Gefährliche Entwicklung
Steiermark: Immer mehr Fälle von Altersdiskriminierung.

Kampf gegen Ungleichbehandlung: Daniela Grabovac startet am 17. und 18. Oktober eine großangelegte Aktion gegen Altersdiskriminierung.
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  • Foto: Prontolux
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Fall 1: Ein 69-jähriger Steirer bekommt Post von seiner Versicherung mit dem Betreff "Reduzierung der Versicherungssumme". In dem netten Schreiben steht, dass sich die Versicherungssumme seiner Unfallversicherung um ein Drittel reduziert – es sei denn, er erkläre sich mit einem 50-prozentigen Prämienzuschlag einverstanden.
Fall 2: Eine ältere Dame, Eigentümerin eines Zinshauses, wollte die Fassade des Hauses erneuern und wurde deshalb bei ihrer Bank wegen eines Kredits vorstellig. Trotz langjährigen treuer Kundenbeziehung wurde ihr dieser verweigert. Begründung: Aufgrund ihres Alters seien die Bonitätskriterien nicht erfüllt.

Auch im Job wird diskriminiert

Zwei von immer mehr Fällen in der Steiermark, wie auch Daniela Grabovac, Leiterin der Antidiskriminierungsstelle bestätigt: "Die stärkste Form der Diskriminierung ist aber immer noch jene am Arbeitsplatz. Ab einem Alter von ungefähr 45 Jahren gibt es eindeutig einen erschwerten Zugang zum Arbeitsmarkt." So gab etwa die Personalbeauftragte eines großen steirischen Unternehmens als häufigsten Ausschlussgrund an: "Ich achte bei Bewerbungsschreiben als erstes auf das Geburtsdatum."

WOCHE-Aktion gegen Diskriminierung

Das Besondere an dieser Form der Diskriminierung: Sie kann jede und jeden irgendwann im Laufe seines Lebens treffen, ganz naturgegeben, weil wir halt alle älter werden. Aus diesem Grund startet die WOCHE gemeinsam mit Daniela Grabovac und der Antidiskriminierungsstelle eine Aktion der Solidarität: Ziel ist es, möglichst viele Fälle zu sammeln, um dies auch gut dokumentieren zu können und die von Unternehmen oft gebrauchte Ausrede des "bedauerlichen Einzelfalls" entkräften zu können.

Rufen Sie an!

Jede und jeder, der meint, Altersdiskriminierung erlebt zu haben, kann sich am 17. und 18. Oktober telefonisch melden – unter 0316/71 41 37 oder unter 0664/88 65 85 88. Grabovac und ihr Team stehen unter diesen beiden Nummern jeweils von 8 bis 18 Uhr für Fragen, Informationen und Anregungen bereit. In Graz wird es zusätzlich die Möglichkeit zum persönlichen Gespräch geben. Und zwar am 17. Oktober (10-12 Uhr) gemeinsam mit dem Seniorenbund auf der Murinsel und am 18. Oktober (9-12 Uhr) beim ÖGB (Karl-Morre-Straße 32).  Ganz im Sinne der EU-Grundrechte-Agentur, die kürzlich verlauten ließ: "Grundrechte sind nicht nur für junge Menschen da. Sie schützen Menschen jedes Alters."

Autor:

Roland Reischl aus Graz

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