Noch immer unterschätzt: Übergewicht steigert Krebsrisiko

Primar Christoph Ausch, Leiter der Chirurgie am LKH Steyr u. Kirchorf im Gespräch mit Primar Johannes Andel MPH Onkologe und Leiter der Abt. für Innere Medizin II.
  • Primar Christoph Ausch, Leiter der Chirurgie am LKH Steyr u. Kirchorf im Gespräch mit Primar Johannes Andel MPH Onkologe und Leiter der Abt. für Innere Medizin II.
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STEYR. Dass zu viel Körpergewicht der eigenen Gesundheit nicht zuträglich ist, steht außer Frage. Doch nicht nur das Risiko für Herz-Kreislauferkrankungen und Diabetes kann sich aufgrund der zusätzlichen Kilos erhöhen, auch das Risiko an Krebs zu erkranken steigt mit zunehmendem Körperfettanteil.
Schätzungen zufolge sind heute bis zu 50 Prozent der Männer und 35 Prozent der Frauen
übergewichtig. Das heißt, sie weisen einen Body-Mass-Index (BMI) zwischen 25 und 29,9
(übergewichtig) oder über 30 (schwer übergewichtig/adipös) auf. Zahlreiche internationale
Studien stellen nun Fettleibigkeit mit einem gehäuften Auftreten von Krebserkrankungen in
Verbindung.

Betroffene Krebsarten

Dabei zeigt sich, dass das Risiko für die Entwicklung von Darmkrebs ab einem BMI von 28,5
deutlich ansteigt – der Dickdarm ist hierbei übrigens oft häufiger betroffen als der Mastdarm.
Verglichen mit normalgewichtigen Frauen, gehen übergewichtige Frauen nach ihrer
Menopause ein 40 Prozent höheres Risiko ein, an einem Mammakarzinom (Brustkrebs) zu
erkranken. Aber auch das Gebärmutter- und das Nierenzell-Karzinom, weisen eine
Verbindung zwischen einem erhöhtem BMI und einer Krebserkrankung auf: Eine von der WHO initiierte Studie zeigt, dass in Europa 40 Prozent der Uterus- und etwa 25 Prozent der
Nierenzell-Karzinome sowie je 10 Prozent der Brust- und Darmkrebsanfälle bei einem BMI
unter 25 vermeidbar wären“, erklären die Experten Primar Johannes Andel, MPH
(Abteilungsleiter der Inneren Medizin II sowie Leiter des trägerübergreifenden Tumorzentrums gespag-Elisabethinen) und Primar Christoph Ausch (Leiter der Chirurgie am LKH Steyr und am LKH Kirchdorf).

Zusammenhang: Übergewicht und Krebs

Ohne regelmäßige körperliche Betätigung stellt eine erhöhte Energiezufuhr ein nicht zu
unterschätzendes Risiko für die Entstehung bösartiger Tumore dar. Veränderungen im
Stoffwechsel lösen einen chronischen-entzündlichen Prozess aus und es kommt zur
Freisetzung von Botenstoffen, die die Krebsentstehung begünstigen. Um dies zu verhindern,
sollte man daher schon früh an seine Gesundheit denken, um Adipositas – und in weiterer
Folge, dem Krebs – keine Chance zu lassen. Für körperliche Aktivität und eine ausgewogene
Ernährung, die das Erkrankungsrisiko sinken lässt, ist es schließlich nie zu spät.

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