Auf der Strecke geblieben

Ortschef Thomas Jechne vor dem Busplan.

Ein überfüllter Bus für rund 80 Kinder aus Mitterndorf und Gramatneusiedl hat Elternitiative ins Leben gerufen.

MITTERNDORF/GRAMATNEUSIEDL. 82 Schulkinder aus Mitterndorf an der Leitha und Gramatneusiedl treten täglich die Fahrt Richtung Gymnasium in Schwechat an. Mit einem Bus, der eine Kapazität für maximal 85 Personen aufweist. Es ist eine Rechnung, die bereits auf den ersten Blick nur knapp aufgeht. Das Resultat: ein täglich überfüllter Bus mit Schulkindern, die auf den Stufen sitzen müssen, bepackt mit Schultasche und Turnsackerln. So erzählt es Manfred Marzy, selbst Vater eines betroffenen Schulkindes. "Im März passierte es dann, dass etliche Kinder beim Umsteigen in Wienerherberg nicht mehr in den Anschluss-Bus gepasst haben, die sind dann dort zurückgeblieben", so Marzy, der sein Kind mittlerweile selbst täglich zur Schule fährt. "Das Risiko, dass mein Kind nicht mehr in den Bus reinpasst, ist mir einfach zu groß. Und ich weiß, dass das viele Familien schon so handhaben."

Unterschriften-Aktion
Das sei auch der Grund, warum die betroffenen Familien eine Unterschriften-Aktion starteten. Mehr als 800 Unterschriften konnten so in Mitterndorf und Gramatneusiedl binnen weniger Wochen gesammelt werden. Thomas Jechne, Bürgermeister von Mitterndorf, unterstützt die Aktion. "Wir haben die Unterschriften-Aktion voll und ganz unterstützt, denn es kann nicht sein, dass bei den Kindern gespart wird", sagt er. "Als Dienstleister ist der VOR (Verkehrverbund Ost-Region, Anm. Red.) gefragt, der entsprechenden Nachfrage nachzukommen - wichtig wäre eine direkte Busverbindung nach Schwechat, denn es ist ein tagtäglicher Stress für die Kinder, die Anfahrt gleicht einer kleinen Weltreise." Die Unterschriften-Liste sei jedenfalls bereits an den VOR und das Land Niederösterreich übergeben worden, mit der Forderung nach einer eigenen Buslinie.

VOR: "Prüfen Kapazität"
Eine Forderung, die erst geprüft werden müsse, heißt es vonseiten des VOR. "Wir prüfen derzeit intensiv die Kapazität des Busses und sind mit eigenen Zählern vor Ort", so VOR-Pressesprecher Georg Huemer. "Aus unserer Sicht muss derzeit vor allem geklärt werden: Geht es hier um ein Komfortproblem, weil nicht jedes Kind sitzen kann, oder passen tatsächlich Kinder nicht in den Bus und kommen daher so nicht in die Schule." Dass Schüler keinen Sitzplatz haben und stehen müssen, damit müsse man aus Sicht des VOR leben, so Huemer. "Doch wenn Schüler nicht einmal mehr einsteigen können, dann gibt es natürlich Handlungsbedarf", meint der Pressesprecher. "Die Lösung wäre dann ein neubestellter Bus, der müsste an jedem Schultag fahren und das kostet eine beträchtliche Summe, wir haben da auch schon Angebote." Allerdings sei es die Verpflichtung des VOR zum einen für eine sinnvolle Mobilität zu sorgen, dabei jedoch auch sparsam mit Steuergeldern umzugehen. "Sprich: das muss jetzt eingehend geprüft werden", sagt Huemer. "Im Laufe des Mai wird hier eine Entscheidung fallen und dann kann es schnell gehen. Nächstes Schuljahr wird dann noch einmal geprüft, weil sich da ja die Schülerzahlen nochmal ändern werden."

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