Wahl: Nix ist fix in diesen Gemeinden

Seibersdorf: Ortschef Franz Ehrenhofer tritt nicht an.
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In den folgenden drei Steinfelder Gemeinden wird es bei den Wahlen am 26. Jänner besonders spannend.

STEINFELD. Spannend ist es vor einer Gemeinderatswahl in jeder Gemeinde, das Fehlen verlässlicher Umfragewerte führt zwangsläufig zu Spekulationen. Doch es gibt Gemeinden, wo es auf jeden Fall besonders spannend wird.

"Mein Wunschkandidat"

So ist in Blumau-Neurißhof eigentlich alles offen, denn Langzeit-Bürgermeister Gernot Pauer tritt nicht mehr an. Allerdings hat er seinen Wunschkandidaten für die Nachfolge bereits seit Langem: sein Vize René Klimes, er geht auch als Listenerster der Parteiunabhängigen Liste (PUL) in die Wahl. "Er ist die einzige Person, die das Geschäft von Pike auf gelernt hat und beherrscht", sagt er. "Daher schätze ich seine Chancen sehr gut ein, dass er unsere Mandate hält oder ausbauen wird." Auch René Klimes selbst gibt sich zuversichtlich: "Ich habe mich viele Jahre vorbereitet und bringe die notwendigen Qualifikationen für das Bürgermeisteramt mit." Womit er punktet? "Vor allem, dass ich eigentlich immer erreichbar bin und die Bürger im ständigen Kontakt mit mir sind", meint er.

"Alle Optionen offen"

Die mandatsstärkste Partei nach der PUL heißt in Blumau-Neurißhof SPÖ. Ihr Spitzenkandidat: Werner Besenbäck. Er sieht es für die mitstreitenden Parteien als große Chance, dass Gernot Pauer nicht mehr antritt. "Ich glaube, dieses Mal ist die große Unbekannte, ob die PUL die absolute Mehrheit halten wird", sagt er. "Und wenn die Absolute fällt, sind alle Optionen offen." Denn es trete zudem erstmals die Liste BuNT an, was sicher auch Auswirkungen auf das Ergebnis haben werde.

ÖVP zuversichtlich

Auch in Seibersdorf tritt Bürgermeister Franz Ehrenhofer nicht mehr an, er saß zehn Jahre im Chefsessel. Die ÖVP-Wunschkandidatin für die Nachfolge: Christine Sollinger. "Ich glaub schon, dass wir ein ähnliches Ergebnis wie die letzten Jahre haben werden", meint sie. Die ÖVP hält in Seibersdorf 15 der 19 Mandate, vier die SPÖ. "Ich bin bereits jetzt für viele ein Ansprechpartner. Wenn die Leute was wollen, kommen sie zu mir", erklärt Sollinger. Aber auch Ehrenhofer gibt sich optimistisch: "Ich sehe da keine große Gefahr, dass wir verlieren werden." Eine Sicht die SPÖ-Listenerster, Peter Heinschink, teilt: "Ich denke wir haben sehr schlechte Chancen dazuzugewinnen." Der Grund: "Die Leute wählen meistens dasselbe, wie bei den Nationalratswahlen, die kennen den Unterschied zwischen Bundes- und Gemeindepolitik nicht. Zudem tritt auch die FPÖ an, wer weiß wie sich das in den Ergebnissen niederschlägt." Dennoch sei das Ziel der SPÖ, die aktuell vier Mandate zu halten.

Ziel: Bürgermeisteramt

Eine interessante Situation ergibt sich in Tattendorf. Dort ging bei den vergangenen Gemeinderatswahlen 2015 eigentlich die SPÖ als Sieger hervor. Doch in einem geschickten Schachzug ging die Unabhängige Liste Tattendorf mit Spitzenkandidat Alfred Reinisch eine Koalition mit der örtlichen ÖVP ein. Reinisch ist seither Bürgermeister. "Grundsätzlich ist unser Ziel gestärkt aus der Wahl zu gehen", sagt er. "Inwieweit man dann stimmenstärkste Partei sein wird, trau ich mich nicht vorherzusagen - trotzdem ist mein Ziel das Bürgermeisteramt." Sollte die UHL wieder eine Koalition eingehen, sei es ihm grundsätzlich egal, mit welcher Partei: "Bei nur drei Parteien im Gemeinderat ist es sowieso notwendig, dass man an einem Strang zieht, egal wer die Mehrheit hat.

"Nicht der Wählerwille"

Reinisch große Konkurrentin heißt Sabine Sturm-Karmazin und sie gibt sich kämpferisch. "Es hat sicher nicht dem Wählerwillen entsprochen, dass wir in der letzten Periode in die Opposition gehen mussten", sagt die Listenerste der mandatsstärksten SPÖ. "Daher erwarten wir jetzt, dass wir das Ergebnis zumindest halten oder zulegen werden." Ob die SPÖ im Fall mit der UHL koaliere, macht Sturm-Karmazin vom Wahlprogramm der Liste abhängig: "Wir leben in einer Demokratie, da ist es oberste Prämisse, dass wir mit allen reden. Wenn das Wahlprogramm passt, muss man in alle Richtungen Gespräche führen."

Seibersdorf: Ortschef Franz Ehrenhofer tritt nicht an.
Blumau: Gernot Pauer reichen 20 Jahre als Ortschef.
Autor:

Elisabeth Schmidbauer aus Steinfeld

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