sondern auch mit Platz 3 beim FIS-Rennen in Westendorf. Denn mit Manuel Feller siegte dort immerhin der WM-Silbermedaillengewinner. Mit Linus Strasser (D) vor und Marco Schwarz hinter ihm, war der Straßburger in bester Weltcup-Gesellschaft.

"Ich will weiter Ski fahren"

Mittlerweile hat sich die anfängliche Enttäuschung in frischen Kampfgeist umgewandelt. Leitgeb gehört wieder dem Kärntner Landesskiverband an und hat sich zusätzlich einem internationalen, privaten Rennteam angeschlossen. "Mein erster und einziger Gedanken, als ich von meinem Rauswurf erfahren habe, war: Ich will weiter Ski fahren", blickt der Straßburger zurück. "Erst danach sind mir andere Gedanken gekommen. Etwa wie ich das alleine finanzieren soll oder wie mein Trainingsumfeld aussehen wird."

Dass er jetzt für die Kosten von Reisen, Hotels und sogar Liftkarten selbst aufkommen muss, nimmt Leitgeb auf sich. Auf private Sponsoren – im Besonderen aus seiner Heimatgemeinde Straßburg – kann der junge Slalomspezialist weiterhin zählen. In der kommenden Saison will er zumindest im Europacup durchstarten. "Ich habe meinen Startplatz fix und auch eine gute Startnummer. Theoretisch könnte ich sogar ohne dass ich beim ÖSV bin, für Österreich im Weltcup starten. Es gibt neun Startplätze für die kommende Saison", weiß Leitgeb, der sich aber dennoch nur auf den Europacup konzentrieren will.

ÖSV ist wieder das Ziel

Trotz seiner schwierigen Situation ist das langfristige Ziel wieder ein Platz im ÖSV-Kader. Obwohl das Skifahren oberste Priorität hat, kümmert sich Leitgeb auch um seine Ausbildung. Seit drei Jahren studiert er Lehramt für Sport- und Geografie und macht zudem die Ausbildung zum Skitrainer.
1
Einem Mitglied gefällt das:
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.