Unterricht in Pandemie-Zeiten
Lehrer-Freistellungen eine verschwindende Größe

Nur ein verschwindend geringer Teil der steirischen Lehrer haben aufgrund der Corona-Pandemie eine Freistellung vom Präsenzunterricht.
  • Nur ein verschwindend geringer Teil der steirischen Lehrer haben aufgrund der Corona-Pandemie eine Freistellung vom Präsenzunterricht.
  • Foto: Mev.de
  • hochgeladen von Andrea Sittinger

Schulalltag 2020: Ganze Klassen, die in Quarantäne müssen, einzelne Schüler oder Lehrpersonen, die für einige Tage ausfallen, weil sie selbst Verdachtsfälle oder Kontaktpersonen sind. Dazu kommen noch jene Lehrkräfte, die aufgrund eines Risikos einer Ansteckung für sich oder Angehörige, vom Präsenzunterricht freigestellt und damit für den Regelunterricht ausfallen. Aufgrund all dieser Parameter vergrößert sich die Sorge, dass das steirische Schulsystem mit dem Steigen der Fallzahlen an seine Kapazitäten stößt. Auf Nachfrage der WOCHE in der Bildungsdirektion ist diese Angst jedoch unbegründet, denn "die Zahl der Freistellungen sehr gering ist."

Kaum Auswirkung auf Schulbetrieb

Derzeit haben 52 von insgesamt 9.842 steirischen Pflichtschullehrinnen und -lehrern eine Freistellung beantragt, 25 davon im Steirischen Zentralraum rund um Graz. Bei den Bundesschulen, das sind sämtliche Allgemeinbildende und Berufsbildende Höhere Schulen sind es überhaupt nur 28 Lehrkräfte von gesamt 5.360, die vom Präsenzunterricht freigestellt sind.
Diese wenigen Freistellungen würden sich "kaum auf den Unterrichtsbetrieb auswirken. Insbesondere, da die Lehrpersonen ja weiterhin im Dienst sind. Sie können beispielsweise eingesetzt werden, um jene Schüler zu unterrichten, die selbst in Quarantäne befindlich sind, oder für administrative Tätigkeiten herangezogen werden", heißt es aus der Bildungsdirektion.

Wer kann freigestellt werden?

Lehrkräfte können jederzeit – auch während des Schuljahrs – einen Antrag auf Freistellung stellen, 
etwa wenn eine Erkrankung, die zur Einordnung als Risikogruppe führt erst auftritt. Anspruch auf eine derartige Freistellung haben Lehrpersonen, die selbst einer COVID-19-Risikogruppe angehören, dabei ist die Vorlage eines COVID-19-Risiko-Attest des behandelnden Arztes vorzulegen. Zusätzlich im Bundesdienst gilt, dass Lehrpersonen, die mit einer Person, die einer COVID-19-Risikogruppe angehört, im gemeinsamen Haushalt lebt (auch hier ist die Vorlage eines Attests des Angehörigen notwendig), vom Präsenunterricht freigestellt werden kann. Auch  Lehrpersonen, für die die (steigenden) Fallzahlen eine besondere psychische Belastung darstellen, haben den Anspruch. Es ist aber auch möglich, dass Risikogruppenangehörige dennoch (ganz oder teilweise) in Präsenzform unterrichten. Dazu sind an der Schule Maßnahmen zu ergreifen, die das Ansteckungsrisiko minimieren sollen; diese sind in einer Vereinbarung zu dokumentieren.

"Wollen Schulen offen halten"

Prinzipiell zufrieden mit dem Schulstart unter den außergewöhnlichen Bedingungen zeigt sich auch die steirische Lehrervertretung, deren Vorsitzender Werner Strohmeier gegenüber der WOCHE bestätigt: "Wir versuchen, möglichst gut durch diese schwierige Zeit zu kommen. Problematisch präsentiert sich die Lage einerseits bei den ganz Kleinen, wo ein Abstandhalten einfach schwierig ist und bei der Abwicklung der Verdachtsfälle." Da gebe es schlicht kein einheitliches Prozedere. "Wir sind alle keine Mediziner, Entscheide sorgen oft für Unsicherheit."
Auch für die Lehrerschaft wäre eine neuerliche Schließung der Schulen keine begrüßenswerte Option: "Kinder brauchen die Schule."
Lücken, die nun durch den Ausfall von einzelnen Lehrpersonen im Zusammengang mit der Pandemiesituation entstehen, können gut mit wartenden Junglehrern "gefüllt" werden. "Bereits im Frühjahr haben wir versucht, Nachwuchs von den Hochschulen zu 'lukrieren'." Das werde man auch in Zukunft so handhaben, um die Situation zu entschärfen.

Aufwandsentschädigung für Heimunterricht

Abgesehen davon seien laut Strohmeier auch nicht alle Lehrkräfte für einen Unterricht zu Hause voll gewappnet. Im Frühjahr habe man gesehen, was das bedeutet und dass mit einem Home Office für Lehrerinnen und Lehrer ein enormer Mehraufwand verbunden ist. "Sollte dieser Fall nochmals eintreten, ist auch über eine finanzielle Aufwandsentschädigung für Lehrerinnen und Lehrer nachzudenken", findet der Interessensvertreter.

Kommentare

?

Du möchtest kommentieren?

Du möchtest zur Diskussion beitragen? Melde Dich an, um Kommentare zu verfassen.

Regionaut werden!

Du willst eigene Beiträge veröffentlichen?
Werde Regionaut!

Regionaut werden!



Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

Du möchtest selbst beitragen?

Melde dich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Beitrag oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen

Foto des Tages einbetten

Abbrechen

Veranstaltung oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen