Lehren aus und in der Krise
Ein Studienangebot im Selbstversuch

Nutzten die Krise, um die FH Campus 02 noch weiter auf den digitalen Weg zu bringen: Rektorin Kristina Edlinger-Ploder und Geschäftsführer Erich Brugger
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Kaum eine Ausbildungsstätte war für den Lockdown quasi so prädestiniert wie die Fachhochschule Campus 02, finden sich doch nicht nur im Studienangebot, sondern auch bereits in ständiger Umsetzung die verschiedenen Möglichkeiten der digitalen Lehre. Insofern war die Umstellung Mitte März von vollen Lehrsälen zur völligen Schließung des Campus innerhalb weniger Tage vollzogen. "Und immerhin sprechen wir da von 600 Lehrveranstaltungen" erklärte die Rektorin der FH Campus 02 Kristina Edlinger-Ploder heute in einem Rückblick über die vergangenen zwei Monate. "Es wurde binnen kurzer Zeit geschafft, für jene Formate, die bislang die physische Präsenz der Studierenden in den FH-Räumlichkeiten erforderten, synchrone und asynchrone Online-Lehr- und Lernsettings anzubieten. Unsere Lehrenden bewiesen Flexibilität und erhöhtes Engagement, um ihre qualitativ hochwertige Lehre in Rekordzeit in den virtuellen Raum zu verlagern.“
Auch der Ausblick stimmt optimistisch, denn bei der Bewerbung für Bachelorstudien hat die Zahl der Bewerber um 39 Prozent, bei den Masterstudien gar um 41 Prozent gegenüber dem Stichtag im Vorjahr zugenommen. Das Bewerbungsverfahren läuft komplett online - auch das eines der Ergebnisse des Lockdown-Managements.

Bereit für den nächsten Schritt

Für die Herausforderungen, vor denen nun die Wirtschaft steht, gibt es in allen Studiengängen der FH Campus 02 die entsprechenden Studieninhalte – praxisbezogen mit akademischem Hintergrund. So trifft auch der neue Studiengang, der im Herbst erstmalig starten wird, „Business Data Science“ genau den Nerv der Zeit: große Datenmengen richtig zu analysieren und zu interpretieren, ist nicht nur für Gesundheits-, sondern auch für Businessentscheidungen heutzutage grundlegend.

„Gerade die Krise hat deutlich gezeigt, dass Informatik eine Lebensader vieler Unternehmen ist“, betont Erich Brugger, Geschäftsführer der FH CAMPUS 02. „Im Akkreditierungsverfahren zur Genehmigung des Studiengangs hat ein internationales Gutachterteam bestehend aus Wissenschaftlern, Berufspraktikern und Studierendenvertretern eine sehr positive Empfehlung an das beschlussfassende Gremium abgegeben.“

Aus der Krise lernen

Für die FH Campus 02 war es ein rascher, intensiver und wegweisender Lernprozess.
Das Online-Studium war eine positive Lösung und die Erfahrungen werden in die weitere Gestaltung der Curricula einfließen, dann als Blended Learning wobei Online-Lehre mit Präsenzveranstaltungen verknüpft werden. Denn persönliche Kommunikation, direkter Austausch, Teamarbeiten lassen sich auf Dauer nicht gänzlich digital ersetzen. Eine Entflechtung der anwesenheitsintensiven Zeiten hat aber sicher Zukunft, gerade für die berufsbegleitend Studierenden.

Ohne Zweifel stecken große didaktische Möglichkeiten in der digitalen Komponente des Lehrens und Lernens. Doch die Vorbereitung der Lehrveranstaltungen verlangt einen deutlich höheren Arbeitsaufwand. Schon deshalb erscheint die Forderung der Fachhochschulkonferenz berechtigt, die Fördersätze für Studienplätze um zumindest 10 Prozent zu valorisieren, denn "derzeit bekommen wir als Fachhochschule pro Jahr um 2.500 Euro pro Studierendem weniger als noch vor 25 Jahren", erklärt Erich Brugger.

Weiter auf dem digitalen Weg

Im Zuge des Lockdowns hat das Zentrum für Hochschuldidaktik an der FH Campus 02 binnen kürzester Zeit in 25 Workshops und 40 individuellen Schulungen 220 haupt- und nebenberuflich Lehrende fit für die Online-Lehre gemacht. In den nunmehr virtuell abgehaltenen Lehrveranstaltungen wird nun eine Vielzahl an digitalen Tools eingesetzt, um die Lehre abwechslungsreich, innovativ und interaktiv zu gestalten.

Die didaktischen Bemühungen kommen bei der Zielgruppe sehr gut an. Ende März haben die Betreiber der StudoApp eine Befragung an Österreichs Hochschulen durchgeführt, wie zufrieden die Studierenden nach der Umstellung auf E-Learning an ihrer Hochschule sind. Dabei schaffte es die FH Campus 02 auf den hervorragenden zweiten Platz. "Bei allem, was wir aus der Krise gelernt und mitgenommen haben, wollen wir dennoch keine reine Fernhochschule werden", betont Kristina Edlinger-Ploder. Der Start im Herbst wird ein anderer sein als bisher, sonst "würden wir viele positive Aspekte verpuffen lassen", aber es wird eine ausgeglichene Mischung aus digitalem Zugang und Präsenzlehre herrschen.

Autor:

Andrea Sittinger aus Graz

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