Weiße Kreuze als eindringliche Warnung für Biker

Präsentierten die Kampagne "Weiße Kreuze" für mehr Sicherheit von Motorradfahrern: Maria Knauer-Lukas (Verkehrsabteilung), Wolfgang Staudacher (Leiter Verkehrsabteilung der Landespolizeidirektion), Peter Felber (Kuratorium für Verkehrssicherheit), LH-Stv. Anton Lang
  • Präsentierten die Kampagne "Weiße Kreuze" für mehr Sicherheit von Motorradfahrern: Maria Knauer-Lukas (Verkehrsabteilung), Wolfgang Staudacher (Leiter Verkehrsabteilung der Landespolizeidirektion), Peter Felber (Kuratorium für Verkehrssicherheit), LH-Stv. Anton Lang
  • Foto: Land Steiermark/Streibl
  • hochgeladen von Andrea Sittinger

245 Holzkreuze in schlichtem Weiß säumen ab sofort verschiedenste Straßenzüge quer durch die Steiermark. Sie markieren damit jene Stellen, an denen in den vergangenen 20 Jahren Motorradfahrer bei Unfällen ums Leben gekommen sind.
Diese bewusst aufrüttelnde Maßnahme wurde in einer gemeinsamen Kampagne von Land Steiermark, Kuratorium für Verkehrssicherheit und Landespolizei gesetzt, um darauf aufmerksam zu machen, dass Motorradfahrer die Gruppe jener Verkehrsteilnehmer ausmachen, bei der die Unfallzahlen stagnieren beziehungsweise sogar steigen. "Bei bewusstseinsbildenden Maßnahmen müssen wir immer konkret überlegen, mit welchen Botschaften wollen wir die Zielgruppe erreichen. In diesem Fall ist die Botschaft eindeutig: Wenn das erhöhte Risiko, das Motorradfahren mit sich bringt, beiseite geschoben wird und Achtsamkeit und das Erkennen einer Gefahr nicht existent ist, kann der Ausgang eines Unfalles tödlich sein“, wird Verkehrslandesrat Anton Lang deutlich.

Statistik spricht eine klare Sprache

Motorradunfälle machen in den letzten Jahren rund 11 Prozent aller Unfälle in der Steiermark aus. Knapp ein Viertel der getöteten StraßenverkehrsteilnehmerInnen in den letzten Jahren sind Motorradfahrer, obwohl die Motorrad-Fahrleistung nur rund zwei Prozent der gesamten Fahrleistung beträgt.

Während die Anzahl der Getöteten im Straßenverkehr allgemein seit 20 Jahren ständig sinkt, bleibt die Anzahl der getöteten MotorradfahrerInnen relativ konstant und ist sogar in den letzten drei Jahren gestiegen. Besonders hoch ist leider auch die Anzahl der Schwerverletzten. Seit dem Jahr 2000 verunglückten 10.713 MotorradfahrerInnen bei 10.145 Unfällen. Mehr als ein Drittel (3871) wurden schwerverletzt und 310 Personen sind tödlich verunglückt.

In mehr als der Hälfte der Fälle ist eine nicht angepasste Geschwindigkeit Unfallursache, "was dazu führt, dass eine richtige Reaktion oft nur schwer möglich ist", erklärt Peter Felber, vom Kuratorium für Verkehrssicherheit und Leiter der Landesstelle Steiermark. Wolfgang Staudacher, Leiter der Verkehrsabteilung der Landespolizeidirektion, ergänzt: "Vielen Motorradfahrern fehlt die nötige Vorbereitung. Genauso wie das Motorrad ein Set-up braucht, benötigt auch der Fahrer ein Warm-up vor dem Start in die Saison." Ein wesentlicher Faktor sei die Kombination aus Sicherheit und Freizeit: "Es ist schwierig, in der Freizeit an das Sicherheitsbewusstsein zu appellieren, da geht es ums Erleben", so Staudacher.

Aufwärmen vor der ersten Ausfahrt

Genau in dieses Horn stößt die Initiative "Pro Bike" des Landes, die seit 2013 sowohl routinierte Biker als auch Neu- oder Wiederaufsteiger zu einem Fahrsicherheitstraining animieren soll. "Dabei zeigt sich, dass jene Motorradfahrer, die bereits ein oder mehrere Trainings absolviert haben, auch wieder kommen", freut sich Maria Knauer-Lukas von der Landesverkehrsabteilung über den Erfolg. Ein Wermutstropfen bleibt allerdings: Die Aktion wird regelmäßig evaluiert und zeigt, dass besonders die Gruppe der Wiedereinsteiger in den Motorradsport schwer zu erreichen ist.

Weitere Maßnahmen für mehr Sicherheit

Neben der Aktion "Pro Bike" wurden in den vergangenen Jahren auch andere Maßnahmen gesetzt, damit Motorradfahrer auf den steirischen Straßen sicherer unterwegs sind. So wurden auf allen klassischen Motorradstrecken in der Steiermark die Außenkurven, wo vor allem Alleinunfälle passiert sind, mit „Leitschienenvorhängen“ beziehungsweise Unterfahrschutz ausgestattet. Insgesamt wurden in der Steiermark 7,3 km mit dem möglichen „Lebensretter“ ausgestattet. Eine Vorher-Nachher-Untersuchung zeigt, dass sich an diesen Stellen die Alleinunfälle grundsätzlich um knapp ein Viertel reduzierten und es um ein Drittel weniger schwerverletzte Motorradfahrer gab. Nach der Anbringung des Unterfahrschutzes gab es an diesen Abschnitten keine tödlich verunglückten Motorradfahrer mehr. 
Eine weitere Sensibilisierungsmaßnahme sind Kurvenmarkierungen, durch die gefährliches Kurvenfahrverhalten von Motorradfahrern korrigiert werden soll. Letztlich sollen die Fahrer durch die Markierung von der Mittellinie ferngehalten werden. Das bekannte und oftmals als Unfallursache identifizierte „Kurvenschneiden" soll so hintangehalten werden.

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Autor:

Andrea Sittinger aus Graz

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