Diözese Graz-Seckau: aktuelle Zahlen
Weniger Austritte, Zahl der steirischen Katholiken sinkt trotzdem

Über 780.000 Steirerinnen und Steirer sind bekennende Katholiken. Während es 2020 weniger Austritte gab, ist die Zahl insgesamt dennoch rückläufig.
  • Über 780.000 Steirerinnen und Steirer sind bekennende Katholiken. Während es 2020 weniger Austritte gab, ist die Zahl insgesamt dennoch rückläufig.
  • Foto: Prontolux
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Im Jahr 2020 sind zwar um 15 Prozent weniger Menschen aus der Katholischen Kirche Steiermark ausgetreten als 2019, dennoch ist die Zahl der Katholiken weiterhin rückläufig. Mit gesamt 781.081 Katholiken, das sind 63 Prozent der aller Steirerinnen und Steirer, gibt es um 1,6 Prozent weniger als im Vergleich zum Jahresende 2019.

Im Jahr 2020 traten 9.821 Personen aus der katholischen Kirche in der Steiermark aus. Diese Tendenz mag positiv erscheinen. Dennoch sinke die Zahl der Katholikinnen und Katholiken bedauerlicherweise weiter, so Thomas Stanzer, Sprecher der Diözese Graz-Seckau: "Uns tut es um jede und jeden leid, die oder der unsere Gemeinschaft verlässt und es ist uns wichtig zu betonen, dass die Katholische Kirche Steiermark natürlich für alle da ist, die Hilfe brauchen – sei es ganz konkret über unsere Caritas oder in Form von spiritueller Begleitung oder mit vielen weiteren Angeboten."

Glaube in Krisenzeiten

Insgesamt zeigt sich zwar weiterhin der gesamtgesellschaftliche Trend einer loseren Kirchenbindung, gleichzeitig wird durch die im Vergleich zu den Vorjahren geringeren Austrittszahlen aber auch das Festhalten vieler Menschen am Glauben in diesem herausfordernden Krisenjahr sichtbar. "Vielen ist in diesem Jahr das karitative und spirituelle Engagement der Kirche positiv aufgefallen. Auch die Bedeutung der Gemeinschaft ist in Zeiten von Isolation und Distanz wieder bewusster geworden", sagt Edith Wieser, Leiterin der Kirchenbeitragsstelle der Diözese Graz-Seckau. Aus Rückmeldungen wisse man, dass der Einsatz der haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Telefonseelsorge und der Seelsorgerinnen und Seelsorger, die im Frühjahr über die eingerichtete 'Du bist nicht allein'-Hotline für Gespräche zur Verfügung standen, vielen Menschen in unserem Land Halt gegeben haben.
Besonders spannend und auch ermutigend waren die Gespräche mit Ausgetretenen, die von vornherein wenig Bezug zur Kirche hatten. Hier seien immer wieder lange und sehr wertvolle Gespräche entstanden. "Das zeigt uns, dass den Menschen der Glaube nicht egal ist. Die Auseinandersetzung mit dem Glauben ist gerade in Krisenzeiten wichtiger denn je", so Wieser.

Neue Wege der Seelsorge

Bei einem Austritt sucht die Kirchenbeitragsstelle (Projekt Pastorale Initiative) telefonischen Kontakt mit jenen, die der katholischen Kirche den Rücken kehren. "Aus den vergangenen Jahren haben wir mitgenommen, dass die Qualität in der Seelsorge maßgeblich für das Verhältnis der Menschen zur Kirche ist", sagt Edith Wieser. Im Jahr 2020 habe man darauf ganz besonders geachtet. Wichtig sei das Dasein, das Zuhören und das Ernstnehmen der Sorgen und Nöte der Menschen. In den Lockdown-Monaten habe sich vieles in den digitalen Raum verschoben und die Kirche hat sich bemüht, präsent und da zu sein. Viele Pfarren, Seelsorgerinnen und Seelsorger haben das kreative Potential ausgeschöpft und den Kontakt mit den Menschen gehalten oder neue geknüpft. So hat sich an vielen Orten ein großer Schritt in Richtung einer neuen, "virtuellen Seelsorge" aufgetan, die ehrlich und liebevoll bei den Menschen ist und sie begleitet. Daran will die katholische Kirche Steiermark weiterarbeiten und sowohl den realen aber wohl auch den digitalen Raum gut nutzen.

Wiedereintritte

Neben den Austritten sind im vergangenen Jahr 920 Personen wieder in die Kirche eingetreten (2019 waren es 1.114 Personen). 102 weitere haben ihren Austritt widerrufen (2019: 120 Menschen). Das sind jene Katholikinnen und Katholiken, die zunächst ihren Austritt erklärt hatten, aber innerhalb der Frist von drei Monaten wieder Abstand von diesem Schritt nahmen.
Formal genügt es, für den Wiedereintritt zu einem Priester eigener Wahl zu gehen und dort diesen Schritt unkompliziert vorzunehmen. "Kirchenbeitrag für die Zeit der Nichtmitgliedschaft muss nicht nachgezahlt werden", erklärt Stefanie Schwarzl-Ranz, Fachbereichsleiterin für Pastoral & Theologie der Diözese Graz-Seckau, "wir freuen uns über alle, die zu uns zurückfinden. Alle sind willkommen und wer sich auf die Inhalte der Kirche einlässt, wird erkennen, dass es viel für das eigene Seelenheil zu entdecken gibt."


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