Steirische Wirtschaftsreise London 2019
Die unendliche Brexit-Geschichte: Lokalaugenschein steirischer Unternehmen

Am Oxford-Campus: Robert Brugger (Geschäftsführer des ICS), Wirtschaftslandesrätin Barbara Eibinger-Miedl, Wirtschaftsdelegierter Christian Kesberg, Wirtschaftskammer-Direktor Karl-Heinz Dernoscheg
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  • Am Oxford-Campus: Robert Brugger (Geschäftsführer des ICS), Wirtschaftslandesrätin Barbara Eibinger-Miedl, Wirtschaftsdelegierter Christian Kesberg, Wirtschaftskammer-Direktor Karl-Heinz Dernoscheg
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Eine rund 40-köpfige steirische Wirtschaftsdelegation hat sich am Mittwoch auf den Weg nach London gemacht. Die von Wirtschaftslandesrätin Barbara Eibinger-Miedl angeführte Gruppe steirischer Unternehmen und Forschungseinrichtungen macht sich dabei ein Bild von der Wahrnehmung der unendlichen Brexit-Geschichte vor Ort. 

STEIERMARK. Vor einem Jahr wurde mit der Vorbereitung für die Reise begonnen – damals unter der Annahme, das Vereinigte Königreich (UK) hätte den Brexit schon längst hinter sich und man wolle sich direkt anschauen, wie die steirisch-britischen Wirtschaftsverbindungen nach dem EU-Austritt laufen.

Weit gefehlt, inzwischen erleben wir den Aufschub vom Aufschub des Brexits und der britische Premier Boris Johnson hat Brüssel zuletzt wieder ein neues Ultimatum gestellt: Statt des umstrittenen Backstops soll es für vier Jahre auf der irischen Insel zwei Zollgrenzen geben. Ein Vorschlag, der weder in Brüssel noch Dublin auf große Zustimmung stößt.

Egal, wann und ob der Brexit überhaupt kommt, die steirischen Unternehmen, sind jedenfalls "gut vorbereitet", betont Landesrätin Barbara Eibinger-Miedl. "Die Verknüpfungen zwischen dem Vereinigten Königreich und der Steiermark werden bestehen bleiben", zu gut funktioniere die Zusammenarbeit bereits nicht nur auf wirtschaftlicher Ebene, sondern auch im Bereich von Mobilität (Autoindustrie), Medizintechnik sowie Wissenschaft und Forschung.

Die Lincoln College Chapel in Oxford.

Digitalisierung als Chance

Stichwort Forschung und Wissenschaft: Die renommierte Universität Oxford, rund 90 Kilometer nordwestlich von London gelegen, ist die erste Station der vom Internationalisierungscenter Steiermark (ICS) organisierten Reise. Hier wurde mittlerweile nicht nur Filmgeschichte geschrieben - Harry Potter wurde teilweise am ehrwürdigen Camous gedreht –, sondern die Elite-Uni hat immerhin auch 52 Nobelpreisträger hervorgebracht. 
Die Steirer treffen in Oxford auf einen gebürtigen Salzburger, nämlich auf Viktor Mayer-Schönerberger, der an der Oxford University als Professor of Internet Governance an Regulation lehrt. Mayer-Schöneberger hat neben seinem Bestseller "Big Data" auch zahlreiche Beiträge zum Thema Digitalisierung und Datensammlung veröffentlicht. Er appelliert unter anderem an das Bildungssystem, indem schon "die Schulen gefordert sind, ein Gespür für Daten zu vermitteln." Die Digitalsierung sei letztendlich die Chance, bessere Entscheidungen zu treffen.

"Digitalisierung ist die Chance, Entscheidungen zu treffen", erklärte der Big Data-Experte Viktor Mayer-Schöneberger der Delegation.
  • "Digitalisierung ist die Chance, Entscheidungen zu treffen", erklärte der Big Data-Experte Viktor Mayer-Schöneberger der Delegation.
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"Es ist unsicher geblieben wie es war"

Mit diesen Worten beschreibt Christian Kesberg, der Wirtschaftsdelegierte des Außenwirtschaftscenter London die Lage für die steirischen Unternehmen, die im UK eine Niederlassung haben. Generell bestätigt aber auch er, dass die Betriebe für den Fall der Fälle gewappnet seien. "Wir haben wenig Anfragen. Außerdem sieht der Großteil der hier tätigen österreichischen Unternehmen, Großbritannien weniger als Exportmarkt, sondern als fixen Standort." Eines dieser Unternehmen ist AVL Powertrain, das ebenfalls im Rahmen der Delegationsreise besucht wird.
Insgesamt wird der Brexit-Krimi auf der Insel eher gelassen erlebt. Viele der österreichischen Lieferanten wissen, dass sie in Nischensegmenten tätig sind, in denen sie grundsätzlich nicht so leicht ersetzt werden können.

Unterwegs durch Oxford

Großbritannien als Handelspartner in Zahlen:
2018:
Österreichische Warenexporte im Wert von 4,2 Milliarden Euro (+7,5 Prozent im Vergleich zu 2017)
Österreichische Warenimporte im Wert von 2,9 Milliarden Euro (+16,3 Prozent im Vergleich zu 2017)
Österreichische Dienstleistungsexporte im Wert von 2,6 Milliarden Euro (+9 Prozent im Vergleich zu 2017)
Österreichische Dienstleistungsimporte im Wert von 2,2 Milliarden Euro (+12,5 Prozent im Vergleich zu 2017)

Stark ins Gewicht fallen die für den britischen Markt gefertigten Jaguar-Modelle. Für die Steiermark ist das UK insgesamt der viertwichtigste Handelspartner.

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