Steiermark-Schau: Ein Land stellt sich vor und in die Auslage

Kulturlandesrat Christopher Drexler präsentierte das Konzept der "Steiermark Schau", die im April 2021 an drei Standorten in Graz sowie mit einem mobilen Ausstellungspavillon erstmals die Steiermark in Szene setzen wird.
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  • Kulturlandesrat Christopher Drexler präsentierte das Konzept der "Steiermark Schau", die im April 2021 an drei Standorten in Graz sowie mit einem mobilen Ausstellungspavillon erstmals die Steiermark in Szene setzen wird.
  • Foto: Streibl/Land Stmk.
  • hochgeladen von Andrea Sittinger

15 Jahre nach der letzten Landesausstellung und acht Jahre nach dem biennal konzipierten Kulturfestival "Regionale" soll die Steiermark im Frühjahr 2021 wieder ein steirisches Ausstellungsformat bekommen: Die erste Ausgabe der "Steiermark Schau" wird eine umfassende Selbstreflexion der Steiermark sein. Drei Standorte in Graz – das Museum für Geschichte, das Volkskundemuseum und das Kunsthaus – sowie ein mobiler Ausstellungspavillon mit der beeindruckenden Fläche von 800 Quadratmetern, der in Wien und an vier Standorten in der Steiermark zu sehen sein wird, sollen zur Auseinandersetzung mit dem „Steirischen“ einladen.

Bekenntnis zum Kulturland Steiermark

Die Durchführung der "Steiermark Schau" als neues großes Ausstellungsformat des Landes wurde explizit im Regierungsprogramm „Agenda Weiss-Grün“ verankert. Damit wird ein deutliches Bekenntnis zur Steiermark als Kunst- und Kulturland manifestiert. Das Gesamtbudget für das Ausstellungsformat beläuft sich auf rund 8,9 Millionen Euro.

"Mit der 'Steiermark Schau' wollen wir die wesentlichen gesellschaftlichen Themen – von künstlerischer Auseinandersetzung angeleitet – reflektieren, kritisch hinterfragen und neue Sichtweisen entwickeln", freut sich Kulturlandesrat Christopher Drexler über "ein kraftvolles kulturpolitisches Signal und ein Zeichen von Zuversicht und Aufbruch gerade in Zeiten der Krise."

Ebenso voller Vorfreude sind die Geschäftsführer Universalmuseums Joanneum, Wolfgang Muchitsch und Alexia Getzinger: "Es ist eine willkommene Gelegenheit, als Institution über die Grenzen der eigenen Identität hinweg zu denken und möglichst viele Menschen ebenfalls dazu anzuregen, andere Blickwinkel einzunehmen und sich mit der Entwicklungsgeschichte der Steiermark, ihrer Gegenwart und ihrem Potenzial für die Zukunft aktiv auseinanderzusetzen. Wir freuen uns sehr darauf, mit der 'Steiermark Schau' viele spannende Einblicke in den Facettenreichtum unseres Landes zu geben."

