Februar-Gedenken in Steyr und Garsten: Plädoyer für eine starke Demokratie

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STEYR/GARSTEN. Das Gedenken an den Bürgerkrieg vom 12. Februar 1934 wurde am 85. Jahrestag an drei Schauplätzen würdig begangen: In der Justizanstalt Garsten wurde am Vormittag eine Tafel enthüllt, die an die damals Verfolgten und Inhaftierten erinnert.

Beim Mahnmal im Stadtteil Ennsleite fand am Abend die traditionelle Kundgebung der SPÖ statt. Und gleich danach wurden in Münichholz vier Tafeln im Gedenken an die Widerstandskämpferin Herta Schweiger sowie an die Widerstandkämpfer Sepp Ahrer, Bertl Konrad und Hans Wagner enthüllt.

Ein voll besetzter Sonder-Bus fuhr die Kundgebungsteilnehmerinnen und -teilnehmer von der Ennsleite ins Münichholz.

SPÖ-Bezirksvorsitzender Nationalrat Ing. Markus Vogl: „Nach dem sich die Lagertore geöffnet haben, war das oberste Ziel der Überlebenden nicht Rache, sondern es sollten sich diese Ereignisse nie wiederholen. Hier gilt der besondere Dank dem Mauthausen Komitee, weil sie diesen Auftrag an die heutige Generation weitergegeben. Nun, 85 Jahre nach dem Bürgerkrieg, betreiben Politiker leider wieder eine Aufrüstung der Worte und zeigen ein Bestreben, die politischen Gräben zu vertiefen, statt abzubauen. Unser Gedenken ist auch ein Plädoyer für eine starke Demokratie.“

Karl Ramsmaier vom Mauthausenkomitee hatte bei der Gedenkstunde in Garsten mahnende Worte: „Geschichte wiederholt sich nicht eins zu eins. Feststellbar ist aber, dass in ganz Europa schleichend Demokratien unterwandert und ausgehöhlt werden.“ Bei den Gedenktafel-Enthüllungen in Münichholz sagte Gemeinderätin Birgit Schörkhuber, sie ist SPÖ-Bezirksbildungsvorsitzende, unter anderem: „Zu erkennen, dass die Demokratie, in der wir leben nicht selbstverständlich ist und achtsam zu sein, wenn diese in Frage gestellt wird - das möchten wir uns heute ins Gedächtnis rufen.“

An der Gedenkkundgebung mit Kranzniederlegung nahmen rund 150 Interessierte teil, unter anderem: 3. Landtagspräsidentin Gerda Weichsler-Hauer, Bürgermeister Gerald Hackl, Vizebürgermeister Wilhelm Hauser, Vizebürgermeisterin Ingrid Weixlberger sowie die Stadträte Dr. Michael Schodermayr und Reinhard Kaufmann, die Altbürgermeister Franz Weiss und David Forstenlechner und die SPÖ-Bezirksvorsitzenden außer Dienst Ing. Hermann Reichl, Mag. Gerhard Klausberger und Ing. Kurt Gartlehner. Auch eine Abordnung der katholischen Pfarre Ennsleite um Mag.a Angelika Paulitsch nahm teil, ein Ensemble des Musikvereins Gleink gab dem Gedenken den würdigen musikalischen Rahmen.
„Ich freue mich, dass an unserer Gedenkveranstaltung auch 25 Schülerinnen und Schüler der Handelsschule teilgenommen haben“, so Markus Vogl abschließend.

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