Die älteste Adlwangerin ist gestorben
Hilde Bühlmann, die „Mesnerin von St. Nikola“ verstarb im 101. Lebensjahr

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Bekannt, beliebt und sehr belesen war die älteste Adlwangerin Hilde Bühlmann-Stemberger. Die letzten zwei Jahre verbrachte sie im Altersheim in Bad Hall, wo sie vor kurzem im 101. Lebensjahr verstarb. Ein bewegtes Leben ging zu Ende. Jahrelang war sie die älteste Adlwangerin, die von den meisten Leuten als „die Schweizerin“ genannt wurde. Seit 1981 lebte sie in Adlwang. Ehemann Franz, ein gebürtiger Schweizer aus der Gegend von Luzern und die Tirolerin Hilde blicken zurück auf viele „abenteuerliche“ Stationen in ihrem langen gemeinsamen Leben. Zuerst waren sie in der Schweiz am großen Bauernhof der Eltern, wo Hilde sich um die kränklichen Schwiegereltern liebevoll annahm. Dann wagten sie den Sprung nach Kanada und pachteten eine riesige Farm in Quebec. Einige Jahre später kehrten sie zurück, um das „Lurgner“, einen Bauernhof in Waldneukirchen zu bewirtschaften. Schließlich erwarben sie ein baufälliges „Häusl“ in Emsenhub. „Es war in katastrophalem Zustand, doch mein Mann traute sich über die Renovierung, er war unerschrocken“, erzählte Hilde Bühlmann über die Jahre der historisch getreuen und aufwändigen Renovierung des „Mesnerhäusls von St. Nikola“. Denn bis 1792 stand in unmittelbarer Nähe eine gotische Kirche, die der josephinischen Kirchenreform zum Opfer fiel und schließlich abgerissen wurde. Manchmal bezeichnete sich Hilde mit gewissem Stolz als die „Klausnerin“ oder „Mesnerin“ von „Niggilo“, der die Gastfreundschaft, besonders auch mit ihren Nachbarn ein Herzensanliegen war. Mit viel Freude erzählte sie den Besuchern von der langen Geschichte dieses Ortes und zeigte ihnen die „Hand“. Dabei handelt es sich um einen uralten, vermutlich keltischen Heilstein, der nach dem Abbruch der Nikolakirche im Mesnerhaus eingemauert wurde. „Seither kommen immer wieder Leidende hierher, um die Heilkräfte für sich zu beanspruchen“, wusste sie. Als 1987 in unmittelbarer Nähe die Nikolauskapelle errichtet wurde, widmete sie viele ihrer Gedichte diesem kleinen Heiligtum.
Legendär war auch die schöne Musikalität von Hilde Bühlmann, die bei jedem Lied eine zweite Stimme dazu singen konnte. Bevor sie noch die Haustür öffnete, hörte man sie schon singen. „Das Leben ist schön“, sagte sie oft, auch dann noch, als ihr hohes Alter einige Beschwerden mit sich brachte.

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