Diese vier Ausstellungen erwarten die Besucher 

Was war: Historische Räume und Landschaften im Museum für Geschichte
Der Raum und die Menschen: Die naturräumlichen Gegebenheiten der Steiermark haben seit Anbeginn das Leben der hier ansässigen Menschen bestimmt. Diese haben umgekehrt immer schon versucht, die Natur zu ihrem Vorteil zu gestalten und zu verändern. Dem Wechselspiel von Mensch und Natur ist der Beitrag des Museums für Geschichte zur "Steiermark Schau 2021! unter dem Titel „was war“ gewidmet.
Die Besucherinnen und Besucher der Ausstellung werden sich durch eine abstrakte Landschaft voll von Objekten, Modellen, Karten und filmischen Beiträgen bewegen. Unter den Exponaten wird etwa ein mittelalterlicher Pranger ebenso zu finden sein, wie eine Redekanzel, Schienen aus Donawitz oder Teile einer Schütte-Lihotzky-Küche.
In der Ausstellung erkunden die Besucherinnen und Besucher verschiedene Regionen anhand von Beispielen wie den mittelalterlichen Höhenburgen westlich der Mur, mittelalterlicher Klöster in der Obersteiermark, der Residenzstadt Graz um 1600 oder dem größten einheitlichen Stahlwerk Europas in Donawitz um 1900.
Die Ausstellung „was war“ soll zeigen, dass nicht nur die Gegenwart stark durch die Geschichte geprägt ist, sondern, dass die Geschichte einen Rahmen gibt, in dem die Steirerinnen und Steirer die Zukunft denken und gestalten können. Das Bewusstsein für das kulturelle Erbe und seinen Wert soll gestärkt werden.
Die Ausstellung „was war“ wird kuratiert von der Leiterin des Museums für Geschichte, Bettina Habsburg-Lothringen.

Wie es ist: Welten – Wandel – Perspektiven im Volkskundemuseum
Unter dem Titel "Wie es ist", unternimmt das Volkskundemuseum eine Vermessung der gegenwärtigen gesellschaftlichen Situation. Es wird der Frage nachgegangen, wie das "Heute" entstanden ist. Wie die Menschen, die in der Steiermark leben, sich hier aufhalten oder mit dem Land auf andere Art und Weise verbunden sind, früher Veränderung und Wandel bewältigt haben. Wie sie Zukunft gedacht haben.
Entlang dieser Fragestellungen wirkt die Ausstellung im Volkskundemuseum wie eine Art Scharnier zwischen den beiden Ausstellungen "Was war" und "Was sein wird".
Die Ausstellung zeigt Entwicklungen auf, die Einfluss auf unsere Lebenswelt und auf unsere Lebensweise nehmen. Sie präsentiert ebenso Akteure der Geschichte und beschreibt, wie sie mit ihren Handlungen gesellschaftliche Entwicklungen beeinflusst haben.
Besonders relevante Themen unserer Gegenwart, die eng mit unserem Bundesland verbunden sind, wie etwa das Thema Mobilität, werden am Beispiel verschiedenster Exponate behandelt. Ein vielseitiges Begleit- und Vermittlungsprogramm greift die Themen der Ausstellung auf und verwandelt das Museum in einen mit der Gesellschaft interagierenden öffentlichen Ort.
Die Auseinandersetzung mit einer "Welt in Veränderung" wird auch über die Ausstellungsgestaltung erfahrbar. Besucherinnen und Besucher können in der Ausstellung aktiv werden und diese in Teilen verändern.
Die Ausstellung "Wie es ist" wird kuratiert von Birgit Johler.

Was sein wird: Von der Zukunft zu den Zukünften im Kunsthaus Graz
Die Ausstellung "Was sein wird" im Kunsthaus Graz widmet sich den Spuren des Zukünftigen im Hier und Jetzt. Bauen mit Holz, Mycelium oder Abrissmaterialien, nachhaltige Verpackungen, schulübergreifende Bildung, Lernen mit Visual Reality, ökologisches Wirtschaften, Mobilität, Strukturwandel im ländlichen Raum, Gemeinwohlökonomie, Mitbestimmung und Teilhabe und etwa die Rolle von Kunst und Kultur werden Themen der Ausstellung sein. "Was sein wird" zeigt also nicht die eine ferne Utopie oder den einen möglichen Entwurf für eine Idealgesellschaft. Sie skizziert Zukünfte. Im Plural.
Der Ausgangspunkt ist die jetzige Situation in der Steiermark. Es geht um mutige, kühne, visionäre Vorstellungen von Zukunft, aber auch um sehr pragmatische handfeste Ideen und Vorschläge, wie Zukunft sich aus verschiedenen Perspektiven gestalten ließe. Dabei wird auch ein Blick "zurück in die Zukunft" geworfen, auf Zukunftsvorstellungen vergangener Jahrzehnte, wodurch auch ein Aufgreifen und Weiterdenken von in Vergessenheit geratenen Überlegungen ermöglicht wird.
Die Schau im Kunsthaus entfaltet sich auf allen Ebenen des Gebäudes, dehnt sich von den Räumen des Kunsthauses ins Internet aus und verschränkt dabei den physischen mit dem virtuellen Raum. Das Kunsthaus zeigt nicht nur eine Ausstellung über denkbare und mögliche Veränderungen in den verschiedenen gesellschaftlichen Bereichen. Während der "Steiermark Schau" sollen auch konkrete Vorhaben umgesetzt werden, wie etwa die Vermeidung von Verpackungsmüll im Ausstellungsbetrieb, der Einsatz nachhaltiger Materialien im Ausstellungsdesign sowie Inklusion im institutionellen Alltag.
Die Ausstellung "Was sein wird" wird kuratiert von der Direktorin des Kunsthauses Graz, Barbara Steiner.

