Vereine & Corona
"Die Gemeinschaft hat ihnen gefehlt"

Ende September wurde die Leistungsprüfung Branddienst unter besonderen Sicherheitsmaßnahmen durchgeführt.
  • Ende September wurde die Leistungsprüfung Branddienst unter besonderen Sicherheitsmaßnahmen durchgeführt.
  • Foto: BFK Steyr-Land
  • hochgeladen von Sandra Kaiser

Wie ist die Situation bei den Ehrenamtlichen? Die BezirksRundschau hat nachgefragt.
STEYR, STEYR-LAND. "Die Kameradschaft ist natürlich ein großes Thema", sagt Wolfgang Mayr, Bezirksfeuerwehrkommandant Steyr-Land. Keine Festln, keine Bälle. Übungen und Schulungen nur im kleinen Kreis und mit Auflagen. "Man schaut, dass man Übungen in kleinen Gruppen macht, mit den entsprechenden Sicherheitsvorkehrungen." Finanziell kommen die Feuerwehren einigermaßen über die Runden. "Sehr positiv ist der NPO-Unterstützungsfonds. Die Abwicklung hat reibungslos funktioniert." Die Haussammlungen wurden teilweise umgestellt auf Erlagscheine. "Es gibt positive Rückmeldungen. Die ganze Sache hat uns eingeschränkt, aber es ist nicht so, dass es nicht zu überleben ist", so Mayr.
"Wir hatten von März bis Juli keine Einnahmen, nur Ausgaben. Ein Drittel wurde abgefedert durch Bundesförderungen", sagt Ingrid Weixlberger, Präsidentin des Fußballvereins SK Amateure Steyr. Mit August startete ein "Normalbetrieb". "Ein paar Jugendliche spielen nicht mehr. Aber im Wesentlichen passt es für uns." Seit zwei Wochen gibt es – wenn mehr als 100 Leute zuschauen – nur mehr zugewiesene Sitzplätze. Im Buffet ist Maskenpflicht. Gegessen und getrunken wird im Sitzen. Alle Besucher werden registriert. Zum Einnahmenentfall durch den Lockdown kommt dazu, dass der Steyrer Verein heuer sein 100-jähriges Jubiläum gefeiert hätte. "Wir haben ein Konzert geplant und ein Spiel gegen Rapid Wien. Das wurde jetzt alles verschoben auf nächstes Jahr". Während des Lockdowns gab es für die Spieler Einzeltrainings. "Sie waren aber alle froh, als sie wieder gemeinsam trainieren konnten. Die Gemeinschaft hat ihnen gefehlt."

Unsicherheit bei den Leuten

"Unsere Haupteinnahmequelle, das Beachvolleyball-Turnier am Steyrer Stadtplatz, ist heuer ausgefallen", erklärt Fritz Hampel, Präsident des VBC Steyr. Der Spielbetrieb war im März mit einem Schlag weg. Jetzt sind nur 50 Zuschauer zugelassen. "Man merkt, dass die Leute vorsichtiger sind." Über eine App der Union kann man sich mit einem QR-Code anmelden. "Das ist ein Mehraufwand."
"Die Corona-Krise hält uns weiterhin auf Trab. Im März der Lockdown – von einem Tag auf den anderen kein Veranstaltungsbetrieb mehr. Die Mitarbeiter wurden in Kurzarbeit geschickt und dies wird bis voraussichtlich März 2021 beibehalten", sagt der Vorstand vom Kulturverein Röda in Steyr. Der Lockdown konnte vernünftig genutzt werden – Arbeiten, die im laufenden Tagesgeschäft auf der Strecke bleiben, wurden erledigt. Der Saal wurde für eine bessere Akustik umgebaut, die Homepage wurde erneuert usw. Seit Juni dürfen wir wieder Veranstaltungen machen und man merkt schon, dass die Gäste das röda auch nutzen, wenn nicht explizit eine Veranstaltung angekündigt wird. "Das war in der Vergangenheit leider nicht immer so und das freut uns". 
Der Kulturverein hat Förderungen von Stadt, Land und Bund erhalten. "Diese sind durchaus hilfreich, um weiterhin die Mitarbeiter anzustellen und Veranstaltungen zu machen, die eventuell keine großen Gewinnbringer sind. Was in dieser Situation auch noch eine große Hilfe ist, ist die Unterstützung des AMS durch die Kurzarbeit".

Keine Planungssicherheit

Seit Juni dürfen wieder Veranstaltungen stattfinden. Momentan ist es jedoch schwierig, ein Programm zu planen. "Natürlich versuchen wir, Konzerte und andere Veranstaltungen zu buchen, aber leider kann man nie wissen, ob man diese dann durchführen kann. Dazu kommt noch, dass wir, um die Sicherheitsabstände garantieren zu können, nur 50 bis 70 Personen in den großen Saal lassen können. Die Kosten bleiben dieselben. Dass sich das wirtschaftlich gesehen auf Dauer nicht rechnen kann, liegt auf der Hand. Dennoch blicken wir positiv in die Zukunft."

Neue Ideen geboren

"Es war eine Herausforderung, aber die einzelnen Musikkapellen haben das Beste daraus gemacht", lobt Manfred Postlmayr, Bezirksobmann des Oberösterreichischen Blasmusikverbandes Steyr. Und es wurden neue Ideen geboren. "Verschiedene Kapellen spielten in Ortsteilen. Der Musikverein Trattenbach hat eine DVD aufgenommen, auf der einzelne Register an verschiedenen Orten im Trattenbachtal spielen." Im Herbst sollen Konzerte stattfinden. Das Bezirksmusikfest 2021 in Dietach ist in Planung. "Marschwertung, Festakt und Festzug finden an zwei Tagen statt. Somit teilen sich auch die Besucher auf", so Postlmayr.

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