Wer wir sind: Kunst – Vielfalt – Landschaft im mobilen Pavillon
Der mobile Pavillon, als Expositur der neuen großen Ausstellung des Landes, wird in Wien und an den vier steirischen Schauplätzen Hartberg, Spielberg, Schladming und Bad Radkersburg zu besuchen sein. In einzigartiger Weise zieht so eine ganze Ausstellung mitsamt ihrer Architektur, die eine beeindruckende Fläche von 800 Quadratmetern aufweist, durch das Land. Eine monumentale Video-Rauminstallation mit einer Leinwandfläche von 200 Quadratmetern wird eine Gegenwartsanalyse zur Steiermark ausschließlich in bewegten Bildern zeigen.
Wer sind wir? Als Charakteristikum der Steiermark wird stets die Vielfalt der Kulturlandschaften hervorgehoben. Die Ausstellung widmet sich daher der Untersuchung dieser drei Begriffe: Kunst – Vielfalt – Landschaft. Dabei versteht sich der Pavillon als Plädoyer für die Kunst. Kunst spielt eine Schlüsselrolle in der Verortung des Menschen in der Welt. Das Panorama-Display im Raum bietet eine außergewöhnliche Zusammenschau von künstlerischen Blicken auf die Steiermark und macht Sehen zum bewussten Erlebnis. Angelehnt an historische Panoramen sind auf einem 50 x 3 Meter großen Screen eigens entwickelte Kunstbeiträge über die Vielfalt der Landschaften der Steiermark zu sehen – eine künstlerische Erhebung des Status quo durch 30 Künstlerinnen und Künstler mit Steiermark-Bezug.
Begleitend dazu geben Info-Filme kurze Ein- und Überblicke zur Vielfalt der regionalen Kunst- und Innovationslandschaft, zur Biodiversität in Kulturlandschaften, zur Vielfalt in steirischen Sprachenlandschaften, zum Kulturaustausch und zu kontaminierten Landschaften.
Der mobile Pavillon und die Ausstellung „Wer wir sind“ wurde von Alexander Kada konzipiert und gestaltet und von Astrid Kury kuratiert.

Kulturlandesrat Christopher Drexler präsentierte das Konzept der "Steiermark Schau", die im April 2021 an drei Standorten in Graz sowie mit einem mobilen Ausstellungspavillon erstmals die Steiermark in Szene setzen wird.
Kulturlandesrat Christopher Drexler mit der Geschäftsführung des UMJ und den KuratorInnen der Ausstellungen der STEIERMARK SCHAU: hinten v.l.n.r. UMJ-Direktor Wolfgang Muchitsch, Barbara Steiner (Kunsthaus), UMJ-Direktorin Alexia Getzinger, Alexander Kada (mobiler Pavillon), vorne v.l.n.r. Birgit Johler (Volkskundemuseum), LR Christopher Drexler, Bettina Habsburg-Lothringen (Museum für Geschichte), Astrid Kury (mobiler Pavillon)

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